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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. I. 5.

Auf die Häufigkeit der Landeatumiere lässt aucheine generelle Verordnung schliessen, die der Rath zu(Jöln im .1. 1345 in Bezug auf die Turniere und denSpeerhandel erliess. Es heisst in derselben :

It sy kunt, dat unse herren vanme raide haent oe-verdragen umh des besten wille der herren, ritteren,knapen vanme lande ind unse bürgere ind willent indgebiedent: so wanne man eyne tafelroenge roeftupme aldenmarte zo stechen, dat dan eyn yecklich wirdeind wyrdynne, da rydende Inte off varinde lüde uss indin wandelent, sali tzwa karren mystz dan gheven updie bane demghiene, den der rait darby schickt, als heeis gesynnet, ind als man en boyven muren sticht, sosoll mallich gheven eyne karre; so we dis nyet en dede,de sali gheven zo boissen as manche marcke, as manchekarre hee versuymde.

Vort haent unse herren ouch oeverdragen umb deswille der herren, rittere, knapen vanme lande ind unsenbürgere ind willent ernstlich ind gebiedend, dat so wesper veil hait ind sich damit geneyrt, hee sy manoff vrauwe, dat de en geyn sper bynnen Ooelne saliverkouffen noch en buyssen Coelne verkouffen noch voe-ren, senden noch doin voeren, gheven noch machen nochnyemant von synen weigen mit eyngerkunne behentgheitoff varwe, dat langer sy dan der steede maisse;so we herweder deit, de gilt umber van dem sper 3Schilling zo boissen ind als ducke hed id deit. 1 /

G. Capitel.iciH-rc l4uii>|>rsj>i< 1<>.

Die Kampfspiele, wie sie bis in die neuere Zeit beifürstlichen Hochzeiten, Zusammenkünften u. s. w. statt-fanden, bei denen es mehr auf zierliche Schaustellungals auf Uebung der Waffen ankam, haben eine bedeu-tende Literatur. Es mögen probeweise angeführt sein:

Thurnier Buech warhafftiger Ritterlicher Thaten,so in den Monat Junii des vergangen LX Jars in vndausserhalb der Statt Wienn zu Ross vnd zu Fufs, auffWasser vnd Land gehalten worden, mit schönen Figu-ren contrafeet, vnd dem Allerdurchlaucht. Grossmäch-tigsten Fürsten vnd Herrn Hn. Ferdinando, erweitenRom. Kayser etc. deren allergeliebsten Khindern, dem

1) Ennen, Quellen zur Geschichte d. Stadt Cöln IV.300.

ganzen Adel vnd hoehberuembter Teutschen Nation,durch Hannsen von Francolin Burgunder, höchstge-dachter Ro. Kay. Meyt. etc. Ernholden zu Ehrenbeschrieben." Wien 1560 (Fol. 81 Bl.) durch .RaphaelHofhalter (Skrzetusky) m. Fig. Wien 1561 f. m.Figuren.

Dieses Turnierbuch ist der Feyerabend'schen Aus-gabe des Rixner'schen Turnierbuches angehängt.

Die durchlauchtigste Zusammenkunfft oder histo-rische Erzehlung, was der durchlauchtigste Fürst undHerr, Herr Johann Georg der Ander, Herzog zuSachsen, Jülich, Oleve und Bergk, des heil. RömischenReichs Ertz-Marschall, und Churfürst, Landgraf in Thü-ringen, Marggraf zu Meissen etc. Bey AnwesenheitSeiner Churfürstlichen Durchlauchtigkeit HochgeehrtenHerren Gebrüdern, dero Gemahlinnen, Prinzen und Prin-cessinnen zu sonderbahren Ehren und Belustigung, indero Residenz und Haupt-Vestung Dresden im MonatFebruario des M.DC.LXXVIIIsten Jahres an allerhandAufzügen, Ritterlichen Exercitien, Schau-Spielen, Schies-sen, Jagten, Operen, Comoedien, Balleten, Masqueraden,Königreiche Feuerwerke und andere, Denkwürdiges auf-führen und vorstellen lassen. Alles auf gnädigsten Be-fehl . . . genau bemercket und das vornehmste nachdem Leben in unterschiedene Kupfer gebracht, Nebenstetlichen hierzu gefügten Erläuterungen, nachdenklichenGeschichten .... Durch Gabriel Tzschiinmern.Nürnberg In Verlegung Johann Hoffmanns. AnnoMDC.LXXX (fol. 316 u. 444 S. mit vielen Kupfern).

Durch einen Herold wurden dieArtikel zum Ring-und Quintan-Rennen" verkündigt. Zu den Bedingungengehört:

Zum Ersten, Sollen alle diejenigen, so sich zudiesem Ring- und Quintan-Rennen gebrauchen lassen,nach denen Fürstlichen Personen. Gräfflichen, Herrlichenund Adelichen Heikommens Standes und Geblütes seyn,auch kein Graff oder Herr, der seine 16 Ahnen zumwenigsten von Ade) henührende, auch keiner von Adel,so seine 16 Ahnen, als achte vom Vater, und achte vonder Mutter Seite nicht erweisen kan, zugelassen werden,Es wäre denn Einer oder der Andere, so als General,oder zum wenigsten, als Obrister Lieutenanndt mitEhren und Ruhm vor dem Feinde seine Charge erwor-ben und bedienet und sich Rittermässiger adclichenTugenden berliessen."

Derartige Festlichkeiten sind bis in die neuesteZeit herein unendlich oft veranstaltet worden. Indesshabe ich keine Veranlassung mich mit denselben weiterzu beschäftigen, da diese neueren Kampfspiele mit demWappenwesen nicht in Zusammenhang stehen.

V. Abschnitt: IMe Alincnprobe und das Kanipfrecht.

Weh dir, dass du ein Enkel bist!vom Rechte, das mit uns geboren ist,von dem ist, leider! nie die Frage.

Göthe.

1. C apitel.

»»« Iteeht «l«-r IIm uiMH«i K n<n.

Nach altdeutschem Recht bestimmte sich das Rechts-verhältnis!) jedes Einzelnen durch seine Geburt. DerSachsenspiegel sagt Art. xvj:Keyn man mag er-werben ander recht danne en an geborn ist,"und zwar von Vater und Mutter in ebenbürtiger

Ehe angeboren. Kinder, die aus einer nicht ebenbür-tigen Ehe hervorgegangen waren, schlugen derärge-ren Hand" nach, d. h. sie traten in das Rechtsverhält-niss des Untergenossen ein. War der Vater ein Freieraber die Mutter ein Dienstweib , so wurden die etwai-gen Kinder als Ministerialen geboren. Nach dem säch-siehen Lehnrechte (Art. 21) behält der ebenbürtigeSohn des Vaters Heerschild, so lange er sich nicht mitMannschaft niedert.