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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II 2.

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lieh eine Stelle in Heinrich v. d. Türlin's Cröne (um 1220)wo ein Ritter Gasozein de Dragoz einen Löwen alsWappen führt:

Ein wäfen vuort der reckeAne valsch von lasüreUnd ein lewen, sam in natüre545 Dar üf geworht het von goldeMit gebaeren, sam er woldeDie werlt gar verslindenUnd von den widerwindenGap er von listen einen döz550 Des stimme was ze mazen grözSam er lebte und schriwe daUnd bete lange scharpfe kläZe mazen verre tiz gezogenUnd het sich üf diu bein gesmogen555 lieht sam er »tuende ze sprungeUnd vuor ime diu ZungeEnwäge in der chewen;Ez hate den selben lewenEin buckel von golde bedaht560 Dar inne lac vil maneger slahtVon edelem gesteineGröz unde kleine.Artus, mit dem der Kitter einen Zweikampf zu be-stehen hatte, schmähte denselben, weil er aus derT j o s t e entwichen w ar :10700 Ich weiz wol, daz ir getürrefDurch disen schilt wol getanDeheinen ritter stechen lau;Er mac wol iu entliheu sin.Der lewe tuot des niender schin,705 Daz er iuwers Schildes pflege,Wan daz sin bilde git ein ege 1 )Dem, der in ane siht;Deswar er ist vlühtec niht,Er entwichet durch deheine not;710 Sin herze ist in ime tot

An iuwerm sehilde, ritter guot;Da vür hat er des hasen muotGewehselt unde al sine art,Der nie unvliehende wart715 Ob in ein müs wolt jagen.Konrad v. Würzburg sagt im Troj. Krieg vonHector der nach V. 25956 ff. einen Löwen im Schildefuhrt:

daz er den löuwen fuorte,daz was im wol gemaeze.so frech und also raezewart nie grimmer lüuwe als er.Im Karl Meinet (um 1300) heisst es:A 454,29 Do quam gereden JustarisDes moget ir syn gewisDer vorte eynen lewen an syme SchildeDat bezeichent, dat hey stryden wylde.Siegel des Marquard von Neuenmarkt Butiglers vonNürnberg an einer Urkunde des J. 1243 '-s). (S. Nr. 132).Die Bedeutung dieses Wappenbildes ist handgreif-lich. Jungcndres hat sie ganz richtig in folgendenReim gefasst.

T>as JHufflifdjc Wappen"(Es will uns ber Sitber> v f ifd; imb ber fdiroartje &öwe

jcigen,Da§ ber cblen ITtuffel Stärf fcv oerfrmpft mit flugcn

Sdjmeigen.Sig. IV. A. 1. des Conrad v. Hohenlohe 8 ), wohl

1) ege = Schrecken.

2) Das Gliche verdanke ich dem Kgl. Geh. Haus-a rchiv zu Berlin.

_ 3) Der Stempelschneider gravirte von der Umsclu-ift°igillum Cu verkehrt, bemerkte sodann seinen Fehler

Nr. 132.

1243.

noch dem Ende des 12. Jahrb. angehörend, mit demAlbrecht von Hohenlohe im J, 1207 eine bischöflichWürzburg'sche Urkunde besiegelt 4 ).

Nr. 133.

Ich halte das Hohenlohiscbe Wappenthier für einennatürlichen Löwen, wofür die Aehnlichkeit der Dar-stellung in dem obigen Siegel (Nr. 131) spricht 5 ).

und fing nun richtig Sigill. Cunradi de Hohenloch an.Da der Kaum durch den Theil der falsch gravirtenUmschrift verkürzt war, kamen die letzten BuchstabenC H in dem Siegelfeld zu stehen

4) Fürst Hohenlohe sphragist. Aphorismen. S. 11.Nr. 34. Das Gliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.

5) H. Grote schreibt in den Blättern für Münz-freunde 1877 S. 473:Die speeifisch HohenlohischenLeoparden" unterscheiden sich von allen übrigenheraldischen Leoparden, ausser durch den Mangel derMähnen, dadurch, dass sie nicht den Schwanz über denRücken werfen, sondern zwischen die Hinterbeine stecken,seltener ihn auch nach hinten ausstrecken. Nun be-merkt schon 0. T. von Hefner, Heraldik 11.216:dieHohenloheschen Wappenthiere sind, ob absichtlich, obaus Missverständniss des Malers und Siegelstechers, zuverschiedenen Zeiten mehr oder minder katzen- oder