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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 2.

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Der Pleier (um 1360), ein hervorragender Wappen-dichter, beschreibt den Helmschmuck, welchen Meleranzals Frauenritter führt. Sehr instructiv ist die von demDichter eingeflochtene Motivirung:

Sin wäpenroc (und) sin kursit3290 was tiur und rieh an allen strit,von einem pfellel liehtgevar.sin ros wart gezogen dardaz was wol verdecketein phellel drüf gestrecket3295 der glaste als ein glüendiu gluotdaz ros was starc unde guot.sinen heim truoc man im dar:swer des wolde nemen war,dar üf was gebunden3300 an den selben stunden

swer daz wolde schouweneins ritters arm und einer frouwen.Also diu liebe im gebot,ein frowen ermel, der was röt3305 von einem phellel riche,dar in was hübeschlicheder frowen arm geprisetdiu Minne in also wisetdaz er diu kleinäte truoc3310 durch die junefrowen kluocdie er bi der linden sachir ietwederz dem andern jachmit triuwen und mit eiden,ir lieb waer ungescheiden3315 und mit staeten triuwen ganz.

durch daz der junge Meleranzdisiu kleinät het erdähtüf sinen heim und wol volbrahtmit vil grözer richeit3320 die hende in ein andr geleit,als da ein man sin triuwegit äne herzen riuweeiner frowen wol getan,daz er si nimmer welle verlän3325 und si im ouch ir triuwe gitsi well im leben alle ir zitund keinem manne mere.nach slnea herzen lereMeleranz der ritter kluoc3330 die Triuwe üf sinem helme truocUnd ouch in dem herzen sinouch truoc in diu küneginmit triuwen in ir herzen,den minneclichen smerzen3335 muostens beide duldenvon der Minne schuldennach ir triwe zwuo hende schinstuonden üf dem helme sinein arm was röt, der ander blä,3340 die hende wiz, ouch sach man daan ieclichm vingr ein vingerlinvon golt, diu gäben lichten schin.Auf dem Schilde führt er als französischer Königs-sohn die Lilien. Später geht der Helmschmuck alsförmliches Wappen in Meleranzens Schild über.

Ein bevorzugtes Abzeichen der Frauenritter ist derStral, die Waffe des Gottes Amor.

Wir haben bereits an anderer Stelle i) gesehen,dass Gottfried v. Strassburg dem Tristan den Stral alsHelmschmuck beilegt. Hier mögen nun noch ähnlicheBeispiele folgen:

aus dem Jüngeren Titurel (um 1270)3980 Da fürt der wol gemute sabillus sin geselle

1) S. S. 108.

Seit er hiez der minne frfite mit zweier handestral vil scharfe krelle

Da was amor in sinem vanen swebende.

Von golde in hohem mute nnd mit dem blickegroz ungemüte gebende3981 Mit diesen stralen beideu fürt er hie got der

minneAus dem Bein fried v. Braun schweig (um 1300):17062 von Persyä der künic hat

sunder meines strafen

der süezen minne wäfen17065 an sin wäpenkleit genat

von gold ein liehter ciclät

mit edeln steinen schon durbriten

was sin covertiur gesniten

daz man sit richers nie gesach.17070 er hat üf sines schiltes tach

von golde riche kost geleit,

und umb und umb dar in gespreit

von kostlichen rubinen

stralen, die man schinen17075 dar uz sach sam si brunnen

die gen der liehten sunnen

den ougen gäben widergliz,

von oben in des schiltes spiz

was daz golt verdecket17080 und schöne drüf gestrecket

von waeher künste wilde

Venus der minne bilde,

diu minnencliche swebte

da alsam si lebte17085 mit hoher koste riebe

diu süeze minnencliche

truog ein vakel in der hant,

da bi solt si tuon bekant

daz der helt ir diener hiez,17090 und daz si in sin herze stiez

mit lust der strengen minne fiur

alsus der minnenclich gehiur

schön in wibe dienest schein.Auch verschiedene andere Figuren werden von denFrauenrittern theils selbst erwählt, theils aufgetragen.Wolfram v. Eschenbach (Pure. 1212) lässt d c jFeirefiss ein Thier als aufgetragenes Wappen führen741,15 durch der minne coudwier

ecideinön daz reine tier

het im ze wäpen gegebn

in der genade er wolde lehn,

diu küngiu Secundille:20 diz wapen was ir wille.Conrad v. Würzburg (f 1287) giebt dem Jasonfolgenden Helmschmuck:

der ritter wol versunnen

mit siner ellentricher hant

üf den heim daz bilde bant,

des in beriet diu künigin.

daz solte sin cleinoete sin

des mäles an dem strite.Die Angabe bezüglich des Kleinodes hängt miteinem früheren Verse zusammen wo Medea sagt

daz bilde wunneclich gestalt

üf dem ir hant den eit gesworn

daz fuerent, ritter üz erkorn.Es war ein Bild Jupiters, auf welches Jason derMedea Treue geschworen hatte.

Das Wappen Jason's war ein Greif:

ein wäpencleit von siden

der junge helt dar über swanc

daz sebein reht als ein kride blanc

in einer liehten varwe

und was beströuwet garwe

mit grifen swerzer denne ein kol,