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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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125
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Geschichte der Heraldik. IL 1.

125

No. 107.

No. 108.

Siegel IV. G. des Edelknechts Bernhard von Matzen-heim, Bürgers und Schöffen in Strassburg v. HUI. )

109.

Secretsiegel IV. C. des Herzogs Albrecht v. Mek-lenburg an einer Urkunde von 1350. Der Stierkopt

No. 110.

dürfte ähnlich so, wie der Cleve'sche Helmschmuck,larvenartig getragen worden sein 2 ).

13 Capitel.

Die Farbeiigesetze den WapiienweHenH.

Das älteste Wappenweseu kennt nur 6 Farben:Gelb, Weiss, Braun (=: Schwarz) Roth, Grün undBlau. So heisstes im Tristan des Gottfried von Strass-burg (1215)

661 man sach da zuo dem male

von pfelle und von zendäle

manec ors bedact ze filze

manege decke snewize,665 gel, brüu, rot, grüen, unde blä

so sach man ander anderswä

von edelen siden wol gebriten

jene ander manegen wis gesniten

gevehet und geparrieret

sus und so gefeitieret 3 )Eine besondere Vorliebe für die Zusammenstellungder Farben zeigt Meister Conrad von Würzburg; indessen Partonopier z. B. kommen folgende Verse vor:14348 mit schilten röt, grüen unde bla

wiz, gel und gebriunet15506 diu wäpenkleit röt und blä

gruene, gel, brün unde wiz21342 diu banier gel und grüene

wiz, röt, brün unde blä gevar21700 diu wäpenkleit gel unde röt

grüene, brün, wiz und bläIn einem Liede Conrads v. Würzburg heisst es

man siht durh grüne z gras üf gäu

g e 1 w e zitelösen;

bi den röten rösen

glenzent viol bla;

durh die sWarzen dorne lachet

wiziu bluot vil manicvalt:

die sehs varwe treit der waltDie Sechszahl der Heroldsfarbeu betont auchPeter Suchenwirt

der schilt der was quartieret rein

mit den pesten varben tzweyn

dy von den sechsen chomen sein.Ein in dem Liederbuch der Clara Hätzlerin (Augs-burg 1470) erhaltenes Lied, worin das Aeussere einerDame ganz in der Mache der Herolde blasonirt wird,sagt:

10 Vnd auch on wandeis narb

beleuchten dich die sechs varb

die will ich hie visiernConrad von Würzburg kennt Purpur nicht alsFarbe, sondern nur als Stoff; so Partonopier Vers21390

holz, isen, purper unde leder

künde er wol verschrodenDie Elwanger Glosse des 11. Jahrb. übersetzt pur-pura mit pfellola. Pfellel ist ein in den Liedernungemein häufig vorkommender Kleiderstoff.

von golde röt" eine unendlich oft gebrauchteBezeichnung, ist stets gold oder gelb, nicht roth.Auch das Gold 4 ) ist streng genommen nur St off undsteht der Farbe Gelb in ähnlicher Weise gegenüber wieZinnober oder Drachenblut der Farbe Both. Ich be-

1) Vergl. No. 4 S. 124.

2) Mehlenb. Urkundenb. Bd. X. S. 638. No. 214.

3) faiture, feitieren = machen.

4) In einem alten Farbenreceptepraeparatio auriad scribendum" heisst es: Tolle unum bisantum etfac subtilissimum folium etc". Die Goldmünzen dürftenwohl allgemein als Farbstoff gedient haben.