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Geschichte der Heraldik. II. 1.
Nr. 98.
Siegel IV. C. des Grafen Johann I. von Nassau-Weilburg an einer Urkunde von J3401). Schild mitHelm, darauf Fächerkleinod.
Nr. 99.
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Excellenz Tilesius v. Tüenaui) macht über die Her-stellung des Fächerkleinodes folgende sehr wahrschein-liche Angaben: „die waele war aus dickem, gesteiftemund mittelst eingefügten starken Eisendraht befestigtemLinnentuche gefertigt, welches — nachdem es imfeuchten Zustande durch Modelliren die gewünschte Formerhalten hatte — mit einem Kreidegrunde überzogenund nach Art der gleichzeitigen Tempera-Bilder heral-disch bemalt, vergoldet und versilbert wurde."
Einen ganz eigenartigen Helmschmuck führen diemeklenburgischen Herren von Plessen.
Siegel IV. C. des Ritters Johann von Plessen von1343. Umschrift: S. Iohis. De. Piesse Mil. s ).
Wir sehen hier die radartige Vorrichtung, die wiroben bei Behandlung des Federkleinods kennen gelernthaben. Dieselbe isi aussen herum mit den Blätterneines Fächers besetzt. Jedes Blatt ist oben in derMitte mit einem Stern besetzt.
Nr. 100.
1) Aus v. Goecking, Nassau Taf. IV, Nr. 6. DerHerr Verfasser schreibt S. 2: „Es ist jenes bekanntekämm- oder flossenartige Schirmbrett, welches v. Mayer-fels sehr bezeichnend (???) „„ein ganz unbestimmtesZwitter-Kleinod"' nennt. Die Bezeichnung „Schirm-brett" ist jedoch auf das in Rede stehende Kleinod nichtanwendbar.
2) Herold 1879 Nr. 8. 9.
3) Meklenb. Urkundenbuch X, S. 657, Nr. 333.
Aeusserst selten *) ist die Verwendung der Glockenals Zusatz zum Helmschmuck.
In einer Handschrift des Kosengarten auf der Kgl.Bibliothek zu Berlin wird ein derartiger Schmuck be-beschrieben :
Ez fürte vf dem helme der degen so gemeitZwo silberen wis Stangen von den man
wunder seit
Dar an die gülden schellen,Wan man den heim
daz rede ichane wag
ruerte daz ez villuede erklangEin später überaus häufiger Helmschmuck, die so-genannten Büffelhörner, kommt in den Liedern desMittelalters auffallender Weise sehr selten vor. EineHandschrift des Rosengartens die wohl dem 14. Jahr-hundert angehört, erwähnt solche:
4) Dagegen schreibt H. Grote, Gesch. d. Preuss.Wappens S. 34: „Schellen und Glöckchen sind, wenig-stens wie mir es seheint, eine sehr beliebte Zugabe zuden Helmzeichen, namentlich bei den vornehmsten Ge-schlechtern gewesen die man auf mannigfaltige Art anden Figuren anbrachte."
Grote führt eine ganze Reihe von Beispielen auf,zählt dazu aber aiich (worin ich ihm nicht beistimmenkann) die Blätter, Flammen etc. auf Flügeln. „Einganz eigentliches Glockenspiel mit Pfahl und Quer-stäbchen führten die Grafen von Ravensberg." „Nochum die Mitte des 15. Jahrb. (schreibt Grote) müssendiese Schellen und Glöckchen für so allübliche Zuthateneines Heinizeichens gebalten sein, dass man sie anmehreren der damals für die vielerlei WappenschilderKaiser Friedrichs neu - erfundenen Helmzeichen an-brachte — an denen von Kämthen und Alt-Oesterreich.In den Wappen des niederen Adels kommen dieseakustischen Decorationen nur selten vor." Ich glaubemeinerseits, dass bei keinem einzigen der angeführtenHelmkleinoJe Glocken zur Verwendung kamen. Auf-fallend ist dieses seltene Vorkommen allerdings, wennman berücksichtigt, welch einen gangbaren Schmuckdie Glöckchen im übrigen bildeten. Von KönigKailet von Toledo erzählt Wolfram v. Eschenbach:3915 der Spänol rief im nach genuoc.
ein struz er üf dem helme truoc:
gezimieret was der mau,
als ich da von ze sagenne hän,
mit phelle wit unde lanc.20 daz g e v i 1 d e nach dem h e 1 d e k 1 a n c:
sine schellen gäbn gedoene.Lanzelet führt einen Waffenrock vom bestem sahen(Leinwand) aus dem Lande des Königs von Marocco
der selben einen wafenroc
fuort er und guldin schellen dran.Im Wigamur heisst es:4962 Die schellen clingen klinga kling!
Wa die ritter kertten hin.Ulrich von Liechtenstein, der in seinem Frauendienstwirkliche Erlebnisse schildert sagt von Ilsunc vonSchiuni ch
Fünf hundert schellen oder mer
fuort an im der muotes her
sin ors vil kleiner Sprunge spranc:
sin zimir da so lüte erclanc
daz man da bi gehörte niht.
silbervel und goltvel lieht,
zendäl rot grüen als ein gras,
da sunderbär gehouen was.
Gezimirt was der lantman min
daz nie kein ritter umb den Rin
gezimirt wart für war nie baz.