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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 1.

die wären swarz zobelindaz selbe wäfen daz was sin.Bei Conrad v Würzburg (f 1287) kommt das Wortwapen im Sinne von Schildzeichen nur einmalvor und zwar im Trojan. Krieg Vers 33096er hete üf sinen heim gemähtnach sines schilt es wapen etc.Im Reinfried von Braunschweig (um 1300) heisst es828 si fuorten alle ein wäfen

von kostelicher stiure1832 siniu wäfen unerkantwären zu den ziten17192 aber an dem schiltefuort er sunder strafensiner erben wäfenvon Brüneswic dem lande

Zeile 17194 wird wohl zu berichtigen sein: sineerbewäfen.

In dem nicht viel jüngeren Wappengedichte Hier-zelein's steht auch noch die Singular-EormUnd sag uns lieber Hirzelinwie sin wapen müge siuWeiteies über diesen Punkt muss ich für einenandern Ort aufsparen.

Die Thatsache, dass mit dem Worte wäpen oderwäfen das Bild auf d ein Schild, nicht einschliess-lich des Schildes bezeichnet wird, weist darauf hin,dass auch jetzt noch der Schild nicht als nothwen-dig es Substrat gegolten hat.

Dies lässt sicli auch in anderer Weise begründen.Wolfram v. Eschenbach erzählt im Parcival (1212)von Gahmuret:

nu erloubt im daz er müeze hänander wäpen denne im Gandhida vor gap, der vater sin15 der herre pflac mit gernden sitenüf sine kovertäue gesnitenanker lieht hermin:

da nach muos ouch daz ander sin,üfme schilt und an der wät.20 noch grüener denne ein smärätwas geprüevet sin gereite gar,und nach dem achmardi var.das ist ein sidin lachen:dar üz hiez er im machen25 wäpenroc und kursit:

ez ist bezzer denne der samithermin anker druf genaetguldiniu seil dran gedraet.Bei Wirnt v. Gravenberg, der um 1212 seinenWigalois dichtete, spielt der Schild ebenfalls noch eineuntergeordnete Bolle. Er sagt z. B.10699 Die zwene kunige uz Asia

Zwei richiu banier fuorten daZaradech und PanschavarIr wafen was ein haermin arIn einem pfelle von NiniveDer was grüner danne ein kleGebildet mit rotem golde gar:Da mit si pflagen einer schar.Hier wird das Bild einer Fahne als wafen be-zeichnet.

In dem Liede von Athis und Prophilias (1214) er-scheint dagegen der Schild als die eigentliche Unterlagedes Wappens und das Schildesbild massgebend fürdas Banner:

62 Eine riebe baniereVuorter an sinir hant(Die was verre bekannt)Nach sinin scildin gesnitin.An anderer Stelle sagt der Dichter

112 sin banier was geserötin

nach dem als er wäpin truoc.Ulrich vou Lichtenstein sagt:do was ouch ich vil fruo bereitvon minem schilde in wäppencleitdie wären gar nach meistersitenvon min ein schilde wol gesnitend. h. sehr frühe war ich bereit, in Wappenkleidern, diemit dem Zeichen meines Schildes geschmückt waren etc.An anderer Stelle sagt Ulrichdri niuwe banir ich an bautgevar reht nach dem schilde min.

3. Capitel.SiiIiragiHtinche Hvuahrimg.

Eine glänzende Bestätigung der oben vorgetrage-nen Wahrnehmungen liefert uns die Sphragistik.

Die Mehrzahl aller Siegel aus der zweiten Hälftedes 12. Jahrhunderts, welche ein wappenmässiges Bildenthalten, z eigen dasselbe direct imSiegelfelde(IV. A. 1. des Systems Hohenlohe), nur in der Minder-zahl von Fällen dient der Schild als Unterlage deswappenmässigen Bildes 1 ).

Sig. II. B. (wohl richtiger IV. A. 1) des GrafenRudolf v. Ramsberg, einer Urkunde des Jahres 1163(im Grossherzogl. Staatsarchiv zu Carlsruhe) eingefügt(nicht angehängt)

Der Eber (Ram) ist (so bemerkt Fürst Hohenlohe)jedenfalls ein redendes Siegelbild; ob er als eigent-liches Wappenbild angesprochen werden darf, ist unbe-stimmt, da keine weiteren Ramsbergischen Wappensie-gel bekannt sind."

1) Es wäre zu wünschen, dass bei der Anführungvon Wappensiegeln des 12. Jahrh. stets sorgfältig be-merkt würde, ob sie zu der Gruppe IV. A. 1 oder IV.A. 2 gehören, ob das Siegel schildförmig, rund odersoitzoval ist.

2) Fürst Hohenlohe, sphrag. Aphorismen S. 49Nr. 145. Anzeiger f. K. d. d. Vorz. 1875. S. 109. DasCliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.