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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IL 1.

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Siegel des Markgrafen Albrecht des Bären von Bran-denburg an einer Urkunde vom J. 1155 im Stadtarchivzu Goslar. Die Umschrift ist zu lesen: S. AttelbertiDei Gratia Marchionis.

Siegel III A 2 a. (Bruchstück) des Fürsten Kasi-mir von Pommern i) (Sohn des 1136 ermordeten Wratis-law und der Ida, Tochter des) Königs Canut von Däne-mark; erhält 1151 einen Antheil an der Regierung,nennt sich urkundlich bald Kürst der Slaven, bald derPommern) Das Siegel hängt an einer Urkunde von1170; Umschrift:Kazi .... (Pr) inceps." Der Her-zog hält einen Schild mit einem Beschlag in Form desLilienhaspels; der Helm hat eine Nasenberge.

Eine Glockenhaube mit Nasenberge sehen wir aufTaf. 3 No. 1 (Bild eines Königs aus dem üortus de-liciarum der Herrad von Landsberg 1160-1175).

Das in der Zeit zwischen 1173-1177 von demPfaffen Konrad gedichtete Rolandslied beschreibtmehrere Helme, bei welchen die Helmleisten in derHegel sehr hervorgehoben werden.z. B. bei Rolands Helm:

der heim hiez uenerant.

den der helt uf hant

mit golde beworchten

den di haiden harte uorchten

mit guldinen bftchstaben

was an der listen ergraben

elliu werlt wafen

di muzen mich maget lazen

wilt du mich gewinnen.

du füret scaden hinnenIm Buolandes Liet (1173-77) erscheint der HelmPalsaron's mit einem Karfunkel geschmückt

uon sinem helme da scain

der lichte karfunchil stain

unt ander werc spähe.Ferner heisst es in demselben Liede

Oliboris hiz ime für tragen

einen helme harte wol beslagen

diu liste was rot guldin , _,

Heinrich v. Veldeke (1184-86) beschreibt den Helmdes Aeneas wie folgt:159,31 Einen heim sander mite.

38 her was lieht und wol getanbrün lüter als ein glas.vil wole her geschaffen was160,1 gnüch wit unde vile hartso nie dehain bezer wart,her was vil wol ze lobene:da stunt ein blüme obeue5 von dorchslagenem golde,alsez Volcan woldedar inne ein röter jachant.diu liste und daz halsbantdaz was vil wol gesteinet golt.

14 goldin wären die ringevon gftteme gesmidedie snüre wären sideda mite man in ane baut

Ein Edelstein ist meist auf dem Helme angebracht:Kuninc Ruother, ein Lied des 12. Jahrhunderts:49 47 uffe dem helme lac ein stein.

dar umme mitte nacht schein

in allen den gebaren

alsez Hecht tac wäreIm Riterolf, der seinem Inhalte nach auch in das12. Jahrb. gehört, lautet eine Beschreibung2148 und einen heim wol geslagen

von gesmidigem stäle:

der wünniclichen male

vil manegez man dar üfe vant

diu des smides meisterhant

hete gestreut in den glänz

siben helinelisten ganz

in beten umbevangenIn dem Liede von Athis und Prophilias, welches an-geblich'^) um 1214 verfasst ist, wird ein Helm mit Nasen-berge in origineller Weise beschrieben und dabei bemerkt,dass der letztere nicht mehr gebräuchlich sei; es wirdnämlich dem Herzog von Pisa folgender Helm beigelegt:

sin heim brünlütir Stalin

mit listin wol gezierit

und vaste gebarbierit105 vur d' ougin unde vurz antliz

nach den alalin hKIii spiz,

als sie phlagin bi den tagin.

waz soldich me drabe sagin?

Der Dichter ist sich bewusst, alte Sitten zu be-schreiben und er will darum seine Helden auch denalten Sitten gemäss ausrüsten. Ohne Zweifel hat erdie Neuerung auf dem Gebiete der Bewaffnung selbsterlebt. Fehlt den Dichtern eine solche eigene Erfah-rung, so entnehmen sie die Staffage mit einer natür-lichen Unbefangenheit der Gegenwart.

Eine andere Beschreibung in demselben Liede lautet:Vnd einen heim (der verre schein)Von spiegilbrünin stäleMit manigim goltmäle(Die sich da verre wistin)60 Gezierit an den listinVnde an dem barbiere.Gegen Ende des 12. Jahrhunderts tritt der Topf-heim auf, der anfänglich unmittelbar über der Ring-haube getragen wurde, wie wir dies auf dem Bilde desGerardini v. J. 1227 (ans den Jahrbüchern von Genua)Taf. 3 No. 2 deutlich sehen.

Der Topf heim ist oben ganz flach; vergl. z. B.Siegel III B. 3 des Herzogs Boleslaw I. des Langen vonBreslau, das nach 1179 an Urkunden vorkommt (No. 53.)

1) Vossberg, Siegel des Mittelalters von Polen, Lit-thauen etc. S. 33 Taf. 20.

2) Ich halte das Lied für etwas älter.