Geschichte der Heraldik. I. 4.
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Das Treiben auf einem Turnei wird im Lanzelet(um 1200) ähnlich geschildert:2675 vehten, reimen, springenloufen, schirmen, ringenzabeln unde kugelspilrotten, gigen, harpfen vil,und kram allerhande.Auch der erste Mai wurde im früheren Mittelaltermit Ritterspielen und anderen Belustigungen gefeiert.Ulrich v. Lichtenstein schildert im „Frauendienst"eine solche Maifeier:
(1. Mai)Si zogten zuo uns ritterlich _mit maneger Hellten banir riehgezimiert manger zuo uns reit:
Die gröier liefen hie unt dasi sehnten „wä nu wä nu wäein rit.ter der tjostirens ger?der sol komen: herä her!"_durch diu reinen suezen wipda maneger zimiert sinen lip
(er geht en Käthe mit sich:)
Ich sol gezimirt grüener sinich selbe zwelft der knehte min:der sol islicher füeren herin siner hant mit mir ein sper,und daz daz grüener varbe si.ez suln ouch gruene sin da biir cleit und ouch der pferde dach"ich schuof daz es also geschach
(2. Mai)Dez andern morgens fruo unt vruodie hoch gemuoten zogten zuodo was ouch ich vil frno bereitvon minem Schilde in wappencleit.die wären gar nach meistersitenvon minem Schilde wol gesniten.gezimirt was min heim wol
verholne rinnet ich daz velt.ich rant hin ftf den berc zehant,da ich vil schön bereite yantminiu grüeniu wappencleit:diu wurden schier au mich geleitMin wappenroc, min decke wasvon samit grüene als ein gras:min schilt, min heim was grüene gar,und miniu zwelf sper griien gevar,min knehte griien, ir pferd alsam:ein gruenez sper ich selbe nammit hohem muot in mine hant:ich reit da ich tjostiren vant.Das Ganze ist ein Scherz. Ulrich freute sich, dasser nicht erkannt wurde; später kleidet er sich wieder um:min lip vil pald entwäppent sichvon grüenem wappen, dar nach ichgezimirt anders wider quamden schilt min ich ze halse nam:gezimirt was min heim guotals ich in fuort durch hohen muot.
des äbents ich sehs sper verstach,gezimirt nach dem Schilde min
Idoch dö ez vol umbe gieez fragten jene dise unt die„waiz iemen wer der ritter was,der Mute griien alsam ein gras
zuo uns her ab dem perge reit?sin maienvarbiu wappencleitdiu waren deswär wünneclich.
In dem 15. Liede des sogenannten Seyfried Helb-ling (ca. 13001 wird über das Abkommen der MaifeierKlage geführt:
47 „herre ich hoer die alten sagen
daz bi ir alten lebetagen
daz laut gär mit vreuden was.50 so die bluomen unde gras
ensprungen in dem meien
die hoch gemuoten leien
ich mein die herren mute
die gäben kleider, schilte55 so huop sich tnrnieren
tanzen, tjostier en
buhurt in den gazzen
schilt riterlichen vazzen
vor den schönen vrouwen60 dö was guot ze schonwen
gezieret manic klärer lip
bediu maget unde wip
die riter truogen kleider.
des ist nü niht leider.65 ein riter nimt gar vür guot
zem winder einen vehen huot
und ein kürsen schaefin:
daz sint nü diu kleider sin:
zem sumer einen zendäl,70 under einem huote hin zetal
ein rock an suckenie.
2. Capite 1.
Die Turnier-Gebräuche.
Das Turnier wurde durch die fahrenden Knappen(garzune) Land ein Land aus verkündet. Die Belegehiefür und überhaupt für die Betheiligung der Heroldebei den Turnieren finden sich im III. Abschnitt.Ulrich v. Lichtenstein schreibt:ez was der grögiraere sageder turney würd an dem mäntage.Der Aufzug eines vornehmen und reichen Herrnwird im Parc. des Wolfram von Eschenbach (1212) sehranschaulich geschildert :
17 Sus fuor der muotes richein die stat behagenliche,zehen soumaer hiez er vazzen:20 die zogeten hin die gazzen.
da riten zweinzec knappen nach,sin bovel man dort vor ersach:garzune, koche unde ir knabenbeten sich hin für erhaben25 stolz was sin gesindezwelf wol geborner kindeda hinden nach den knapen ritenan guoter zuht, mit süezen siten.etslicher was ein Sarrazin.Dar nach muos ouch ouch getrecket sin19 aht ors mit zindäleverdecket al zemäle.daz niunde sinen satel truoc:ein schilt, des ich § gewuoc,5 den fuorte ein knappe vil gemeitderbi; nach den selben reitpusüner, der man ouch bedarf,ein tamhürr sluog unde warf