Geschichte der Heraldik. II. 1.
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Das Schirmbrett ist mit Seeblättern (Wappen-bild der Herren v. Wildon) bestreut, der bogenförmigeBand mit Kielen besteckt, aus denen Pfauenfedern her-vorgehen; die Kiele sind oben durch ein Band verbun-den, von dem je zwischen zwei Kielen ein Schildchenoder Seeblatt herabhängt 1 ).
Nr. 97.
f Sigillvm. Johannis. De. Bardeleve, (.Nr. 97) nacheinem Siegelstempel im Besitz des Kgl. Museums in Berlin.Alte Abdrücke desselben sind nicht bekannt, dochkommt Johann v. Bardeleben 1290—1296 urkundlich vor.
Den Grundstock des Helmschmucks bilden zweiSchirmbretter in Form je einer halbirten Scheibe mitdem Wappenbilde, dem Streitbeil, belegt und ringsummit Pfauenfedern besteckt. Jede Pfauenfeder ist obennoch mit einem Hahnenbusch besetzt.
Ein rundes Schinnbrett beschreibt Heinrich vonNeustadt im Apollonius (1312).484 Sein heim fuert ein rundelPrait und auch sinibelDy syren was darinneGeworcht mit maisters synne
Das Schirmbrett kommt häutig als selbstständigesHelmkleinocl vor, z. B. auf dem Helm der Burggrafenvon Nürnberg (Vergl. das Siegel Nr. 56).
Das gefaltete Facherkleinod wird zuerst vonUlrich von Liechtenstein erwähnt und erscheint hierunter dem Namen wael als selbst s t an diger Helm-schmuck.
Das dem deutschen Sprachschätze angehörige Wortwehen, althochdeutsch wäjan, wäen, mittelhoch-deutsch waejen. waen, davon wadel und Wedelerklärt Ulrichs Ausdruck in ganz genügender und be-friedigender Weise.
Diese „waele" ist der Helmschmuck des DichtersUlrich^ v. Liechtenstein selbst und seines Bruders Diet-mar und wird von ersterem wiederholt beschrieben.
Auf dem Turnei von Neuburg führt Ulrich die waelefolgender Gestalt.
Nach der banir fuort man säden heim min gezimirt da.der heim was als ein swert so lieht:des hän ich iu gelogen niht.dar uf ein wael von golde rötgebunden was, als ich gebot,mit snüeren vil guot gar sidindiu wael gab da vil liebten schin
Si was geworht meisterlichan ieslich ort ein caste 2 ) riehvon pfänsvedern, der was guotgebunden was durch höhen muotdiu waele was gevalden wol:ieslich valde bleter volwas gehangen: ieslich blatwas lieht von golde, als ich bat.Von seinem Bruder Dietmar sagt Ulrich:Do kom geiu im da her Gäwänvon Liehtenstein, der fuort ouch angezimir, daz gab liehteu schin.der fuort üf dem helme sin,ein wael von golde geortert wol.islich ort pfänsvedern volbewunden was in koste wis.Der werde hat vil höhen pris.„in koste wis" heisst: in der Form einer Quastewar jeder Ort (Spitze) mit Pfauenfedern bewunden.
Einige sphragistische Beispiele des Fächerkleinodsmögen hier folgen.
Siegel IV. B. 1. des Bitters Bernhard von Maltzanvon 1307. Umschrift: f S.'Bernardi. Militis. Moltzan 3 ).Der ins Profil gestellte Helm trägt ein fächerartiges„Schinnbrett", welches oben in der Mitte mit einem BuschPfauenfedern besteckt ist.
1) Mittheilungen der k. k. Osterr. Centralcommissiont Baudenkma'e. Das Clicl.6 verdanke ich seiner Excellenzdem Herrn Freiherrn v. Helfert in V\ len.
2) Quaste.
3) Mklenb.
Urkundcnb. X 655', Nr. 317.