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Geschichte der Heraldik. II. 1.
Nach dem Cuhier ') Dienstmanne»rechte des 12. Jalirli.
musste der Erzbischof die 30 Kitter seines Hofhaltesjährlich dreimal bekleiden:
„Vestes tales erant: in Xativitate Domini, quiafrigus est, dabit ipse cuilibet eorum Peunani griseamgulatam, cum merdrino limbo et circuinductam laco,corio exsculpto, quod Ery dicitur et pellicium griseumcum lacis rubeis gulis et amplis manicis. In Paschaet in festo sancti Petri, quia tuuc calor est, cuilibetPennam variam et pellicium variura. Quodsi vest.esdare noluerit, VI marcas cuilibet pro vestibus dabit*)."Fürsten pflegten sich gegenseitig mir, Pelzwerk zubeschenken. Im Karl Meinet werden die Geschenkeaufgezählt, die Karl der üro.;se dem König Galafersvon Toledo machte:A. 130 b.48 Hey glaff eine do heyrliche
Hundert valcken ind hundert wynde
Hundert pert, de warend swynde
lud zelden harde sere.
Noehtan gaff' hey eine der here
Eyne schone gaue zo der stunt
Dusent vederen, de waren bunt55 Ind dusent, de wareut hermelin
Diu hundert beltze, de warent zabelin
Dusent grone, dusent scharlache,
Düsen brun van duren Sachen.Wie genau dieser Zug dem wirklichen Leben ent-spricht, möge folgender Fall beweisen.
In der gleichzeitigen Chronik des Eberhart Win-deck werden die Geschenke aufgezählt, die HerzogWittolt von Polen dein damaligen römischen König Sig-mund gemacht hat :
„Zu dem ersten 12 Geyerfalcken, item G handfalcken,item 12 muessen habicht, item 12 bauckeu, item 12Schilte, item 12 duerre Spiesse, item 24 Schiesslan-zen, item 12 Hündlen, die den Falcken helffen, item 12zeltenpferd mit Sätteln und mit golde beschlagen ....item 12 Hüte mit Zobel unterzogen, der waren zweymit Perlen genehet .... item 12 Teppich, item 1200Herme In, item 1200 rocke . . . item 4 Jagdhörner mitSilber beschlagen und ubergüldet,"
ferner: „Diess ist die herrliche Schenckhe, diehertzog Wittolts hausefraw von Foliant König Sigmundschenckhete"; „die hertzogin schanckte dem König einenRock mit zobeln gefuetert und mit Perlen genehet und12 güldene Knöpfte daran und ein hut mit zobel und
mit Perlen undernehet........ und 1200 zobel
. . .«•;.
1) In Cöln scheint ein lebhafter Handel mit Pelz-werk stattgefunden zu haben, das von fremden Kauf-leuten auf dem Rheine zugeführt wurde:
Erzbischof Conrad von Cöln verordnet, dass aus-wärtige , den Rhein ab - oder aufwärts fahrende odervon der Maas her kommende Kaufleute die Stadt Cölnoder deren Bannmeile, um Handel zu treiben, nichtüberschreiten, nur 6 Wochen dort verweilen, gewisseWaare nur im Grossen verkaufen dürfen. 1259 den7. Mai.
Item nullus mercatorum aduenientiuiii undecunquevarium quod grawerc, et etiam hoc quod vulgo za-b e 1 appellatur et similia, vel etiam panuum transmo-sanum duas marcas vel plus valentem in ciuitate Colo-niensi vendet nisi per marcam mercatorum que vulga-riter koufmans marc dicitur, que marca solum con-tinet undecim solidos et tres denarios Coloniensis monete.Lamcoblet, Urkundenbuch IL 262.
2) Ennen, Quellen zur Geschichte der Stadt CölnI. S. 216.
3) Mones Anzeiger f. K. d. d. Vorzeit 1833 S. 190 f.
Die Thierfelle wurden im Handel mit den nördlichenVölkern eingetauscht.
Von den Dichtern weiden die Bezugsquellen desZobelfelles verschieden angegeben. Im Erec des Ilart-mann v. d. Aue wird erzählt:
der zobel was daz nie kein man20ÜO deheinen bezzern gewannoch tiuwerren vantüber allez Connelant.des Landes pbligt der soldäu,wand ez ist im undertän2005 ez ist laue unde witConne beslözen litzwischen den landen beiden,den Kriechen und den beidender beste zobel kumt von dan2010 den diu werlt ie gewanditz was der forsten kleitdar under bäten si geleitriebe pelze alsamals der obern wät gezam2015 ir iegeliches huotwas zobel vil guotBesser unterrichtet zeigt sich das Lied von Athisund Prophilias, wo es in dem Bruchstücke D. beisst:147 ein brün zobil zu mäzen rüchals er wart in einer druchgevangin dar zu RüzenEine dritte Version hat das Lied von Moritz vonCraon (f 1216;.
1142 ein liste was da vor gestaltvon zobele swarz als ein koleiner spanne breit al umbe vol.1145 die vederu wären guot genuoc.daz tier daz die beige truocdaz ist alfurt genant,der künec von Marroch hat ein lant,daz liget verre ime se;1150 da vähet inanz und nindert me.
Im Mitteldeutschen beisst das Pelzwerk „vedern",genau entsprechend dem Französischen p e n n e. Jene Be-zeichnung ist uns bereits in dem obigen Auszug ausKarl Meinet begegnet, — hier sei noch eine Stelle imPartonopier des Conrad von Würzhurg (vor 1287) woder Mantel einer Dame beschrieben wird, rnitgetheilt:8708 der mantel hete ein underzocrieh unde wol gezieret,sehächzabelwis gevieretstuont diu veder wunneclich;von härmen und von zobel riehwas zein ander si geleit,iiz kleinen stücken niht ze breit,diu swarz erlühten unde wiz.Ueber die verschiedenen Arten des Pelzwerks mel-det Weiss 1 ): „zuFolge derartigen Aufwandes unterschiedman dann späterhin, wohl schon seit dem Anfang des12. Jahrb. die zarten Bälge der Zieselmaus als „Bunt-werk" (Varium, Varo, Vajo) von den Fellen der grauenEichkätzchen (Cattinen, Caccinae) als „Grauwerk" (Gri-seum) und wiederum davon eine Mischung von beidenals „Buntgrau" (Varium griseum). Sonst aber schätzteman vor allem Zobel, Biber und Hermelin und zu Endedes 11. Jahrb. Mäntel mit rothgefärbten Pelzzipfeln,Gulae oder Gueules genannt".
Wie sich in der Folge ergeben wird, ist diess nichtganz richtig.
Das Pelzwerk als Schildbekleidung.Dass die Verwendung von Pelzwerk als Schmuck
4) a. a. 0. S. 529 f.