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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 1.

Felde des schildförmigen Siegels steht, so kommen dochauch Darstellungen vor, welche auf die veränderte Be-deutung des letzteren nachdrücklich hinweisen. Vorallem sind hier diejenigen schildförmigen Siegel anzu-führen, welche noch einen besonderen Schild mit demWappen enthalten.

Siegel des Ulrich von Wartenstein an einer Ur-kunde von 1252. Umschrift: S. Vlrici. De Wartenstein l ).Nr. 11.

Nr. 18.

Ganz ähnlich ist das Siegel des Ulrich von Swarinvom J. 1253 und des Heinrich von S waren vom J.12702).

Auch in dem schildförmigen Siegel des Gottfried v.Hohenlohe an einer Urkunde des J. 1268 ist die beson-dere Abgrenzung des gerade gestellten Schildes nament-lich bei dem Oberrande deutlich erkennbar *).

Ein schildförmiges Siegel, dessen Feld noch einenbesonderen Schild (gerade gestellt) mit dem gekröntenBüffelkopf enthält, führt noch 1345 Fürst Nikolaus IV.von Werle-Goldberg').

Sodann kommen jetzt schildförmige Siegel vor,welche statt des Wappens den Helmschmuck, ja sogardemWa ppenwesenganzfremdeDarstellungenz. B. das Reiterbild des Inhabers enthalten

Sig. IV B. 1 des Grafen Egeno v. Eichelberg ineiner Urkunde des Jahres 1237 5 ): schildförmiges Helm-siegel. (Nr. 12).

Das gemeinsame, schildförmige Siegel der damalsnoch minderjährigen Grafen Conrad und lierthold, Söhneder Gräfin Adelheid von Freiburg, an einer Urkunde desJahres 1239"), enthält die Portraite der Inhaber, welcheden Freiburgischen Wappenschild halten. (Nr. 18).

1) Zeerleder, Urkundenbuch der Stadt Bern Bd. III,Tfl. 15. Nr. 64

2) Ebenda Taf. 17 Nr. 76 u. Taf. 40 Nr. 183.

3) Albrecht, die hohenloheschen Siegel des Mittel-alters S 52

4) Meklenburg. Urkundenbuch Bd. XS. 642 Nr. 232.

5) Fürst Hohenlohe, sphrag. Aphorismen S. 46, Nr. 136.Anzeiger f. K. d. d. V. 1871, S. 204 ff. - Das

Cliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.

6) Aus dem Fürstenbergischen Urkundenbuch Bd. I.Bearbeitet von Dr. Sigm. Riezler. Das Clichfe verdankeich dem Fürstl. Hauptarchiv in Donaueschingen.

Nr. 13.

Schildförmiges Siegel II. B. des Arndt von Friesackvom J. 1386 im Archive des Domcapitels Brandenburg.

Umschrift: Si . . . Ar.....e . . . Frisach 7 ). Das Bild

des Siegels ist ein Jäger zu Pferd, das Hörn zum Blasen

an den Mund setzend; unter dem Pferd läuft ein Bude.

Nr. 14.

Höchst interessant ist die Verbindung von schild-förmigem und Rundsiegel in dem gemeinschaftlichenSig. IV A. 2 der Gebrüder Eberhard und Berthold v.Schüsselberg vom J. 1296"). (Nr.15). Die äussere Legendegilt dem Bruder Eberhard, die innere dem Bruder Berthold.

Die oben dargestellten Wahrnehmungen sind fürdie Würdigung mancher Siegel nicht ohne Nutzen. Wirlernen daraus, dass das Feld der schildförmigen Siegel

7) Nach einer Zeichnung aus dem Nachlasse vonF. A. Vossberg im Kgl. Geh. Staatsarchiv zu Berlin.

8) Fürst Hohenlohe, sphrag. Aphor. S. 75. DasCliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.