Geschichte der Heraldik. II. 2.
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Lepsius hat (1842) *) in den Siegeln der Schmiede-zünfte von Mainz, Augsburg und Halle (das letztere aneiner Urkunde von 1327) eine Anspielung auf Wieland,den Schmied der Heldensage entdeckt. Die Siegel ent-halten einen Schild mit Zange, Hammer und Schlange.Die Aussage der Wilkina-Sage in Bezug auf das WappenWittichs, des Sohnes Wieland, habe ich bereits oben 2)mitgetheilt.
In Albrecht v. Kemenaten's Virginal („DietrichsDrachenkämpfe„) wird dasselbe in folgenden Versenbeschrieben:652,7 Witege vüert ein banier rieh
daz velt dast kolen^) grüene;
dar inne ein zeichen wunneclich:
daz vüert der (legen kuene
ein hamer und zang von golde rot 4 )
ein nater, diu ist von silber wiz
als im sin vater Wielant gebot.Die Bewohner von Velandsherrad in Schonen leitenden Namen ihres Orts von Velands (Wielands) Aufent-halt daselbst ab und führen seines Sohnes WittichWappen, Hammer und Zange im Siegel.
Die v. Ezel führen im Schilde drei „Säulen", diemittlere höher und geklönt. Ich habe diese „Säulen"in meiner Monographie über das Schachspiel in derHeraldik'') als Schachfiguren, und zwar die mittlere alsKönig angesprochen. Dazu macht Pusikan') folgendeBemerkung:
„Seyler sieht im Wappenbild der von Ezel, zwischenzwei Säulen eine höhere gekrönte, Schachfiguren undzwar in letzterer einen König: dann ists wohl der vonHeunenland zwischen seinen Frauen Heike und Chrimhild,sein Benehmen zu Ezelnburg kann schon mit jenemeines Schachkönigs verglichen werden."
Die von Haimenhoven in Schwaben führen nachder Züricher Wappenrolle in Koth ein weisses gesatteltesPferd. Ein ähnliches Wappen führen die v. Heymen-stein. Es ist das Wappenbild Heimes, das wirbereits oben') kennen gelernt haben.
Johannes von Bellin, aus einem meklenburgischenGeschlechte, das 1273 in den Urkunden zuerst vorkommt,siegelt 1337 mit einem schildförmigen Siegel (Nr. 112),welches einen Widderkopf enthält 8 ), eine handgreiflicheAnspielung auf dem Schafbock Bellin der Thiersage.Nr. 112.
Verhaltnissmässig oft kommt einwachsender Kra-nichmensch als Wappen, besonders als Helmzier indeutschen Wappen vor, z. B. bei den Truchsessen
1) Sphrag. Aphorismen abgedr. in s. Kleinen Schrif-ten III. 16.
2) S. 138.
3) Der Vergleich gilt wohl dem Grünkohl.
4) Von golde rot ist stets gelb.
5) Jahrbuch des Wiener Vereins Adler II, 138.
C) Ueber die Bedeutung der Wapqenfiguren S. 7 f.
7) Seite 139.
8) Meklenb. Jahrbücher 38. Jahrg. 1873, S. 215 ff.
vonHenneberg, den Rauchschnabel (NürnbergerGeschlecht) u. A.
Siegel des Bernhard Gnipping von Geispoltzheimvom J. 1441 ") (Bezirksarchiv Strassburg).
Nr. 113.
Besonders deutlich erkennen wir den Kraniehmen-schen in dem nachfolgenden Wappen eines fabelhaften
Nr. 114.
Königreichs in Indien, nach Grünenberg's WappenbuchTaf. XXXIII.
Die Quelle dieses Wappenbildes ist das Lied vonHerzog Ernst, wo es heisst:2848 dö wurdens in allen gäbenvor dem buretor gewareiner seltsamen scharvon mannen und wibendie wären an ir libensie waeren junc oder altschoene nnde wol gestalt2855 an füezen und an hendenund in allen endenschöne Hute und herlichwan hals und houbet was gelichals den kranichen getan.Nr. HB.
9) Nach der mir von Herrn Major Kindler v. Knob-loch gütigst mitgetheilten Zeichnung.