Druckschrift 
Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
Seite
75
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Geschichte der Heraldik. IL 1.

75

Nr. 15.

Nr, 17.

Anfangs des 13. Jahrhunderts einen wirklichenSchild, und dass das Bild desselben unzweifelhaft einWappen darstelle.

Damit scheint mir die Streitfrage bezüglich desWappens der alten Grafen von Schwerin erledigt zusein 1 ). Aus diesem Hause führt Graf Heinrich I. inseinem Siegel von 1217, welches die Form eines nor-mannischen Schildes hat, zwei abgewendete widersehendeLindwürmer, zwischen deren Köpfen ein pflanzenartigesOrnament (später ein Baum).

Nr. 16.

Der Werth dieses Bildes als Wappen wird späternoch durch das Siegel des Grafen Nikolaus I. vom J.1289 ausdrücklich bestätigt. Wir sehen in dem rundenSiegel einen Schild mit dem oben beschrieben Bilde.

1) Gerade für den Norden Deutschlands, welcher inder Entwicklung des Wappenwesens beinahe um eineGeneration hinter dem Süden Deutschlands zurückbleibt,kann in dieser Beziehung ein Zweifel gar nicht auf-kommen' Die ältesten Rundsiegel mit einem Wappenin einem Schild, welche z. B. in Meklenburg vorkommen,8ind folgende:

Graf Nikolaus I. von Schwerin 1279.

Fürst Nicolaus von Meklenburg-Werle 1292.

Heinrich Voss, Bitter, Burgmann zu Stavenhagen

5. C apit el.Nene Formen im U'appenwesen.

Der Umstand, dass der Schild nunmehr der Haupt-träger des Wappens geworden war, hatte eine sehrwichtige Folge: die Aufnahme einerReihe neuerFormen in das Wappenwesen.

Am meisten charakteristisch und mit der grösstenBestimmtheit auf diesen Ursprung hinweisend sind dergezackte Schildrand und die verschiedenenPelzmuster, die als willkürlicher Schmuck desSchildes seit Urzeiten in Gebrauch waren und die je tz terst den Werth als Wappenbilder erlangen.

Eine bedingungslos gültige Vorbedingung der Stabili-tät und Vererblichkeit solcher Bilder war einerseits einegewisse Regelmässigkeit, sodann die Originali-tät der Anordnung. Kein Schildschmuck ist zumWappen geworden, der diesem Gesetze nicht entsprach 2 ).Ein Bas-Relief in der Basilika der Stadt Zürich

Nr. 18.

2) Ein solcher Schildschmuck, der nicht zum Wappenwerden konnte, wird im Eggen-Liet beschrieben: