Geschichte der Heraldik. II. 1.
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30 Der bete sich zuworfin
Mit den vetichin beidin
Mit zwisgolde undirsceidin
An lidin und an vedirin
Ouch heter ietwederin35 Vuoz hi deme übe hine
Daz der zagil da durch seine
Uf den seilt gestreckit
Die cläwin wol zureckit
Die Flügel des Adlers werden in der Regel als einmit Federn bestecktes ornamentirtes Gestell gebildet.Das Gestell endet in eine Kugel, die mit einem Klee-blatt oder einer Rose belegt ist. Zwei besonders schönesphragistische Beispiele mögen hier folgen.
Siegel IV A. 2 des Heinrieh von Kamentz an einerUrkunde des Jahres 1318'). Umschrift: „f Sigillvm.Heinrici. de . K(a)meiz."
Spitzovales Siegel IV A. 1 der Stadt Tangermündean einer Urkunde von 1369 enthaltend den brandenbur-gischen Adler mit prächtig stylisirten Flügeln 2 ).
Nr. 50.
Im Karl Meinet wird der Schild, unter dem KönigGalaffers v. Toledo zum Ritter war geschlagen wordenund mit dem er später Karl zur Schwertleite ausstat-tete, wie folgt beschrieben :
Der schilt was van kele roit;
Dar ane, als yd der konynck geboit
Eyn are gerant van perlen wys
De den machede, de hedde is vlys.10 De aren oge was eyn robyn
Dat syne clawen spulden syn,
Dat waren edel iachande.
Als vmb des Schildes rande
Genck eyn kantel van golde geslagen15 Dar yn, so ich hoerde sagen
Dat ajler beste gesteync
Dat in der werlt gemeine
E konynck mochte gewynnen
De buckille was von goden synnen20 Ind van geprise gewort.
Vp des aren brost stoerit erhauen vort
Eyn schmarackel grois ind riebe.
Id en wart nye konynck noch syn geliche
De bessern smarackel mochte gewynnen.25 De schild remen waren en bynnen
Van edeler bort syden werek.
Dat golt dat da ane blaynck,
Dat was rieh genoieh.
8. C a p i t e 1.
Das Pelzwerk.
Einlei t endes.
Seltenes Pelzwerk war im Mittelalter ein sehrbegehrter Luxus-Gegenstand. Namentlich war es „derRitterstand, welcher den meisten Gebrauch davonmachte, indess wie so viele seiner Vorrechte auch die-ses oft dergestalt missbrauchte, dass auch selbst ermitunter darin zur Einschränkung gezwungen ward. Sosahen sich bereits Philipp II. und Richard III. auf demKreuzzuge (im J. 1190) genöthigt, ihren ritterlichenBegleitern das Tragen von Zobel, Hermelin und sonsti-gem kostbaren Pelzwerk zu verbieten, während auchschon die ersten Kreuzfahrer unter Gottfried von Bouil-lon im ,1. 1096 gerade solches Aufwandes wegen dieBewunderung des griechischen Kaisers Alexius auf sichgezogen hatten und kostbare Pelzwaren namentlicheinen Haupttheil der Schätze ausmachten, welche um1187 die .^eldschucken bei der Einnahme des christ-lichen Lagers erbeuteten 3 )."
Albertus Aquisgranensis beschreibt (wie ich zu Vor-stehendem bemerke) die Kleidung Gottfried's von Bouil-lon und anderer französicher Herren, womit sie vor Kai-ser Alexius Comnenus erschienen:
in splendore et ornatu pretiosarum vestium, tarnex ostro, quam aurifrigio et niveo opere Harmel-lino , et ex Mardrino Grisioque et Vario, quibusGalloruin Principes praeeipue ntuntur.
1) Nach einer ZeichnungF. A. Vossberg im Kgl. Geh.
2) Nach einer Zeichnung
aus dem Nachlasse vonStaatsarchiv in Berlin,aus dem Nachlasse Voss-
berg's im Kgl. Geh. Staatsarchiv zu Berlin. Da dieZeichnung auf transparentem Papier hergestellt ist, istdie phototypisehe'Reproduction technisch nicht gut aus-gefallen, was ich zu entschuldigen bitte.
3) Kostümkunde. Geschichte der Tracht und desGerätlies im Mittelalter vom 4. bis zum 14. Jahrhun-dert von Hermann Weiss, Professor und Lehrer ander königl. Akademie der Künste in Berlin. Stuttgart,Verlag von Ebner & Seuhert 1864. 8.