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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 1.

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1156 Do kam Hagen von Tronje gein in al dar gerantsinem silberwizen fanen fuort er in der hant:oben üf sime houbte zwei giildin wisants hörnUm eine grössere Mannichfaltigkeit dieses Helm-schmucks zu ermöglichen, wurden die Hörner in derKegel durch Zusatz von Laub, Federn, Fähnchen unddergl. verschönert.

Silberne Büffelhörner mit goldenen Lindenzweigentesteckt führten die Landgrafen von Thüringen. Con-rad v. Würzburg beschreibt denselben im Turneisin heim was mit zwein hörnengezieret wol in fürsten wisdiu lühten beide silbergrisund heten schöne sich gebogen.üz in geslozzen und gezogenvon golde löuber wären,diu glast der beide barenrüichen unde schöneGenau dasselbe Helmkleinod, jedoch (nach derZüricher Bolle) Hörner und Läuber von Gold führtendie Herren von Hohenlohe bis Mitte des 14. Jahrh.

Helmsiegel des Königs Christoph II. von Dänemarkvom J. 1321. Umschrift: Galea Cristofori. Dei. Gra.Danor. Sclavorum Q. Kegis

No. 101.

Siegel IV. C. des Berthold von Eitzerowe an einerUrkunde von 1365.1)

No. 102.

Im Schilde zwei Turnierkragen, auf dem nach vornDuckenden Helm zwei mit Fähnchen besteckte Hone

Den gewöhnlichen Hörnern nahe verwandt sind dieHiefhörner, welche nicht selten als Gugerel verwen-det wurden.

') Siegel des Mittelalters aus den Archiven der StadtLübeck Heft 6. S. 103 Taf. 11 No. 162.

Herrn Parlüsen von Wintsester giebt der Dichterdes Beinfried von Braunschweig (vor 1300) folgendenHelmschmuck:1522 von golde lieht sins hehnes tachzwei hörn häten bedecketund was dar üf gestrecketein grät von manges phäwen vederunde bat der hörn ietwedervon zobel richiu jagebant.Es sind jedenfalls Hiefhörner gemeintSiegel des Grafen Burcard von Hohenberg an einer Ur-kunde d. J. 1343. Die Hiefhörner waren auf dem zur Ab-bildung benutzten Abdruck nicht deutlich ausgedrückt^).

Die Fähnchen sind bereits in den allgemeinen Er-örterungen so ausgiebig behandelt, dass hier wenignachzutragen bleibt.

Höchst interessant ist das Helmkleinod, welchesHerr Luther von Isenlmrg 1337 in seinem Siegel IV. U.(S. Lutheri. Dni. De. Isinbg.) führt 3 )

No. 104.

Auf einer Stange sind sechs Fähnchen in Formeines Windmühlenrades befestigt. Unzweifelhaft wärendie Fähnchen in einer Achse befestigt, welche sich beider Bewegung im Luftzug drehte.

Eine sehr häufige Helmzier ist der sogenannteTurnier-Hut. Ueber denselben schreibt Herr v.Mayerfels *):

Die hohen und niederen ritterlichen Hüte (Chape-rons) werden völlig grundlos Turnier-Hüte genannt,da sie eben als gewöhnliche Hüte von allen Vor-

2) Monumenta Zollerana I, 159. Das Cliche ver-danke ich dem Kgl. Hausarchiv zu Berlin.

3) Zeichnung von Herrn Eugen Freiherrn v. Löffel-holz zu Ansbach.

4) Abc. S. 145 u. 147.