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Geschichte der Heraldik. II. 2.
von 1433). Der Schild enthält eine Kose aus der obenzwei Stierhörner mit Ohren hervorwachsen. Nur dieHörner spielen auf den Namen an.
Zu den Namenwappen gehören auch diejenigen,welche durch die Anfangsbuchstaben eines Namen aufden Besitzer anspielen. Die letztere Gattung scheintbesonders im südöstlichen Deutschland heimisch gewesenzu sein. So führten die von Althaim in Oesterreich,welche nach Hund aus Bayern abstammen wollten, „denSchild Oesterreich, in einer weissen Strasse ein Alt-fränkisch A" welches auf dem Fluge ober dem Helmwiederholt ist 1 ). - Cholo von Dietrichstein, ein Kärnthne-rischer Edelmann, führt 1340 im Schilde eine Chiffreaus C und H als Initialen seines Taufnamens, auf demHelm einen Flügel»).
In dem Siegel des Heinrich Percheimer (Altbayern)vom J. 1317 erscheint ein Schild mit einem Monogrammaus den Buchstaben H. P.*).
Mit den anspielenden Wappen konnte unter Um-ständen eine ganz sinnige Nebenbedeutung verbundenweiden. In den Wappenschilden solcher Edelleute, derenName mit W anlautet, finden wir häufig den sog. Treu-bund, zwei in Form eines W niedergebogene Arme.Einen solchen Treubund führt Friedrich Wewart, Ritter-bürtiger in Kärnthen im Jahre 1295'). — Dessen Lands-leute, die Welzer, führten einen von Roth und Silbergespaltenen Schild, mit dem Treubund eines Mannes-und eines weiblichen Armes, der erste geharnischt, derandere geschmückt, in gewechselten Tincturen 8 ). —„Einen Wappenherrn Weger von 1450 war dagegen einähnlich gebildetes W nicht sprechend genug, so dass ervon den Händen eine Wage halten lässt." 6 )
Redend ist die grüne Farbe in Wappen der Meiss-ner Wiesener, der Märker Wiesenbrohe und der Groe-neveldt 7 )
5 Capitel.Speclelle Symbolik der M afipenbllder.
Nunmehr wird es an der Zeit sein, die Symbolikder Wappenbilder im -Einzelnen zu erörtern. Ich be-ginne mit den Thieren, zunächst mit dem Adler, weilderselbe als Wappenvogel des Reiches für uns deutschevon besonderem Interesse sein muss.
Der Adler.
Die Naturlehrer des Mittelalters rühmen das scharfeGesicht, die Verjüngungskraft und namentlich die M i 1 d edes Adlers. Ein Tractat des 12. Jahrhunderts VonTieren unde von Fogelen 8 ) (Physiologue) sagt:
„Sus zellit phisiologus des aran gislahte. so eralt wirdit. so swarent irae die federen, unt tunchelintdiu ougin.
So suchet er einen uil chokchin brunnen. unte fliugetuon deme brunnen üf zudeme sunnen. da brennet ersine federen, unt uellet nider in den brunnen den erirchos. daz tat er dristunt so wirt er geiunget untegesehente."
Der Friauler Thomasin von Zirclaria schreibt 121612871 so sol er tuon als der ardaz geloubet wol vür war,
1) Bayrisch Stammbuch III. 207.
2) Weiss, Kärntheus Adel S. 55.
3) Monumenta boica XVIII Taf. 9.
4) Weiss, Kärnthens Adei S. 161.
5) ibid. S. 263.
6) ibid. S. 263.
7) Pusikan S. 6.
8) Publicirt von Massmann in dessen deutschen Ge-dichten des 12. Jahrb. (Quedlinb. 1837) II. Thl.
swenne der ar eraltet ist,er vliugt so höhe zuo der vrist12875 daz im diu sunne enzundet garsiniu vetich, daz ist warso laet er sich dan von der sunneund vellet nider in einen brunnenund erniuwet sich also12880 wan er wirt niuwe, geil und vrö.
Noch weiter wird diess von Hugo von Langensteinin seiner Martina, gedichtet im J. 1293, ausgeführt:
Wie der Adelar genatvret ist106,d.87 Wan allein der adelarDez ovgen sint so clarDaz er in die sunnen sihit
107 Von im schreibet alsusSanctus augustinusSo er alten beginnet110 Daz er danne gewinnetBrestin an siner gesihtAn sinen vetechin och gesicht107,1. Daz die beginnent swarenUon mengi siner iarenWie dez presten werde rat5 Er suochit einen brvnnenAls er wol kaii erkvnnenDer von gründe och uf quelleOb dem vf vil snelleFinget er mit witze10 In der sunnen hitze
Vntz im erhitzit daz geviderUetichin ovgen da widerDanne kvmet er geflogenUnd drvckit sich vngesmogen15 In dem brvnnen dristuntAls siner nature ist kvntSvz ist im wol gelungenSvz kan er sich ivngen.In dem berühmten Buch der Natur des Regens-burger Domherrn Konrad von Megenberg (um 1350)heisst es „von dem adelarn":
„ A q u i 1 a haizt ain a d e 1 a r, und spricht Augustinus,daz er edelst vogel sei und sei ain küng aller vogel,er ist ain grozer rauber und lebt neur des flaisches. erhat gar ain starch scharpf gesiht, also daz er sunnenin clärhait angesehen mag. . . ."
Die von den Dichtern am meisten gerühmte Eigen-schaft des Adlers ist seine Milde, das ist grossmüthigeFreigebigkeit, und sein Reichthum, ohne welchen dieMilde keinen Werth hat
Die hierher gehörigen Belegstellen sind folgende :Heinrich v. Veldeke, Eneide, (1184-1186):332,11 ein adelar sines gutes,ein lewe sines mütesKönig Bother:4078 daz ich gerne min guotsame der edele am totwil teilin geligearmin vnd riehenswer ez an mich sochitHartmann v. d. Aue, der arme Heinrich:65 Er was milde des gutesein lewe sines mutesEin schilt siner mageder milde ein geliche wage.Im Sängerkriege auf der Wartburg singt der tugend-hafte Schreiber
der Düringe herre ist milte uz kindes jugent
ob ime ein adelar
ze allen ziten ist mit hohen vlügen her gewesen