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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 1.

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6) Gauwer v. Waldeck v Wappen wie Nr. 1).

7) Au dem Burgetor, von Waldeck zu Lorch(Wappen wie Nr. 1, Farben jedoch unbekannt).

8) Waltbot v. Waldeck:' ein Flug.

9) Korb v. Waldeck.

10) Slagwi v. Waldeck.

11) Wale v. Waldeck i).

Im Trier'schen haben wir die Burg-Hammerstein'-sche Wappengruppe, über welche v. Ledebur'*) schreibt:

Wenn wir nun ausser deii Burggrafen von Hammer-stein in der Nachbarschaft der Burg noch eine ansehn-liche Zahl von Geschlechtern, theils mit dem Namen v.Hammerstein, theils mit anderen Namen, auch wohl ganzvereinzelte Personen erblicken, die sich sämmtlich ent-weder dreier Hämmer, auch wohl Eines Hammers inihrem Wappen bedienen, ohne dass auch nur eine Spurverwandtschaftlicher Beziehungen zu den Burggrafenvon Hammerstein zu entdecken wäre, so bleibt kaumetwas anderes zur Erklärung dieser Erscheinung anzu-nehmen übrig, als ein Erbburgmanns-Verhältniss unddie gemeinsame Verpflichtung zur Verteidigung derlteichsveste Hammerstein."

Caspar Lerch v. Vürmstein schreibt (1628) in seinemUnterricht von II lt. lt. Adels Herkommen:

Es haben auch die alte Teutsche vom Adel ihrengemeinen Burgk oder Gau Erben Häusern, ein ge-meinen Schild t, Helm oder Wapffen angenommen,und dessen ein jedes Mitglied sich in Ernst und .Schimpft',auch in eignen Wapffen gebraucht, wie alle Dttrm-steiner Gau Erben, Thüru, und andere, als die zuCronberg Burckmaun, von unterschiedlichen daselbstLinien gewesen, dergleichen geführt haben, in Sigilliszu befinden, und allhie zu beschreiben zu weitläufig ist."

Caspar Lerch will das fragliche Gemeinschafts-wappen von Dürinstein als Thürme redend machen; eshandelt sich jedoch um eiu Pelzmuster.

Unter den Vasallen des Hochstifts Merseburg kommensehr viele Geschlechter vor, die Schlüssel als Wap-penbild führen. Herr v. Mälverstedt 3 ; zählt 11 Ge-schlechter auf, die zu diesem Wappen Genossen sind.In wie weit sich diese auffallende Erscheinung durchStammverwaudschaft erklären lässt, ist noch eine offeneFrage. Der Schlüssel kommt häufig als Wappen vongeistlichen Staaten und Corporationeu vor, doch nur,wenn St. Peter zu denselben in einer Beziehung alsPatron steht, was gerade bei Merseburg nicht zutrifft.

1) Nach liodmann, llheingauische Alterthümer.

2) In s. Archiv für Addsgeschichte I. Tbl. (1863)S. 200- ff.

3) Etwas über die Herren y. Scheplilz und v. L'ech-tritz (Sep.-Abdr. aus den Neuen Mittheilungen desThuringisch-Sächs. Vereins Bd. XIII. j S. 109.

II. Abschnitt.Wappen-Symbolik.

fern es von mir, mic biefer Bau eutjtanbctt :

(Es famcii einft rou uugefebr

Diel Stciudjcu einer ZJrt rncf|cr

Hub fingen an, jufammen fidj 311 fdjirfcit

'.Daraus entftaitb ber grofjc bofylc Stein.

Gellerts Fabeln

1. Oapitel.Allgemeine Raehnelse.

Eine dem Wappenwesen ausschliesslich eigeneSymbolik hat es wohl niemals gegeben, was manWappen-Symbolik nennt, bildet theilweise die Natur-lehre des Mittelalters. Die Eigenschaften des Löwen,Adlers, Einhorns, Pantiers, des Straussen u. s w. sindkeine solchen, die nur das Wappenwesen kennt, nichtdie Herolde, sondern die Naturforscher belehren uns überdieselben. Anderseits haben gewisse künstliche Figuren,icli nenne den Anker, das Kad, eine allgemeine nichtbloss dem Wappenwesen eigentümliche symbolische Be-deutung.

Nur eine gewisse Bilderschrift, durch welche mandie allgemeine Vorstellung zum Ausdruck brachte, kannman Eigenthum des Wappenwesens nennen. Denn hierwaren unüberschreitbare Grenzen durch Zweck, Kaumund Form der Unterlage (Schild) vorgezeichnet

Ich musste diese Bemerkung vorausschicken um zu

erläutern, in welchem Sinne ich von Wappensymbolikspreche.

Dass die Wappen in den einzelnen Fällen so ent-standen sind, wie die klnge Fliege in Gellerts Fabelsich die Entstehung des Tempels denkt, wird wohl keinVerständiger glauben. Die Löwen, Bären, Kosen u s. w.sind nicht durch Zufall in die Wappenschilde gerathen,sondern es muss unbedingt angenommen werden, dassder Urheber seine Wahl mit Ueberlcgung traf und einenbestimmten, allgemein verständlichen Sinn mit dem ge-wählten Bilde verband.

Mit Kecht schreibt Junyendrcs (\129> S 30.

...... und wäre derjenige wol auslachenswürdig,

welcher sich etwas zu seinem Wapen erwehlet hätteund wüste doch keine Ursach davon zu sagen. . . . Die

Figuren aber in einem Wappen nach allen ihren Be-deutungen errathen wollen, ohne von deren Urheberoder aus dem Wapenbrief, oder aus andern guten Ur-kunden davon unterrichtet zu sein, ist billig eine Einfaltoder Verwegenheit zu nennen."

Aber nicht bloss der gesunde Menschenverstand,