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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 2.

1(50 Swaz im aller beste zam:

Wan dise gesellen, von Aram

des herzogen gesinde :(Es folgen 25 Namen)176 Diese vuorten alle die vlüge:

Od ich dar an iht lüge.

Waz gienge mir der müewe uOt?

Swaz mir ie diu i'ahel bot.180 Dar umhe würde ich nimmer röt.Bei Beschreibung des Turneis setzt der Dichter sehrhäufig das Wappen an die Stelle der Namen:1S361 kerte ze vride wider der sivan

Wau ime wolt der lebart

versatzt hau die widervart.373 Als sie im ersähen ir arbeit

Ze helfe üf die ponder reit

Der einhorn mit zürn.

(fein den hat uberkorn

Tier anker ein tjostiure415 Fiers von Arramis sprach

Kin rede ist mir ungemach

Ich sihe dort den a d e 1 a r

Sweiinen mit gewalte gar

Und den anker da bi:420 Ich waene, in des ze muote si

Daz sie nach tjoste wellen varn

Und möhte ich dem arn

Beschroteu sine wite vlüge;

Ob ich in gahes hezüge,425 Daz gezaeme mir von herzen wol,

Daz ich ouch versuochen sol,

Mac ich ez so beruochen ;

Duell sol der anker suochen

Den vuort uf dem sande;430 Diu poie mit dem olifande

Diu sense und der lebart

Die werden niht nu" gespart.Die Will ina Sage, welche um 1300 aus mündlichenErzählungen deutscher Männerwelche in Bremen undMünster geboren", sowie aus alten Liedern in deutscherZunge zusammengesetzt ist, unterlägst es selten, dieWappen ihrer Helden zu motiviren. Da heisst es z. B.:Darauf setzte Witig sich einen Helm auf dasHaupt, der war geschmiedet aus einem härtesten Stahle,mit grossen Nägeln beschlagen, dick und stark. Aufdemselben war ein Lindwurm gebildet, derSchlange"genannt wird: dieser Wurm war goldglänzend, dasbedeutete AVitigs Ritterschaft; dabei war er giftsprühendund das bedeutete Witigs Grimmigkeit. Sodann nahmer seinen Schild und henkte ihn sich um den Hals;dieser Schild war dick und schwer, so dass ein Menschnicht mehr mit einer Hand heben konnte. Der Schildwar weiss und mit, rother Farbe Hammer und Zangedarauf gemalt, deshalb weil sein Vater einSchmied war. Ueber diesem Bilde oberwärts standendrei Karfunkel st eine; dass das bedeutete, dass er vonMutter Seite aus königlichem Geschlechte war."

Später wird das Wappen nochmals beschrieben unddazu bemerkt;

Auf seinem Helme war von rothein (iolde einWurm gebildet.Schlange" genannt, und giftsprühend:und desshalb trug er dieses Zeichen auf seinem Haupte,dass-keineiu. der ihn sah, verborgen bleiben sollte, wiefurchtbar seine Kraft wäre und sein Grimm, jedem derihm vorkam und ihm Widerstand thun wollte. Aufseinem Sattel und auf seinem Wappenrock stand der-selbe Lindwurm und in seinem Banner eben dieses Zei-chen: und von seinem Schilde glänzte sein Wappen,sodass er auch auf den fernsten Wegen daran mochteerkannt werden, wohin er nur ritt.''

König Dietrichs Schild war in dieser Art: er warmit rother Farbe bestrichen und darin ein goldener

Löwe gemalt, dessen Haupt empor ragte in dein Schilde,und die Füsse den Rand berührten. Seitdem aberDietrich König von Bern ward, vermehrte er diessWappen dadurch, dass er auf da-, Haupt des Löweneine goldene Krone setzte. Dasselbe Wappen führteer in seinem Banner, auf seinem Sattel und VVaffenrock:und daran mochte man ihn erkennen, wohin er auchritt, l'nd wer sein Ebenbild entwerfen wollte, der thates also. Dieses Wappen führte er aber deshalb, weil,wie der Löwe das edelste aller Thiere ist an Wtlrdeund an Muth, und alle anderen Thiere in der Welt sichvor ihm füichten: so war auch König Dietrich uner-schrocken und der gewaltigste aller Männer, und allefürchteten sich vor ihm und vor seinen Waffen. Auchdurfte nach alte Sitte niemand in seinem Schilde einenLöwen führen, der jemals Hieben wollte."

Hildebrand der alte hatte einen Schild von der-selben Farbe wie König Dietrich und darauf eineweisse Burg gemalt mit verguldeten Thünnen ; und dieBurg war nach der von Bern gebildet. Dieses aber,und dass Hildebrand solches Zeichen an allen seinenWaffen führte und er Banner und Wappenrock ganzvon derselben Farbe hatte, wie König Dietrich, deutetedarauf, dass er es nimmer verbergen wollte, wohin erauch kam, das s er König Dietrichs Mann wäre;und keinerlei Noth und Fährlichkeit wollte er sich da-durch entziehen, dass er seine Freundschaft verläugnete "

Jarl Hornboge hatte Schild und alle seine Rüstungvon brauner Farbe; und als Wappen führte er einenHabicht von Golde, vor welchem zwei Vögel flogen,dasselbe Wappen führte auch sein Sohn Amelung. DieseFarbe und dieses Bild bedeutete seine Ritt erschaft :und wie oft zwei Vögel vor einem Habichte fliegen, soritt oft Jarl Hornboge seinen Feinden nach, mit sojähem Muthe und so schneller Fallit auf seinem gutenHengste, dass es mit einem Habichte mochte verglichenwerden. Die braune Farbe seiner Waffen aber bezeichneteseine Würde und Adel."

Sintrams Wappen war solchergestalt: sein Schildund seine ganze Rüstung war grün wie Uras und daraufein Drache gemalt, braun oberhalb und roth unterhalb.Dieses. Bild bezeichnete, wie er einst durch einenDrachen in Nöthen gekommen war nnd wie grosse Ehreer König Dietrichen zu beweisen habe, dieweil er lebe,der ihn aus dem Maule des Drachen erlöste. Die grüneFarbe seiner Waffen deutete darauf, dass das besteSchwert, so er hatte, einen grünen Glanz hatte, wieGras."

Fasold der stolze hatte Schild und alle Rüstungwie von Gold und darauf einen Löwen von rother Farbe,wie König Dietrich, ausser dass dieser Löwe sich querdurch den Schild streckte und nicht gekrönt war.Dasselbe Wappen hatte Ecke, sein Bruder. Dass dieBrüder aber einen Löwen in ihren Wappen halten, be-deutete, wie schon zuvor gesagt ist, dass sie lieber denTod erleiden, als in irgend einer Noth fliehen wollten;und die rothe Farbe ihres Wappens bezeichnete Kampf-lust und Unfrieden.

Dietleib (Biterolfs Sohn) der Däne, hatte seineWaffen von dunkelblauer Farbe, und auf denselben wardas 'fliier abgebildet und mit Gold belegt, welchesdeutsche Männer E lf en-Th ier') nennen, die Wäringeraber Fil ; und deshalb hatte er damit seine Waffen be-zeichnet, weil der alte Siegfried der Grieche auf einemFil ritt: und gegen sie beide hatte Dietleib der Däne

1) Anm. v. d. Ilayetis: Kap. 96, wo der hier be-rührte Kampf erzählt wird, liiess es Alpan-Thier, unddiess bezeichnet im Altdeutschen mehr ein Kameel alseinen Elefanten. Fil dagegen ist auch das SemitischeWort für Elefant. Nordisch noch Filsbeen, Elfenbein.