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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 1.

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Es ist unbedenklich dieses Bild als wappenmässiganzuerkennen.

Das zweite mir bekannte, derartige Siegel ist das-jenige des Grafen Arnold v. Lenzburg, womit derselbeeine unter dem Namen seines vor Crema 3. April 1159gestorbenen Bruders, des Grafen Wernher v. Lenzburgausgestellte Urkunde d. d. XII cal. Jun. (21. Maii 1159 3 )nachträglich besiegelt Das Siegel ist der Urkunde an-gehängt, in gleicher Weise an Urkunden der Jahre 1168und 1172. Ganz genau dasselbe Bild enthält dashier abgebildete Siegel eines dritten Bruders, des Gra-fen Chuno von Lenzburg, einer Urkunde des Jahres 1167aufgedrückt.

Nr. 2..

Nr. 3.

Herr Zeller, welcher diese Siegel zuerst bekannt

femacht hat 2 ), ist der Meinung, dass die vorliegendenbdrücke von einem und demselben Stempel herrühren,in welchem nach dem Tode des Grafen Chuno (nach1267) nur der Name abgeändert wurde, und dass auchdie Besiegelung der Urkunde von 1259 erst nach 1269erfolgt sei.

Der genannte Herr hält es auch für fraglich, obdie 1173 erloschenen Lenzburger Grafen überhaupt schonein Wappen geführt haben können. Ein wappenähn-liches Bild gewiss. Ob indess obiges Siegel unterdie Gruppe IV. A. 1 einzureihen ist, muss dahinge-stellt bleiben.

Ueber ein hierher gehöriges Siegel schreibt L. v.Ledebur 3 ):

Das Siegel des Grafen Heinrich von Arnsberg dertt Urkunden von 1145-1193 genannt wird, verdientals eins der ältesten bekannten Geschlechtswappen mit-getheilt zu werden. Die Rückseite des weissen Wachs-siegels lässt deutlich erkennen, dass es der Sitte derZeit gemäss der Urkunde nicht angehängt, sondern auf-gedrückt war. Vermuthlich ist es das nämliche Siegel,welches Kindlinger an einer Urkunde vom J. 1181 fand."

Das Siegelfeld enthält einen Adler.

Sig. IV. A. 1. Des Herzogs Adelbert v. Teck [Si-gillum. ducis. (de Dech)e] an einer Urkunde des J. 1190.Es enthält im Siegelfelde einen Adler, das Wappen derZähringer.*) (Nr. 3 der folgenden Spalte).

Hier schliesst sich meines Erachtens an das leiderundatirte Siegel IV. A. 1. des Grafen Ludwig II. vonOettingen 8 ) (1150, 1160 bis 1220 urkundend, f vor

3) Zur Zeit der Ausstellung der Urkunde in Zürichwar der Tod des Grafen Wernher dortselbst noch nichtbekannt geworden.

2) Im Anzeiger für Schweizerische Alterthumskunde1874. S. 518.

3) Wigands Archiv Bd. III (1828) 2. Heft S. 162.

4) Fürst Hohenlohe, sphrag. Aph. S. 35 Nr. 104.Das Clichfe verdanke ich Seiner Durchlaucht.

23. Juni 1225) Das Siegelbild ist ein Hirsch,schrift:f Ludvvicvs Coines In Otingen."

Nr. 4.

Um-

Das höhere Alter dieses Siegels gegenüber einemanderen Siegel desselben Grafen, welches wir wei-ter unten (Nr. 19) abbilden, documentirt sich auch inder Umschrift. Es fehlt in derselben die Bezeichnungdes Stücks (Sigillum) und es steht daher der Namedes Grafen im Nominativ.

In vollem Einklänge mit meiner Theorie steht fernerdie Thatsache, dass erst seit den 80 er Jahren des 12.Jahrb.. ein wappenmässiger Schmuck der Schilde in denPorträtsiegeln nachweisbar ist, während die gleichzei-tigen Lieder den Gebrauch der wappenmässigen Bilderals eine seit unvordenklichen Zeiten bestehende Uebungerscheinen lassen. Denn erst seit den 80 er Jahren jenesJahrhunderts wird der Schild begünstigter Träger desWappens.

Herzog Heinrich von Oesterreich (Jasomirgott) führt,in seinen Reitersiegeln von 1150 u. 1160 (nach ver-schiedenen Stempeln) im Schilde kein wappenmässigesBild. Dagegen führt er auf seinem Reitersiegel von

5) Nach einem von Herrn Wilhelm Freiherrn vonLöffelholz gütigst zur Verfügung gestellten Original-Abguss von Herrn Eugen Freiherrn von Löffelholz mei-sterhaft gezeichnet und in Berlin zinkographirt.