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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. I. 3.

der swanz war nach dem ruk gepogen

der perlein glast, was ser hetrogen

mit plaichen silher tunchelfar,

der chlawen golt verplichen gar

tzu tal het ez sich geehart

tzu der erd nam ez die vart

anz seinem munt de teures flam i)

gab nicht mer rot, als im ee zam.

do ich den schilt, vercheret sach

mir was zu schawen fürhaz gach

pey der andern panier hielt

ein man, der lutzel freude wielt

auf einem ors nach Streites lit,z

das swert daz biet er pei dem spitz

unwerlieb. und umnutes par.

ich nam des Schildes eben war,

der nach der panir was gestalt,

des wundert mich vil manikvalt:

der punt was durch den spitz getzogen

di achsel ploz, di prust hetrogen,

der schilt, ir chainez dechet

der ruhein rot enplechet

mit stözzen het des todes hohel,

vorseihet als ein plaicher tobel

des rot unertik scheinet.

di par, die ee gefeinet

mit morgen-tau geperlt lak

di hat verchert ein trüber tak

mit seiner chrait: des todes nehel

des ruch unertet als der swehel

ich sach des edlen fürsten heim

den het vorseiht des todes melm

dar auf ein chton verplichen;

der tot het abgestrichen

golt und gestain mit chlagender swer

di chasten waren alle lar

verplichen was ir prellender glast;

von phahen fedren einen quast

der was zurutteu und zerfürt

des orses huf der quast perürt

der spiegel glitz was worden sal

chron unde quast, hing hin ze tal

vorprochen und vercheret gar

ich nam des drytten Schildes war

nach der panir gelieret

der was auch gar vercheret

recht sam dise tzweu hie vor

der ort zu tal, der spitz enpor

den sach man ee derscheinen

von golt und von rabeinen

in plank weis gleich geteilet,

mit schänden ungeniailet,

des goldes ait gamillen war

die hat der tod verderbet gar

mit seiner chelde pitter

mit swindem uiigewitter

in dem golt, getzieret was

drey leben praun von ademas

in parre weis gelenket,

di het der tod verrenket

rück par si lagen alle drey

gelastes und gestaiues frey;

der ruboin rot vercheret, gar,

dar in man sach gefeinet chlar

ii , eein par von edler plute weiz

die het des pittern todes Heiz

vorderbet und verreret

verwandelt und vercheret

1) Primisser liest: stun-

det wappen form und ir gestalt

der dreyer lande manikvalt,

Steyer, Oestereich und Kernden.

Beilage IV.

Straflied eines Herolds oder Persevanten des Amts

namens Königsberg gegen die Mörder des Herzogs

Friedrieh von Braunschweig-Lüneburg. 1400.

[v. Liliencron, die historischen Volkslieder der DeutschenI. 20ß ff.]

Herzog Friedrich von Braunschweig-Lüneburg, 1400von einer Partei, insbesondere dem Ohurfürsten Rudolfvon Sachsen, als Bewerber um die Komische Königs-würde aufgestellt, wurde auf der Heimkehr vom Frank-furter Fürsteutage am 5. Juni 1400 bei Fritzlar voneinem Reiterhaufen unter Führung des Grafen Hein-rich VI. von Waldeck ermordet. Der Churfürst Rudolfund Herzog Bernhard von Braunschweig, FriedrichsBruder, wurden gefangen genommen.

Durch lust sold ich eins morgens ganan einen anger wol getan,da begegnet mir in dem angir groneein wip, was ussirmassen schone.5 Sie sprach:got gruss dich, Königsberg,ich muss dir clagen jamerwerg,die uns armen sint getan."Ich dankete ir nf guten wan.Ich sprach:jungfrauwe minneclich,10 durch got war abe irkent ir mich?"Sie sprach:du bist mir wol bekant;ich bin in botsohaft zu dir gesautvon sehs hochgeboren frauwen,die bidden dich in ganzen truwen15 dass du zu in wollest ridenwant sie sint in grossem liden,als ich dich hie sal wal bescheiden,wiltn min botsohaft hören und beiden?"Ich sprach:jungfrauw, ja ich gern;20 auch mag ich nit wol entbemich muss wissen wer ir sit,wan ich bi allir miner gezitschönem boten noch nie gesach.Ir moget wol sin ein ubirtach25 ubir allen reinen guten wiben,ir sult wol dusent leit virtribenso fruntlich ist uwir angesicht."_Sie sprach :des enachten ich nicht.Wiltu wissen wer ich si30 so wil ich dich bescheiden hie.Ich bins Gerechtikeit genennit.wie wenig man mich hie hkennit,doch was ich etwan hie bekant.Nu werd ich in ein andir land35 virtriben und gar virstossen.mit andirn minen genossen."Ich sprach:zarte jungfrauw fin,sagit mir wer uwir genossen sin "Sie sprach:gern in kurzir frist.40 Die die ubirst andir uns ist

die ist gnant die hoe frauw Ere,die mich gesaut hat, zu dir bere,frauw Truwe und frau Warheit,frauw Mafs und auch Gorechtekeit,45 frauw Dugent und frauw Rcinezucht:wir hau gnomen all die flochtund werden uss dem land virjagit,das si got und dir geclagit."Ich sprach:jungfrauwe schone rieh,50 nemt nit vir ubil, des bidden ich;