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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. I. 4.

4&

Strasseiiraub u. dergl. verloren werden. Was der Ein-zelne verbrochen, musste das Wappen büfsen. MarxWürsing's Turnierbüchlein (1518) erzählt:

Vnd wenn ain turniers gnoss ain pettrin oder bur-gers tochter zu der ee nimpt, der mag mit recht die-weil er lebt nit turniern, auch desselben kinder biss indas vierd geschlecht: Hat er aber brüder oder freundder ainer turniert der sol an seiner stat ain malgestrafft werden, das weisst die aigenschatttdes wappens.... ...-

Vnd in wölichem geschlecht ainer war, der zwoirtstuck vorbenannt ains oder mer auf jm het oder wisst,darüber turnier suchet, vnd wolt derselb für sein brü-der, vetter, oder ander seines wappens lassen turniern,so sol sein gesellschaft knecht ainen herold zu jm "einenvnd jm die straff seins verdiensts verkünden, so baldman sein wappen sech das er darumb geichlagen werd,Wil er dann solche straff an stat seins freunds tragendas soll der herold seim vogt verkünden vnder den ergehörig ist, auff das er dester gnädigkhcher gehaltenwerd.

Auch sol ain herold so man schawet vnd er bey-des schilts heim vnd hab erkennen kundt offenlich auss-ruffen vnd verkünden das ain frum edel man vnder

e

disem klainet turniern vnd anstat ains sems gutenfreünds (den er mit dem namen benennen sol) geschla-gen werd, auff das frawen vnd junckfrawen vnd aller-menigklich mog mercken das der fruin Edel für ainenandern seinen freund gestrafft werd."

Auf dem Würzburger Turnier 1479 wurde be-schlossen :

Item welcher in den Turnier will, der sol seinenSchfldt und Krön (d. i Helmzier) unverdeckhtführen und unverendert im Turnir, welcher das nitthuet, den will man darumb straffen nach der Innurs-genossen erkandtnus."

Nach der Theilung begann das Kitterspiel. UlrichV. Lichtenstein erzählt:

Do der tumey da enzwei

wart geteilt, manc grogir schrei

nu wäpent iuch, ir ritter guot."

Das Turnier schloss mit der Kurzweil, sich denHelmschmuck gegenseitig abzuschlagen:

So der Thurnier zergeet vnnd man vffblast, so magein yeglicher sein fchwert ziehen vnd gegen seinesThurniers genossen in sein Weinet zuhawen versuchenmit dem er fich vermag, vnd das selbig an nymants doer blofs ist mit stechen oder hawen brauchen ).

3. Capitel.

Verfall der Natlonal-Turniere.

,. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts erkaltete plötz-lich das Interesse für die kostspieligen National-furniere.Von den Turnierbüchern wird das Turnier zu Landsnutv on 1439 als das letzte des älteren Zeitraumes bezeich-net. Nach anderen Quellen würde das Turnei vonIngolstadt zehn Jahre später das letzte gewesen sein.... Im J.1479 wurde auf Veranlassung der fränkischenRitterschaft wieder einmal ein Turnier der vier Landezu Würzburg veranstaltet. Michael von Ehenheimabreibt darüber:

,Dem, den ersten Turnir der was zu Wurzburg,Uo sach ich Michel von Ehenheim zu, und was Jung.

1) Rixner's Turnierbuch (1530) Bl. 306.

Wiewol man in den Ersten nennet, so waren dochvor vil Turnier gewesen, und bey dreyssig Jaren darvorzu. Ingolstat aufgehört heten, biss zu Wuerzburgward er von den Prancken wider angefangen .... die-ser Turnier ist gewesen am nechsten Dienstag oderMitwochen nach Obersten als man zalt M iiij C L xx viiij."

Desgleichen Wilwolt von Schaumberg 1 ):

In dem viengen sich die turnir wider, wie die voralter gehalten, an; was der erst zu Wirzburg, der anderzu Mainz der wart durch die Frankn stattlich und wollbesucht und kamen vill widerwertig parteien dohin,sonderlich her Martin Zollner" e,tc.

Der- fränkische Edle Sigmund von Gebsattel ge-nannt Rack hat über die Turniere von 14841487 einehandschriftliche Aufzeichnung hinterlassen, die in einemCodex der Hof- und Staatsbibliothek in München auf-behalten ist 2 ). Nachstehend einige Auszüge:Mein erster durner.

Als man zalt 1484 Jor kurtz noch weyennachteuhielt man ein durner zu stuckgartten In Schwaben Indem selbigen durner was ich Sigmund von gebsettel

gnant rack..... In demselbigen durner wolt man

mich nit zu lossen zu dnrnern Ich must meyn vier annevor beweisen das was gebsettel, tettelbach, thann undseckendorff Ich durnyrt In eittel rot die von winss-heim lihen mir ein weiss pfert acht mol für ein gülden.Mein ander thurner.

Als man zalt 1484 Jor was eyn thurner zu Ingel-stat In beyern am donerstag noch sant gilgen tag Indemselbigen thurner wz ich auch vnd thurnrt vntermeyne. angebornn kleynat vnd leyh mir hermangvon habsbg. ein thurner pfert

Mein dritter durner.

1485 Jor wz ein thurner zu onssbach mich beduncktam dinstag vor pflngsten vor der stat vff eynen ackeres warn ob 300 heim In den schrancken In demselbenthurner thurnirt ich vnter meynem augeborn kleinatvnd lag bey beyden mein hern von weinssberg In Irherbrich.

Mein fiertter thurner.

In dem Jor 1486 wz ein thurner zu hamberg a ) vonden eynhornern gehalten am dinstag noch obersten ....Ich thurnyrt in eynen kottenyrtten zwilg.Meyn funffter thurner.

1487 Jor am dinstag noch bartholomey geschachein thurner zu wmrfs am rein In dem selbn thurnerwas ich auch vnter meyne angeborn kleynat vnd lagbei meyne hern Johans vom Leuchtenberg In seynerherbrich vnd reit mit Im vnd sein dinern In dieschrancken .... der lantgraff vom leuchtenberg bezahltdie zerung alle für mich zu wmrfs Ich zerhib Imsein kleynat vff dem heim Im thurner vnd er mir dazmeyn ....

.... do die thurner wider angingen, do wolt manvns von gebsettel nit zulossen durch vrsach dz vnsereitern In funffzig Jörn die thurner nit gesucht heftenvnd must ich Sigmund vil mwe vnd arbeit haben vnddie alten edelleut suchen die umb die thurner wüstendz ich eylff kuntschaft zu wegen broclit dz ich zwstuckgartten zu wart gelossen u

1) Die Geschichten und Taten Wilwolts von Schaum-burg herausgegeben durch Adalbert von Keller. Stutt-gart (Liter. Verein) 1859.

2) Mitgetheilt im Anz. f. K. d. d. Vorz. 1853. S. 67.

3) Das Turnier zu Bamberg von 1486 ist in einerHandschrift des Germanischen Museum aus dem Anfangedes 16. Jahrhunderts, von Rixner vielfach abweichend,beschrieben.