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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 1.

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Nr. 7.

Nr. 9.

4. Cap itel.Geschichte der schildförmigen Siegel.

Es bleibt noch die für die Bestimmung vieler Bilderwichtige Frage zu erörtern, ob bei schildförmigen Sie-geln das Feld als Schild, oder als Siegelfeld anzu-sprechen ist. Die Antwort muss für verschiedene Zeitenverschieden lauten.

Die Entstehung der schildförmigen Siegel weist mitSicherheit darauf hin, dass das Feld derselben als wirk-licher Schild angesehen wurde. Dafür spricht auch dasweiter unten mitzutheilende schildförmige'), mit einemBuckel versehene Siegel, und die Thatsache, dass dieForm der Siegel sich nach der Form der zur Zeit ge-bräuchlichen Schildgattung richtet. Ursprünglich habendie hier in Kede stehenden Siegel die Form des nor-mannischen Schildes. Als dann im Anfang des 13. Jahrh.die dreieckigen Schilde Mode wurden, erhalten auch dieSiegel diese Form.

Bald darauf kehrt das Siegelwesen allmählig zuder Rundform zurück: der Wappenschild wird in dasrunde Siegel gesetzt, zu dem Felde des Schildes kommtjetzt das Siegelfeld.

Das nachfolgende Siegel IV A. 2 der Notthaft (cumsigillo eorum qui dicuntur Notthaft) hängt an einer un-datirten Urkunde, welche um 1200 verfasst sein soll.

Baudenkmale in Wien. Bd. XVII S. CCXI. DasCliche verdanke ich der Güte Sr. Excellenz des Frei-oerrn von Helfert.1) Cap. 6.

Meiner Ansicht nach sind Siegel und Urkunde be-trächtlich jünger.

[0. T. v. Hefner, altbayer. Heraldik.]Die mir bekannten ältesten sicher datirten Siegeldieser Art sind folgende:

Ludwig III. Graf von Oettiugen 12382).Volmar von Ligerz vom J. 1338.Heimo Herr von Montenach vom J. 1240 1 ).Die ältesten Siegel dieser Form, welche an Urkun-den des Klosters Salem 4 ) vorkommen, sind folgende:Ulrich von Clingen 1243.Hermann Gnifting von Raderai 1246.Wernher Gnifting von Raderai 1247.Burkhard von Ramsberg 1253.Graf Berthold von Heiligenberg 1255.Ulrich von Bodmann 1257.Das erste derartige hohenlohische Siegel istdasjenige Albrechts I , welches an Urkunden von 1258,1261 und 1269 vorkommt 6 ).

In dieselbe Zeit gehört das nachfolgende Siegel 6 )des Grafen Heinricli von Fürstenberg an einer nudatir-ten Urkunde (zwischen 1250-1276).

Nr. 10.

Diese Concurrenz, gegen welche sich das schild-förmige Siegel nicht lange mehr behaupten konnte,hatte zur Folge, dass das Feld der letzteren seinesWerthes als Schild beraubt wurde und nur nochals Siegelfeld galt. Obgleich nun in den meistenFällen auch jetzt noch das Wappen unmittelbar im

2) Die Abbildung folgt an einem anderen Orte.

3) Vergl. Zeerleder, Urkundenlrach der Stadt BernBd. III Taf. 12 Nr. 39. 40.

4) Vergl . v. Weechs Codex dipl. Salemitanus.

5) Albrecht, die hohenloheschen Siegel des Mittel-alters S. 79.

6) Fürstenbergisches Urkuudenbuch Bd I S. 198.Das Cliche verdanke ich dem Fürst! Hauptarchiv inDonaueschingen.