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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 1.

1170 (im Schottenkloster zu Wien) einen Adler-schild 1 ).

Herzog Berthold von Dalmatien, Markgraf vonIstrien führt in seinem Reitersiegel von 1184 einenAdlerschild 2 ).

In dem Siegel des Herzogs Berchtold IV. von Zäh-ringen vom J. 1177 zeigt sich noch ein nicht wappen-miissiger Schildbeschlag, bestehend auszweifachemSchildrand, doppeltem Lilienkreuz, sowie einem Schild-buckel mit scharfer Spitze"). Dagegen erscheint indem Keitersiegel des Herzogs Berchtold V. vom J. 1187ein Schild mit einem Adler 4 ).

In den Siegeln des Grafen Adalbert von Ballen-steds und Thüringen (um 1073) und seines Enkels Al-brechts des Bären (1155) erscheinen die Siegelführer, ge-wappnet, zu Fuss (der erstere bloss im Brustbild), miteinen Schild ohne jeden heraldischen Schmuck, nur miteinem Beschläge in der Form des Mauerankers. Ichbringe hier bei das Siegel des Markgrafen Albrecht desBären an einer undatirten Urkunde im Hauptarchivezu Bernburg (ca. 1159 llfi2)mitder Umschrift t Adal-bertus. Di. Gra. Brandenebvrchgensis Marchio 5 ).

Nr. 6.

Nr. 6.

Merkwürdiger Weise war es erst Markgraf Otto ILvon Brandenburg, der, im Uebrigen unter treuer Be-wahrung des hergebrachten Siegel-Typus, den Adler inseinen Schild aufnahm. Noch 1197 hat er ein Siegel inGebrauch, welches den Schild ohne Wappenschmuckdarstellt. Dann kommt 1202 das nachstehende Siegel:

1) K. v. Sava, die Siegel der österreichischen Re-genten. In den Mittheilungen der kk. Ceutralcommissionetc. IX. Jahrg. S. 242 ff.

2) v. Hefner, altbayer. Heraldik S- 45.

3) Die Abbildung folgt im Cap. 6.

4) Herold 1877 S. 107.

5) Vossberg, Siegel der Mark Brandenburg S. 8Taf. A. 1. Das Gliche verdanke ich dem Königl. Geh.Staatsarchiv zu Berlin.

Fast gleichzeitig mit den Reitersiegeln III B 3.,nämlich in den achtziger Jahren des 12. Jahrhundertsbeginnen die schildförmigen Siegel Mode zu werden.

Die Bedeutung des Schildes als Träger des Wappensist also eine so hervorragende geworden, dass sichdem Schilde die Forin des Siegels anbeque-men in uss, wiewohl nicht zu verkennen ist, dass auchpraktische Gründe die Schildform des Siegels empfehlenmochten. Denn da bei derselben der Schild das Siegel-feld vollkommen deckt, ist der ganze Raum innerhalbder Umschrift für die Wappendarstellung nutzbar.

Es sind zunächst nur Mitglieder grosser Geschlechter,die sich dieser Siegel bedienen. Da nun zwischen die-sen doch mannichfache Berührungspuncte gegeben waren ich nenne den Hof der Hohenstaufen, die Reichs-versammlungen so kann es nicht auffallen, dass wirdie schildförmigen Siegel in den entferntesten Gegendendes Südens und Nordens Deutschlands fast gleichzeitigauftauchen sehen. Auch durch wandernde Goldschmiedemochte die Mode weiter getragen werden.

Selbstverständlich ist es, dass die schildförmigenSiegel des 12. Jahrh. die Form des damals gebräuch-lichsten Kampf- und Wappenschildes, nämlich die nor-mannische, zum Muster nehmen.

Es mögen nun die mir sicher bekannt gewordenen,hierher gehörigen Siegel angeführt sein.

Siegel IV A. 2. Des Grafen Ludwig von Sarwerdenan einer Urkunde des J. 1185. Die Abbildung desselbenim Capitel 6.

Siegel IV A. 2 des Otto von Lobdeburg an einerUrkunde des Klosters Kaisersheim vom J. 1186.

Siegel IV A. 2 des Grafen Hartmann von Dillingenan einer Urkunde von ca. 1294 (Kloster Kaisersheim)Umschrift: + Hartmannus. Comes. In. Dilingin. (Nr. 7.)

Dieses Siegel ist leicht mit der Gattung IV. A. 1.der Rundsiegel zu verwechseln, doch sehen wir an demzugespitzten Fusse, dass der Siegelstecher einen nor-mannischen Schild darstellen wollte. Der Uebergangzum Rundsiegel ist unverkennbar e ).

Siegel IV A. 2 des Herrand von Wildon an einerUrkunde der Abtei Admont von ca. 1195') Umschrift:Sigillvm Harra f ndi. De Wildonia. (Nr. 8.)

6) Nach einer Zeichnung 0. T. v. Hefner's.

7) Mittheilungen der k. k. Centralcommission f.