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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 1.

10813 in hazlichem zorne

zucte üf daz einhorne

Biterolf der wigant

da mit was im des Schildes rant

v e r d a et, swä in der helt truoc.und in der Eneide des Heinrich von Veldeke

der lewe was betalle rot

der gemalet was der aneIn diesem Zeiträume hat das Wort wäpen, wäfenzu allermeist die Bedeutung von Schwert, seltenerWaffe; dann ist das Wort sehr gebräuchlich alsNothschrei iväfen\ d. h. zu den Waffen! (alVarmi 1 , auxarmes).

Gewaefen bezeichnet: alles was zur Rüstunggehört; so steht es im Biterolf2244 der junge starke degen guot

vant ein gewaefen riche

daz e vil ritterliche

sin vater dicke bete getragen,sowie im Lanzelet des Ulrich v. Zatzikhoven dessenBearbeitung in die letzten Jahre des 12ten Jahrh. fal-len dürfte :1912 niht gewaefens man in tragen liez

wan sin swert und einen huot

und einen niwen schilt guot

der nach sime was gemäht

Erst gegen Ende, genau im letzten Zehntel des

12. Jahrh. kommt die Bezeichnung von wäpen oder

wäfen für das Schildzeichen «auf, zuerst im Erec des

Hartmann von der Aue, gedichtet um 1190, wo es heisst:

2285 Nu pruofte der junge man

drie schilte gelich

und drin gereite alsamelicb

mit einem wäfen garweAuch Ulrich v. Zatzikhoven (vor 1200) bezeichnetdas Schildzeichen als wäfen4418 sin wäfen ouch dar an was

röte lewen von goldeLanzelet findet bei einer aventiure 100 Schilde

mit fremden wäfen missevar.Es sind hier beim ersten Auftreten zwei wich-tige Thatsachen zu constatiren :

1. das Wort steht in der Singular- Form

2. wäpen oder wäfen heisst nicht der Schildmit dem Bilde sondern das Bild auf demSchilde.

Herhort von Fritzlar, eingelehrter Schüler," wel-cher im Auftrage des Landgrafen Hermann von Thü-ringen spätestens 1210 das Lied von Troye dichtete,d. h. nach einer welchen Vorlage deutsch bearbeitete,stellt das Wort einmal in die Plural-Form:4043 Die wappen an sime SchildeWaren gegraben bildeVon edelme gesteineDie man in den wazzern reineBi dem paradise vantEufrates vnd tygris sind sie genannt.Indess ist dies nur ein Ausnahmsfall, da es beidemselben Dichter auch heisst:486 Die kleider waren so gesnitenSo daz ieglichme sniteFolgete daz golt miteAls man an deme schrate l )490 Daz wappen gesniten hate

Also gienc der borte um den rantDes was daz wappen wol bekantSulich waren ir kleit.Auch der fränkische Ritter Wirnt von Gravenberchverwendet im Wigalois die Singular form

1) schrat = Schrot, Schnitt.

1824 Die knappen brahten im baldeRos harnasch und sper.Und einen schonen schilt her,der was swarz alsam ein kol,Und was enmitten nffe wolEin rat von rotem golde erhaben1830 Daz wolder zeinem wafen habenDa man in bi erkandeDagegen verwendet Wolfram von Eschenbach imParcival ausnahmslos nur die Pluralform z. B.14.22 nu eiloubt im daz er müeze hauander wäpen denne im Gandinda vor gap, der vater sinDas Wappen ist ein Anker, den der Held ablegt,als er seinen älteren Bruder beerbt:92,14 der wäpen teter sich abeferner heisst es30,28 sin volc diu wäpen dör nach kos

Heinrich v. d. Türlin um 1220 {der aventiure crone)kennt wieder nur das Wappen:10510 Im was von einem ulialtEin wäfen gar einvaltGesniten sunder zadelDar an was kein tadelWan ez von golde was erweben515 Da mitten unde ennebonVon lewen, die wären grozSwaz velt beleip goldes blöz,Da schein ez sam ein pfawen zagelDas Wappen des Qnoikos von Montichsdol be-sehreibt er

17530 Des wäfen was als ein kolSwarz, wan diu sarwätDar an schein michel rätDiu was wiz unde grotferner heist es:

29762 Und kanten di SchildeVon den wäfen dar anJhomasin von Zirclaria 1216 sagt13967 saehe ich verre in dem landeein gewaefn daz ich erkandeich wände unde spraechedaz der riter waere daze dem ich diu wäfen hiet gesehenGewaefen (wie oben erwähnt Colle cti vbezeichnung)entspricht der Pluralform diu wäfen.

In der Erzählung von dem Abenteuer des Morievon Craon eine historische Persönlichkeit, urkund-lich 1156 f 1216 heisst es698 daz fchef bereit wart was ez allez samt garnach sin em wäfen gevarferner:

773 sin gezelt was harte gout.an die winden üf dee huotwarn siniu wäpen gesniten942 zöch er an sin wambasel:verre man ez schinen sach.ime wart daz uzer dachein harte guoter samit,wol gesniten unde wit.sin wäpen dar an wiste.Also abwechselnd Singular- und Pluralform.

Der Fleier sagt im Meleranz von dem Wappen desKönigs Verangoz:8150 von einem samit der was geldae üz was gemachet,au koste niht geswachetwäfenroc und kursit(und; ein decke lanc und wit8155 was der iserinen decke dacheher man dar üf sach,