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Geschichte der Heraldik. II. 1.
in dem grüen ein löwe rot gar.10065 daz selbe wapen daz was sin
ab sinem heim gap liehten scbineines löwen houbet,der muotes unberoubetder was gezieret schöne10070 mit einer tiuren kröne.
Die einzige von der Wappenwissenschaft anerkannteAusnahme von dem Gesetze der Farbenpaarung ist dasWappen von Jerusalem, welches die beiden Metalleenthält. Die Missfarbigkeit dieses Wappens scheintdenn auch wirklich der ältesten Zeit anzugehören.
In einer Miniature eines bayerischen Geistlichenvom J. 1188 ist Kaiser Friedrich der Rothbart alsKreuzfahrer dargestellt. Der über dem Rücken hängendenormannische Schild zeigt in Silber ein goldenes Kreuz').Wilhelm von Wenden (von Ulrich v. Eschenbachum 1300 gedichtet) hat in Jerusalem die Taufe em-pfangen, d. h. sich zum Christenglauben bekehrt:3565 er gedäht an wäpen vremde.sin snevar westerhemdewolt er ze wapenrocke hän.vorne unde binden daran3570 zwei guldin kriuze man nät.
der kamerer ouch des selben bat.der dritte het westerkleider nieht:ein samit wizer varwe liehtwas des riters wäpenkleit3575 ouch mit den kriuzen wol bereitietweder sit zwei venellnmit den zeichen guldinwiz man üf er helme bant.derselbe varwe ir schilt erkant,3580 der rosse kovertiur alsam.schehter wiz buckeramden zwelef knehten wart gesniten.rötiu zeichen nach des kriuzes siteuüf dem wizen mau da sach3585 daz kriuze was in not ir dach
Später wird auch sein Schild beschrieben:4573 Sie sprach „eia, herre, saget an,iu welchen jären ist er ein man,und waz sint diu wäpen sin?er sprach „ein kriuze guldinfuort er in einem schilde wizdas selbe het er mit kostlichem flizin sinen wäpenroc gesniten4580 den heim nach denselben sitenund rilich gezimieret
4595 ja frouwe, ich hört vür warer waere ein heiden, dö er darze Jerusalem selbander kamund den touf an sich uam.Auffallend ist es, wie wenig stabil die Wappen-farben bei einzelnen Dichtern des 13. Jahrhunderts nochsind. Doch sind in vielen Fällen nur scheinbare Wider-sprüche vorhanden. Ich will beispielsweise die ver-schiedenen Angaben Wolframs von Eschenbach (1212)über das Wappen Gahmurets zusammenstellen.1415 der herre pflac mit geraden sitenüff sine kovertiure gesnitenanker lieht herminda nach muos ouch daz ander sinüfme schilt und an der wät* * *
59.3 dö hiez ouch er bereiten sich(sus wert diu äventiure mich)mit speren wol genialen
1) Stacke's deutsche Geschichte Bd. I, Abbildung inFarbendruck vor S. 465.
mit grüenen zindalen:ieslichez hete ein banier,dri härmin anker dran so fierdaz man ir jach für richeit10 sie wären lang unde breit,
und reichten vaste unz üf die hant,so manz zem spers iser bant
da niderhalp ein spanne.
* * *
noch grüener denne ein smärät
was geprüevet sin gereite gar,
und nach dem achmardi var.
daz ist ein sidin lachen:
dar üz hiez er im machen
wäpenroc und kursit:
ez ist bezzer denne der samit.
hermin anker drüf genaet
guldiuiu seil dran gedraetHier ist also das Gewand des Ritters aus g r ü n e mSeidenstoffe mit bermelinen (= weissen) Ankern benäht.18 5 dö truoc der helt milte
üf einem hermin schilte
ine weiz wie manegen zobelbalc.Auf dem weissen Schilde war demnach die FigurauB (schwarzem) Zobelbalg hergestellt.22.30 balde wart dö Gahmurete
richiu kleider dar getragen
diu leiter an. sus hört ich sagen,
daz diu tiwer waeren
anker die swaeren
von arabischem golde
warn drüfe aiser wolde.In diesem Falle ist das Wappenbild aus Gold her-gestellt.
Man darf wohl annehmen, dass nach derFiction des Dichters der Schild als Träger des Wappensanzusehen ist. Da für das Gereite ein grüner Stoif ge-wählt ist, so muss sich die Farbe des Wappenbildesnach dem Gesetze der Farbenpaarung accomodiren Beiden goldenen Ankern, die Gahmuret auf den Kleidernträgt, ist das Gold nicht Farbe, sondern Stoff. In sol-cher Weise lösen sich die Widersprüche, in welcher derDichter verwickelt schien.
Aehnliches kommt in Pleier's Garel vor. DieserGarel, „von dem blüenden Tal" genannt, ist aus demFürstenhause von Steier entsprossen und führt dasWappenbild desselben, ein Pantel:2181 sins Schildes dach was hermin:
diu buckel diu gap liehten schin
von tiuren edelen steinen
grözen unde kleinen.85 ouch fuort der degen milte
üf dem hermiu schilte
von swarzem zobel ein pantel.Später wird ein neues Wappenkleid Garel's in fol-gender Weise beschrieben:
Garel der truoc ouch richiu kleit;
ein phell, der erzeiget richeit,3095 der was in Arabe geworht
des fuort der degen äne vorht
wäpenroc und kursit
und ein decke lanc und wit,
daz was noch röter dan ein bluot.
von arabischen) golde guot
lägen drüfe pantel.
Gärel der degen snel
sins schiltes dach was hermin;
diu buckel diu gab liehten schin3105 von arabischem golde
als er selbe wolde.
dar unter ein pantel zobelin,
die spangen wären guldin