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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik.

II. 1.

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Drier Sprunge gehe und ist daz im daran niht* 6 mac gelingen

Purhaz kumt er einen fuz niht mereAgors den lebart fürte gein stetikeit soJet6 er im kern lere

5604 Swer in zu Wappen halden wolt zu

gantzen priseDer solt sin also walden in einer varwe

gar nach steter wiseUnd si ouch gein Sprüngen niht gestelletSwer in die suchte füret der hat sich wol gein

wirdekeit gesellet5604 Agors in so fürte er wielt niht ganzer stete

Unstetigkeit in rurte da im sin hertze gap solche

5606 Darunstete erwirbet daz belibet ouch selten stete

SweTder vechgemute ie begert an strit ich

wen daz vana erIn der ältesten deutschen Wappenlehre, dem Kitter-spiegel des Johannes Rothe, heisst es

605 Welchir aber hat der varwe driAdir ein ding genant unedehchDes woppin muzin swechir si,Sin adel gewest ist schedelich.J mer ein schilt der varwe hadJ minner der woppin werdit geachtDie zweite auf die Farbenpaarung bezugliche Kegel

^Alle Wappen müssen Gold oder Silber

h "' h mtori«si) kennt diese Regel (aUe «waffen«) mJjSprichwort, - leider ist über das Alter desselben(als Snr ich wort) gar nichts zu ermitteln. Uanzdasselbe sagt um 1380 Johannes Bothe in seinemMitterspiegel; . ..

Daz silbir adir golt die muzin lin

TJf allin gewoppintin Schilden595 Wiz und gel do vor ouch sin

An feldin adir an bildm

Werne desir varwe gebricht

Adir eme daz feit ist grüne _

Dem ist ez danne kein woppin nicht.Es ist diess die älteste schriftliche Fassung derRegel, - in der Praxis gehandhabt - und zwarjmtgrosser Strenge - finden wir sie seit dem Anbeginnd6S SsTE^t kein willkürliches sondern m derOptik fest begründet. Ein Wappen, welches ohne J*achtung dieses Gesetzes aufgestellt ^t, kann den Zweckeines Wappens nicht erfüllen, weil u « r ^ ht J llt f a e C renFarben in der Entfernung »ich gegenseitig neutralisiren

in einander verschwimmen, während ***%£&££Farben sich gegenseitig ein Relief geben. Diese näherauszuführen ist überflüssig, weil die Probe hieran! leicnt

zu machen ist. . . j pm c P iben

Es ist auffallend, dass unsere Zeit n»enueibenMasse als sie den Blick für Farbentone ausbilde^denSinn für Farbenharmonie abstumpft Noch am^ndd17. Jahrhundert sagte Budolphi in seinercuriosa') über die Nebeneinanderlegung nicht zusammen

passender Farben: .+v,ot. «solches

Wie wohl die Wahrheit zu gestehe",<"*£dem'Auge, der Ungewohnheit wegen, ewf r e m b d s c h e i n e t; welches sonder Zweiftel^ngeFamilien in ihren Wappen, zu 7 e M *?Äl einenannehmlichkeit, veranlasset, zwischen zwei Metau ein

"" I.Georg Tob. Pistorius, thesaurus paroemiarumGermanico-jurid. Lips. 1716. 8. S. 1<!8 t-2) S. 101.

kleinen Unterschied mit der Farbe, oder zwischen dieFarben mit Metall zu machen, welches absonderlichöffters geschieht, wann in zweyen Sc hil des-Th ei-len einerley Färb oder Metall sich stossen

sollte."

Ich will hiefür ein ausgezeichnetes Beispiel ausdem 13. Jahrhundert beibringen.

Konrad v. Würzburg, der grosse Meister der Wap-penkunst, legt dem Peleus {Troj. Krieg) folgendesWappen bei:8812 waz wapencleit er fuorte,daz enmac ich niht verhelnvon zobele wärens' und üz keingesniten weggeht nnder ein,so daz da swarz bi rotem scheinan dem rilichen cleidedoch was ein underscheidezwischen den weggen und der n ätüz golde ein bendel wol gedrätwas der junetüre decke,der underschiet die weckemit sinem glänzen schine.smaragden und rubinegleiz dar üz ein wunder,ein adelar besunderin iegelichem wegge was,der lühte sam ein Spiegelglasund was von Silber drin geslagen.die wät mit hohen eren tragenMohte an im der künic rieh,dem wäpencleide was gelichder schilt, den er des males truoc.Der Herold Francolin meldet ca. 1564, dass Wappenmit unrichtig gepaarten Farben von den Wappenkönigenund Herolden für falsch erkannt und bei keinem Turnierzugelassen wurden. Ganz dasselbe ist es. wenn schon1212 im Wigalois des Wirnt von Gravenherch Inhabermissfarbiger Wappen nicht fürrechte Leute"gehalten werden:4555 Her Wigalois bedaht sich saEzn waeren rehte liute nihtIr ritterschaft duhte in enwiht,Und nam ir aller wafen war;Diu waren in einer varwe gar,Rechte swarz alsam ein kol.Mit zinober waren wol,Rotiu viur gemalet dar in.Roth und schwarz ist eine unmögliche Farbenpaarung!In demselben Sinne deute ich V. 5440 ff. im Lanzeletdes Ulrich v. Zatzikhofen (um 1200):

mit hundert schilten, niht mer

die hingen nach ein ander gar,

mit fremden wafen, missevar

si lühten an daz grüene gras.Ausnahmsweise kommt im Meleranz des Fleier einWappen vor, welches dem Gesetze der Farbenpaarungin beiden Richtungen nicht entspricht. Libers künicvon Lorgän erscheint nämlich in folgendem Aufzug:10051 Libers der künic riebe

was gewäpent ritterliche:

sin wapenroc sin cursit

was von richem phellel wit10055 der von vier varwen was

rot und grüen alsam ein gras,

wiz und blä die vierde

al sin zimierde

was tiwer unde liehtgevar.10060 in dem bläwen fluc ein härmin ar

in dem wizen fluc ein zobelin lewe,

der ginte wit mit siner kewe.

in dem röten fluc ein b 1 ä w e r ar