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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik II. 2.

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Durch diese Bemerkungen erklärt sich ein bei denGrafen von Veringen lange Zeit beliebt gewesenerSiegeltypus.

Sig. III B. 2 a. Des Grafen Wolfrad d. J. vonVeringen an einer Urkunde des J. 1262').Auf diesemSiegel . . . sehen wir den Grafen zur Rechten desWappenschildes mit gegen den Wappenhelm erhobenenHänden während seine Gemahlin von der anderen Seiteden Helm mit der rechten Hand hält "

Nr. 117.

Ganz ähnliche Siegel führen: Graf Heinrich derAeltere von Veringen, Bruder des obigen Wolfrad(1267-69); Graf Heinrich von Neu-Veringen (1299).

Sig. III B. 2. c. des Grafen Wolfram (Wolflin) v.Veringen vom J. 1324 (ein Enkel Wolfrads d. J.) 2 ).Wir sehen hier den Grafen vor seiner Gemahlin j (einergeb. Gräfin von Hohenberg, Schwester Burkhards) kniend,welche im Begriffe ist, ihm seinen Wappenhelm auf-zusetzen.

Nr. 118.

Um 1200 ist der Frauen-Aermel ein sehr be-liebtes Minnekleinod. Wir finden ihn als solches beiHerbort von Fritzlar (1210).9509 Ir sult mir eine stuchen gebenZu eime kleinoteDes darf ich zu noteDaz man erkenne da biDaz ich ein .frowen ritter siIch meine uch frowe damite niet

1) Fürst Hohenlohe, sphrag. Aphorismen S. 77,Nr. 203. Anzeiger f. K. d. d Von. 1870, 84. _:

2) Fürst Hohenlohe sphrag. Aphor. S. 78, Nr. 20b. Die Cliches verdanke ich Sr. Durchlaucht.

9515 Ich hoffe daz mir doch gut geschiet

Mir ist daz gesaget

Ein man blibe unverzaget

Swenne sin zeichen were

Durch einer frowen ere9520 Die frowe sprach daz sol sin

Sie reiz im einen ciclatyn

Von irre zeswen 3 ) hant

Uf sinen schaft er daz bant.Nach Fromman ist stüche (mittellat. estugium)eine Bedeckung, Verhüllung, besonders

1) Kopfverhüllung, schleier

2) Bedeckung der arme, ärmel. handschuhe [wofürVeldeck das ndrd. möwe (mouwe, unser Muff) ge-braucht].

In den vorliegenden Falle ist unzweifelhaft derAermel gemeint.

Wolfr. v. Fschenb. (1212) erzählt im Parcival, wieGawan von Obilot einen Aermel als Kleinod annahm:370,20 sin bevelhen dirre magde bötewas Gawan in daz herze sin, lohter dem freuweliner wolde durch si wäpen tragenObilot, ein Backfischchen, welches noch mitTocken" 4 )spielte, klagt ihre Noth dem Vater:373,18 ,. hän ich kleinoete

dem fremden ritter geloht",welcher folgende Fürsprache an seine Gattin richtet:374,15frouwe sit irs uns bereitObylöt wil bezzer kleitsi dunket sis mit wirde wert,sit so werden man ir minne gertund er ir biutet dienstes vilund ouch ir kleinoete wil."375,4 Lyppaut hiez balde sniden5 siner tohter kleider:er miste gern ir beiderder boesten unt der besten,ein pfell mit golde vestenden sneit man an das freuwelin.10 ir muose ein arm gebloezet sin:da was ein ermel von genomnder solte Gäwane komndaz was ir prisente,pfell von Neuriente15 verre üz heidenschaft gefuort.der het ir zeswen arm geruortdoch an den roc niht genaetdane wart nie vadem zuo gedraetden brähte Clauditte dar20 Gäwane dem wol gevar,

wart sin lip gar sorgen vrisiner schilde wären driüf einen sluogern al zehant.Nach dem Kampfe erhält das Fräulein den Ermelzurück.

390,20 Gäwän den ermel lösteane zerren vonme schilte(sinen pris er höher zilte)den gap er Clauditten:an dem orte und ouch da mitten25 was er durchstochen und durchslagn -er hiez in Obilöte tragen, wart der magede treude gröz.ir arm was blanc unde blöz :dar über hefte sin sän.Heinrich von dem TürKn (1212) erzählt dieselbeGeschichte, wenn auch zum Theil mit andern Namen:

3) =: rechten.

4) Süddeutsch für Puppe.