Geschichte der Heraldik. II. 1.
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die üf dem schilte warn geslagen.
man sach in üf dem helme tragen
ein pantel in der gebaere
alsam ez lebendec waere.Bei mehrtägigen Kampfspielen kam es wohl vor,dass die Ritter an jedem Tage in anderen Farben er-schienen. Namentlich war diess dann der Fall, wenn uerRitter einfarbig gerüstet war. Im Lanzelet (um ltw)heisst es:3080 Diepalt, morgen als ez tage
so brinc mir einen schilt wiz
dar zuo brüeve in allen vliz
ein banier wiz von siden
du ensolt daz niht vermiden
min wäpenroc si alsam
ferner :3267 des schilt gester wiz was
und da vor griiene als ein gras
der fuorte hiut als er gebot
ein banier und einen schilt rot
und ist ander sin gezoc
kovertiur und wäfenroc
DeSÄn VtcZaft Wünourg Partonopier13080 ff.
fuorte ein ros und einen schilt,
an dem was weder zamnoch will,
er was geverwet sam diu sper
zi nobelrot; des bin ich wer,
daz alliu siniu wapenkleit
diu selbe varwe niht.vermeit,Derselbe Ritter erscheint am zweiten Tage desTurniers in schwarzer Rüstung:H196 mit röten wäpenkleiden 6
Gaudin was komen in daz her:
nu kam er als ein brämber
gebriunet üf daz griiene gras.Es kommt jedoch auch mehrfach und zwar bei ver-schiedenen Dichtern vor, dass förmliche Wappen an ver-schiedenen Tagen in verschiedener Färbung nur unterFesthaltung des Bildes gegeben werden. So heisst esim Erec Hartmanns2284 Nu pruofte der junge man,
drie schilte gelich
und driu gereite alsamehch
mit einem wafen garwe
habe, so sei hier nur angeführt, dass das WappenbiW„ein mowe" war, einmal golden in „.piegeglas mzweiten Schild weiss in Roth, im dritten schwarz in
U ° ld De,n Meleranz-Liede des Pleier (nach 1216) ist fol-gendes entnommen:9058 dar nach hiez im der werde man
bereiten kostliche
tiwer und riche,9055 schilt satel unde wapenkleit
daz wart im allez bereit
Der eine schilt was goltvar:
dar vife zwene arme klar
die waren rot, die hende wiz.9000 dar an lac costlicher vliz
der ander in r Ö t e r varwe, sehe in
den schilt ziert manic edel stein,
dar üf zwen arme guMiu
dar an zwei wize hendeliu.9065 der dritte schilt waz snewiz,
dar ane lac vil grozer vliz
1) sahen, feine Leinwand.
dar an zwen arm, ist mir geseit,
die erzeigten gröze richeit:
die waren swarz alsam ein kol,9070 mit g o 1 d e gezieret wol
dar an zwuo kläre hende
gebrüeft an missewende,
der vierde schilt war zobelin
dar uf zwen arme härm in9075 die hende wären lobelich
ouch was dem degen ellens rieh
ze ieclichem schilt bereit
von richer koste wapenkleit
gelich dem schilde gevar.Später wird wieder ein anderer Schild Meleranzens be-schrieben :9992 sin schilt der was goltvar
der üf was entworfen da
ein arm rot, der ander blä
dar an zwuo wize hende
an alle missewende
(ihn begleitet der Truchsess Cursun)9165 im wart schiere bereit
schilt satel unde wapenkleit
ein schilt b 1 ä, der ander r 01
also der werde helt g.bitt,
dar an lac kostlicher vliz,9170 uf ieclichem schilt ein wint wiz
was geslagen härmin
üf den andern wapenkleidern sin
man daz selbe wäfen sach9786 Cursun der degen kluoc
Het verholn bräht dar
daz sin herre niht wart gewar,
zweier hande wapenkleit9790 diu erzeigten gröze richeit
daz ein was grüen alsam ein gras,
daz andr ein gelwer samit was
härmin wind dar üf geströut.
Meleranz sich des fröut.9795 do er diu wapenkleit ersach,
zu Cursun er do sprach
„Cursun, vil lieber werder man,
minen willen hastu wol getan
daz du disiu wapenkleit9800 hast mit dir bräht. mir was leit
daz ich niht gedaht dar an.
da hän ich vorht, vil werder man
daz du ze diesen ziten
also müezest striten9905 under dem verhouwen schilt din:
daz was al diu sorge min
daz ich dich verlür, vil werder man.Bemerkenswerth ist, mit welcher Consequenz inallen diesen Fällen das Gesetz der Farbenpaarung be-obachtet wird.
Die Bewehrung.
Die letzte Regel des heraldischen Farbengesetzesfordert für gewisse Nebentheile der Wappenthiere undanderer gemeiner Figuren eine andere Farbe, als dieder Figur selbst.
Es müssen demnach die Augen, Zungen, sodann diesogenannte Bewehrung der Thiere: Klauen, Hörner,Schnäbel, Hauer, Zähne, — von Vögeln die nicht ge-fiederten Theile der Füsse, der Kamm und Bart desHahnes, das Ohr des Bracken, bei gekrönten Gegen-ständen die Krone, von Bäumen die Früchte, hei Fässerndie Reifen u. s. w. eine von der Hauptfigur abweichendeFarbe erhalten.
Dass diese Nebentheile dem Grundsatze der Farben-