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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. I. 8.

vnd aller frommen vnnd lobwirden ritterschafft zu Erevnd loh geschehen sol."

Nach dem Verfasser soll Kaiser Octauianus dieHerolde in so grosse Ehre gesetzt haben, dass sie aufihren Helmen und Wappen, Coronas Armillas, Hastas,also genant, sich gebrauchen durften.Also das ynennit alleyn yr Insignia als wapen, kleyneter vnd heim,sunder auch die wirde vnd freiheyten zu besserung vndvnderhaltung aller ritterschaft erstattung bringen möcht."

Den Schluss der Schrift bildet die Bestallungs-Ur-kunde des Caspar Sturm, die unter den Urkunden Nr. 87von uns reproducirt ist.

Erasmus Francisci') schreibt 1670:

Herolden nannte man, unter der Regierung KaiserCarls des Grossen, die Leute, so das vhrtzigste Jahrihres Alters, und zehen Jahre im Kriege überstandenhatten; nach solchem sie, als Leute, die im Heer altworden, daher auch ihr Namen entspringt, zu Ruhegestellet, in wichtigen Angelegenheiten zu Raht ge-nommen, desswegen auch aller bürgerlichen Auflagenund Beschwernissen enthoben mit grossen Vorrechtenund Freyheiten begabt wurden Diese machten, ausdem Wapen angehen eine Kunst und Profession: wiewolnicht mit der Feder; sondern mündlichem Unterricht."

Des Freiherrn von Senckenberg Vorrede zuOetter'sWappenbelustigung I. (17(51) handelt überwiegend vonder Herolden, trägt aber nichts bei zur Aufhellungder maßgebenden Frage: wann und wie die Institutionder Herolde ins Leben getreten ist,weil die alte Ge-wonheiten solchergestalt verfinsteret worden, dass mandieselbe mit einer Laterne nicht mehr finden kann."

Beilagen.

Beilage I.

Aus der Klage um Graf Werner von Honbergt 21. Mai 1320; vor Genua gefallen. (Aus v. Lass-berg, Liedersaal II, 317 ff.).

1 Ich kam uff ainen grünen plan

Da fant ich jn unmute stan

Die manhait und die min

Fro er die konigin5 Du was vor in gefallen nider

Der hülfen sy ze sinne wider

Mit clagebenider

Sie hatten durch min trü

Mich bald zu jin keren10 Ich vant die hochen eren

In jamer also ligent

Si sprach wi ist gesigent

Das liden an mir worden

Owe was sol min orden15 Der willent hoche regel trug

Hie mitte sy sich selbe slug

Und zart ir hobt gebänd

Si wand ir wissen bend

Und sprach owe mir ist benomen20 Der mir ze helft' ist komen

Mit friem willen richer tat

Sin trost und sin getrüwen ratt

Hant mich in wirde vil gefrumet

Wie ist zer dromet und zer drumt25 So gar min hoch gemüt

Ach der volkomnen blüt

Du mir was fröden bernde

Nu ist min minne gernde

Sid ich den hern han verlorn30 Der mich ze trut hat erkorn

Für alle creatürMin nam ducht in gehürDen trug er in dem hertzen ieWen ich den herren umbe vie35 Und er mich liebes werteDo vant ich wes ich gerteNach minem willen fallen schinEr was min aigen ich waz sinDaz er min nie vergafzIn derselben Weise klagt dann die minne und diemanhait Die letztere beschreibt auch das Wappen:114 Owe der Hechten waffen sinWie sach ich du verkerenDen schilt dem so vil erenIn mangen landen ist beschächenDen mni'z ich vor mir ligen sechenEr waz von liechtem golde fin120 Daz ich so recht claren schinVon kainer farw nie gesachWie daz mir nit myn hertz veriachDo ich die aren baideSach uff dez goldez haide125 Hangen gen dez schiltes rant

So swartz wart nie kol noch brantAls sy von zobel warenNach lüftes flug gebarenNu sach man nit die werden130 Si streben gen der erden

Und rungen baid nach dem grabAch der senden nngehabDer ainer vor der ander nachIn was mit jm ze grabe gach135 Dar man den usserwelten trugAin knabe cliiglich gnugSin losz bin vor der bare raitDar uff lag ain wappenclaitVon golde nach dem Schilde sin140 Owe dez Hechten himels schinWie hat sich der verkeret sustAch richer ar wie hat din brüstSo schädlich geieretDii wirst nit me gehöret145 Als ich dich ofte han gesechen

Von wissen berlen schon brechen ')Nu sint din helse baideVerkeret nach dem laideDU rotten snebel misse var150 Nu warent von rubin garDin ogen gar durch zieretUnd nach wünsch gefisieretDie müssen nu verblichenGesach man dich ye riehen155 Dem histu laider ungelichDie zwen ringe goldes riehDie du jn dem snabel triigteDie sint gar angefügteIr stain hant ir craft verlorn160 Ach er wirt nimer me gebornDer dich ergetzen könne garSin schwert sach ich der schaide bar,By dem spitze füren hinMit komber und mit ungewin165 Wart schädlich gemertDie banner wart verkert.Der fleder hieng von jin ze talSin röte unfar und smalDer gab etlicher varwe schin170 Die am nach dem waffen sin

1) Neu polirter Geschieht-, Kunst- und Sitten-Spiegel.Nürnb. 1670. fol.

Rede.

1) Von dieser Zeile ah ist von der Helmzier die