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Geschichte der Heraldik. II. 2.
die wären drin gewehen wol
als ez gebot der kiinste vliz.Ein in der Folge sehr wichtig gewordenes Minne-kleinod ist das Schapel, welches ich jedoch an andererStelle behandeln muss.
4. C a p i t e 1.
Die \itMt<'ii»it|»|>i-ii.
Eine Species ist in der ganzen, grossartigen Lite-ratur des 12. bis 14. Jahrhunderts fast gar nicht ver-treten: die Name nwappen. Es mag diess liegenhauptsächlich an den welschen Namen, die in den Liedernvorherrschend sind. Indess findet sich dieser Zug auchin den Liedern der deuschen Sagenkreise in dem-selben Masse vor. Eine Ausnahme macht nur dieKudrun, wo mehrere Wappen in irgend einer Weiseauf den Namen anspielen z. B.
1371 Noch sihe ich ir einen mit Hellten sparren rotda stent örter inne, des kumeut helde in notder ist Ortwines da her von Ortriche.
Im Gegensätze zu den Heldenliedern ist das deut-sche Wappenwesen sehr reich an Namenwappen.
Jede Anspielung auf den Namen des Wappen-führers genügt, um das Wappen als Name nwappenzu kennzeichen. Durch das Würdigungswort redendverführt, hat 0. T. v. Hefner eine Unterscheidungzwischen articulirten und inarticulirten Namen-wappen einführen wollen. Diess ist schon darum wenigempfehlenswerth, weil die sog. „inarticulirten" Wappenin der Regel geistreicher und interessanter sind, alsdie anderen, welche den Namen in Rebus-Schrift voll-ständig enthalten.
Die Anspielung kann liegen
1) in der Figur (Herolds- oder gemeine Figur)
2) in der Farbe.
Ich werde mich mit einer kleinen Auswahl vonWappen dieser Art begnügen.
Siegel der Stadt Kröpelin in Meklenburg an einerUrkunde von 1306. Im unteren Theile des Siegelfeldeskriechf (plattdeutsch k r ü p t) ein Krüppel (plattdeutschKräpel) der noch dazu einen Kropf (plattdeutschK ro pp) hat, jedenfalls ein sehr redendes Bild ! Inte-ressant ist die Vorrichtung, welche der Mann an seineverkrüppelten Beine gebunden hat und in gleicher
Weise in jeder Hand hält, um sich nicht mit Strassen-koth zu beschmutzen. Ueber dem Manne der landes-herrliche Schild mit dem Stierkopf.
Gemeinschaftliches Siegel IV A. 2. von Gerhardund Friedrich Bart an einer Urkunde von 1314 imSpandauer Archiv. Umschrift: „S. Gerardi. et. Frede(ri)ciBart." Der gespaltene Schild enthält vorn eine Greifen-klaue, hinten ein kahles bärtiges Menschenhaupt. Voss-berg hielt diese Bart für Angehörige des Geschlechtesv. Groben.
Nr. 121.
Siegel IV. A. 1. der Stadt Apenburg in der Alt-mark. Umschrift: De. Radt. To. Apenborch. Das Sie-gelfeld enthält vorn einen halben Adler, hinten einenAffenrumpf mit Halsband
Hennekiu Hanenzagel (Meklenburg) führt 1360einen Hahn mit zwei Füssen, ohne Hals; der KnappeWillekin Hanenstert 1324 drei Hähne mit einem Fusseohne Hals im Schild. Gleichzeitig (1324) siegelt desletzteren Bruder, der Knappe Conrad Hanenstert miteinem Hahn ohne Hals; derselbe steht aber nur aufeinem Fusse'j.
Siegel der Stadt Möwe (aus dem 14. Jahrb.) aneiner Urkunde von 1450 im Stadtarchiv zu Thorn. Um-schrift: j S. Bvrgensivm. Mewe. Civitatis. Bild: eineMöwe mit Fisch im Schnabel. (Nr. 123).
Siegel des Johanniter-Ordens-Ritters Busso Gruel-hut an Urkunden von 1315 und 1335 im Stadtarchivezu Stendal und im Geh. Staatsarchive zu Berlin. Um-schrift: „t S. Domini. Bvssouis. De Grveilhvt." (Nr. 124).
Bischof Nicolaus von Lübeck (seit 1377) dann vonMeissen (seit 1379 f 1393) führt in seinem Schild einegeflügelte Schneid erscheere Als sein Namewird, allerdings erst im 16. Jahrhundert, der NameZiegenbock (Caper) angegeben. Es liegt also hier
1) Meklenb. Urkundenbuch X 617, Nr. 258.
2) Nach einer Zeichnung aus dem Nachlasse vonA. Vossberg im Kgl. Geh. Staatsarchiv zu Berlin.
3) desgl.
4) G. C. F. Lisch in den Meklenburg. Jahrbüchern373.