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Geschichte der Heraldik. II. 1.
Auch der auf Taf. 8 unter No. 3 abge-hildete Topf heim aus der ersten Hälfte des13. Jahrh. ist beachtenswerth. Weiteres Ma-terial werden die folgenden Capitel bringen.
Später wurde der Topf heim über derßeckenhaube getragen. Der zur Zeitdes Königs Rudolf dichtende Albrecht vonScharffenberg sagt im Jüngeren Titurel:
5825, 4 Nu wart er hie verschroten der ie
geprufet wart gein richer miete
5826, 1 Durch heim durch beckelhou-
ben durch hersnieri) mit alleBei den Dichtern des 13. Jahrhundertsfinden sich leider nur wenige eingehendeBeschreibungen des Topfhelms die unsereKenntniss dieser Schutzwaffe zu bereicherngeeignet wären. Der Topfhelm wird mitverschwindenden Ausnahmen nur in ganzallgemein gehaltenen Ausdrücken erwähnt.Zu diesen Ausnahmen gehören einige Be-schreibungen im Wigalois des Wirnt v. Gra-venberch (1212):7385 Umbe den heim ein liste gie
Vongolde zweier vi nger breit.
Üben was dar in geleit
Mit gesmelze ein adamas.
Von gnlde dar uf gemeistert was
Ein trake als er lebete
Und uf dem helme swebete.
Den Helm eines Heiden schildert Wirnt:Ouch ifirt der selbe tievels trutAn im eines leuwen hutOb einem halsperge wiz.6586 An sinem heim lac grozzer flizVon golde und von gesteineGroz unde kleine;Daz was mit fliz geleit dar in.Zaller oberst ein rabin6585 Der was grozzer dann ein ei
Den lichten heim teilte enzweiVon rotem golde ein liste smal.Von dem r u b i n hin z e t a 1Conrad v. Würzburg schildert den Helm des Jasonim Troj. Krieg (v. 9554 ff.)
sin heim lieht unde reinewas herte alsam ein adamasund gleiz reht als ein Spiegelglasgar luter bi den zitsn.rubine, crisolitensmaragden und jächandeüz sinem nase bändedurchliuhteclichen brunnen.
12. Capitel.Der Heliiischiuuck.
Dieser unscheinbare Topf helm war zu einer wich-tigen Rolle im deutschen Wappenwesen berufen. DiePlumpheit, ich möchte sogar sagen: die Hässlichkeit seinerForm, insbesondere die flache Oberseite, die dem Helmedas Aussehen eines Postamentes gab, forderte zu Ver-schönerungen förmlich heraus.
Der bis jetzt bekannte älteste, sphragistisch vor-kommende Helmschmuck ist derjenige des Königs Ri-chard I. von England (1189-1199)2): ein, mit einemLöwen bezeichnetes Fächerkleinod.
No. 63. (vergl. S. 105.)
In einem Liede, das auf Grund einer welschen Vor-lage bearbeitet ist, kommt der Helmschmuck als einenoch unverstandene oder fremd artige Sache')bereits gegen Ende des 12. Jährhunderts vor.
Interessant ist es, dass auch diese älteste deutscheBeschreibung eines Helmschmucks auf eine englischeQuelle zurückzuführen ist.
1) Das Härsenier ist eine „weich gepolsterteund gesteppte Unterhaube" wie v. Retberg sagt.
2) Vergl. Anzeiger f. Kunde d. d. Vorzeit 1869 S. 103 f.
3) Ütte's Eraclius ist ein dem 12. Jahrh. zuge-schriebenes Gedicht, in dem scheinbar ein wappen-mässiger Schmuck des Helmes vorkommt und zwarträgt denselben „des tievels kempfe Cosdroas":4738 ez fuorte der helt maereCosdroas der küeneein zeichen, daz was gruenedaz heter also gegert
45 ein purper was sin kursitgenuoc lanc unde witouch fuorte der herre milteeinen lewen an dem schiltevon golde als er lebete.50 uf sinem houbte swebeteein ar vongolde wol geworhtIch behaupte jedoch, dass sich die Worte „üf sinemhoubte" nicht auf Cosdroas, sondern auf den Löwen bezie-hen : im Schilde zeigte sich über dem Löwen ein Adler,wie in dem Wappen des Dietrich von Bern.
Dann kommt noch eine Stelle im Erec des Hart-mann von Aue, also demjenigen Werke vor, welchesfür das älteste des Dichters gehalten wird, mit welchemRechte, kann ich an dieser Stelle dahin gestellt seinlassen, da der zu erwähnende Passus überhaupt jenemDichter gar nicht angehören kann. Die Stelle lautet:2335 sin heim gezieret schöne
ein engel uz einer krönevon golde geworht scheinIch zweifle nicht, dass der Engel auf einem Lese-fehler beruht; denn es handelt sich hier um ein Bild,dessen Vorkommen vor der zweiten Hälfte des 13. Jahr-hunderts sich schwerlich wird nachweisen lassen.