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Geschichte der Heraldik. II. 2.
Hengste zuzureiten und beides zu Turnirhengsten undzu Passgängern abzurichten.
Studas war nun alt, und hatte einen Sohn, derStudas hiess, sowie sein Vater. . . .
Aus folgender Ursache aber ward er Heime genanntund verlor seinen Namen: ein Lindwurm, der dort aufdem Felde lag, hiess Heime und war der stärkste und gif-tigste aller Würmer . . . und desswegen erhielt Studasdessen Namen, weil man ihn mit diesem Wurme ver-glich. ..."
Heinrich von Neustadt erzählt in seinem, bald nach1800 gedichteten Apollonius von Tyrland:3846 ouf dem gezelte stuont ein knoufda was ein albentin ') oufdie fuorte an dem schildeEikas der wilde3850 in sin ein lande wären vilchemel, helphant äne zil.Des hete er vil präbt aldar.deu olbentinne deu was garvon rotem golde geslagen
darouf was gestein getragen.* *
*5971 von golde ein vil richez kleitwart der frouwen angeleit,derselben lei legt ouch an sichApollonius der tugentrich5975 daz kleit was guldin vögele pläwären in geweben hie unde daden vogel fuort der mildekünec Cyprjän an dem schildeder vogel in dem lande was5980 als ich es hie vor las.
Eine Symbolik der Farben ist, wenn sie auch inder Literatur wenig hervortritt, doch nicht so ganzabzuweisen. Namentlich bei einfarbiger Rüstung hatdie Farbe oftmals eine sinnbildliche Bedeutung.Im Erec des Hartmann v. d. Aue heisst es:sin ros was gröz unde hö9015 starc röt zivndervar:
der varwe was sin schilt gar:sin wäpenroc alsain was:er selbe röt, als ich ez las,gewäfent nach sim muote.9020 im waen sin herze bluote
s wenner niht ze vehten vant:so mordic was sin haut.Im Wigalois des Wirnt von Gravenberch heisst es6151 An ein sper man im do bantEinen samet der was rotDas bezeichent, das er in den totDes tages riten sohle.
2. Capitel.H ezlehungen zur Helden- und Thieraage.
Zu den interessantesten Wappen gehören diejenigen,welche zu der alten Helden- oder Thiersage in Be-ziehung stehen, deren in der neueren Zeit eine kleineReihe nachgewiesen ist.
Ritter Johann v. Wasichenstein führt in seinemSiegel vom .1. 1337 2 ) einen Schild mit sechs (3, 2, 1)abgehauenen Händen. Bekanntlich wurde dem Walthervon Wasichenstein in dem Kampfe mit den Helden vonWorms die rechte Hand abgehauen.
In oft höchst merkwürdiger Weise sehen wir die
alte Sage in ihrer Weiterbildung an die Wirklichkeitanknüpfen. Die späteren Lieder 3 ) lassen Volker, denkühnen Spielmann, von der Stadt Alzci abstammen, woin der That eine Art Spielmannsschule bestanden zuhaben scheint. Der oben S. 27 erwähnte. 1393 ernanntepfälzische König der Spielleute Wernher Pfifer stammteaus Alzei. Darauf möchte ich es auch beziehen, dassdie Alzeier in der Umgegend spot.twcise die Fiedelergenannt werden.
Eine der altestesten Handschriften des Rosengar-tens (die Frankfurter, aus der zweiten Hälfte des 13.Jahrhunderts) legt bereits dem Spielmanne Volker einWappen bei:1464 den schilt begund erfazzen, do wolt er in die notdar ane stuont ein fidele, diu was von golde röt1495 er truog an sime schilde eine gige vil gemeit.Jedenfalls ihrem verherrlichten Landsmanne Volkerzu Ehren haben die Bmgmannen der Burg Alzei, eineGeige als Gemeinschaftswappen angenommen. Zahl-reiche rittermässige Geschlechter: die v. Alzey, dieTruehsessen von Alzey, die Winter 4 ), Bindrieme, Munx-horn, Rost, Salzkern, Willich, Schluh v. Alzey u. A.führen die Geige in verschiedenen Farben, entwederallein oder mit einem Beizeichen (Lilien, Schindeln).
Die Dynasten von Hardenberg (an der Ruhr), beidenen der Name Nivelung sehr beliebt war, führten(nach v. Ledebur 5 ) im Wappen einen Drachen deran Siegfrieds Drachenkampf erinnert.
Das Nibelungenlied giebt bekanntlich dem Siegfriedeine Krone als Wappen, desgleichen der Biterolf infolgenden Versen :9826 dö sach der helt vil maereder tugentriche Dietricheinen vanen herlich:ein kröne gesniten was dar in.9830 alz ez meisterlicher sinvil wol geprüevcn kündeder helt sprach sa zestnndc:„Dort halt daz Sigelinde killt.In Fugger-Hirken's Ehrenspiegel wird dem König-reich Austrasien die Krone als Wappen zugetheilt.
Ein anderes hierher gehöriges Wappen hat Pusikannachgewiesen:
„Schwaningen (Siebm III 17) führen in Blau fünf3 1, 1, weissgesteinte goldene Fingerringe, den unter-sten weissgeflügelt, diesen als Helmkleinod wiederholt,deutlich die Ringe der Schwanen Jungfrauen."
1) Vergl. die Notizen über das Kameel weiter unten.
2) Im Karlsruher Archiv. Siehe Jlone im Anzeigerf. K. d. d. Vorz. V (1830) S. 310.
3) Das deutsche Heldenbuch. Nach dem muthmass-lich ältesten Drucke (Ende des 15. Jahrh.) neu heraus-gegeben von A. v. Keller Biblioth. des litt. Ver. inStuttgart 87. Band (Stuttg. 1867).
In der Einleitung des Heldenbuchs heisst es :
„F eis eher von Alczen genant ndeler, wan er
fürt ein fidelen in seinen schilt."
In Dietrichs Flucht wird er „von Alzan her Volker
genannt.
4) Das Wappen der Winter v. Alzei (später vonBolanden) vergl. Taf. 12 nach dem herrlichen CodexScheibler.
5) In Dr. W. Daroitfs Museum für Geschichte,Sprache, Kunst und Geographie S. 58 f. In der An-merkung fügt Frhr v. Ledebur hinzu: v. Steinen(Westfäl. Gesch. III 1355) giebt zwar diesem Geschlechtevon Hardenberg zum Wappen 2 über einander stehendeSparren im Schilde; allein Mechtilde von Hardeubergh,Stiftsdame zu Essen, führte an einer Urkunde d. J. 1297diesen aufgerichteten Drachen oder Lindwurm, ohneFüsse, mit 3- Stacheln auf dem Rücken. Nyvelungh vondem Hardenberg siegelt dagegen 1385 wieder mit denzwei über einander stehenden Spitzbalken."