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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. I. 3.

Item 1 guidein Hohenstein persevand.Item 1 guidein Beheimerland.

Item 2 guidein zweien des von Coln persevanten.Item 1 guidein des kunigs persevanten.Item 1 guidein hertzog Ludwigs persevanten.

Endlich finde ich noch aus der Zeit dieses Königseinen Johannes genannt Krabatland, Persevant desKönigreichs Kroatien der unterm 28. Aug. 1443 vonK. Friedrich IV. einen Dienstbrief summt Geleit er-hielt '). Krabatland (Krabat = Kroat) ist der deutscheName für Kroatien.

Eine alte Nachricht über das Turnier zn Ansbachvom J. 1485 2) erwähnt folgende Herolde:Item Hans Burgraff persevat Knecht in Bayern.Item ein Kunig der Wappen aus den Nyderland ein

perseuat der Geselschafft des Steinpocks.Item Hans Montfart perseuat im Visch und Valcken

genannt Pfaff Hans.Item Utz Helffenstein perseuat im Layd-Pracken.Item Heintz Thumerumt knecht im Steinpock.Item Lazarus Behem, knecht im Esel.Item Mang Grunwalt der Bayern knecht.Item Hans Frey ein Nachfolger der Wappen.

Ein Persevant des Herzogs Georg von Nieder- undOberbayern (Landshut) also vor 1504, Namens UtzMüller führte den Amtsnamen Bairland').

Ich verweise schliesslich noch auf den Herold desPfalzgrafen von Simmern, Georg Rixner, mit dem Amts-namen Jerusalem um 1530, von dessen schriftstellerischerThätigkeit noch die Bede sein wird.

Bald darauf verschwinden die Amtsnamen der He-rolde aus der Geschichte.

Im J. 1560 waren *):

Steffan Demoures, sonst Heimnolt genannt, Rö-mischer Herold.Johann von Francolin, (aus Burgund) Ungari-scher Herold.Wilhelm Püllenstrass, Böhmischer Herold.

Ihr Titel war damalsEdel und Ehrenvest".

8. Capitel.Amtsverrlehtungen der Herolde.

a) Lob-den-frumen!

Soweit wir die Institution rückwärts verfolgenkönnen, so lange gehörte es zu den Aufgaben der He-rolde (Wappenknaben, fahrenden Knappen u. s. w.) dieSieger im Kampfe in Lobliedern zu verherrlichen unddie Bosheit in Schmähliedern zu strafen. Für die ältereZeit ist ein völlig unterrichtendes Material im 3. Ca-pitel dieses Abschnittes beigebracht. Hier handelt essich um den Nachweis, dass trotz der eingetretenenNamensänderung die Traditionen des Amtes völlig ge-wahrt blieben.

In dem Bestallungsbrief des Markgrafen Friedrichvon Meissen für den Herold Johannes gen. Missenlandvon 1421, den ich unter den Urkunden 8 ) mittheile, wirdausdrücklich erwähnt, der Markgraf habe denEralden"

1) Chmel reg. I. 183.

2) Jungens Miscell. I. Frankf. u. Leipzig 1739S. 368 ff.

3) Er wird 1516 urkundlich als Verstorbener er-wähnt.

4) Laut Francolins Turnierbuch.

5) Nr. 58.

Johannes so erfahren in ritterlichen Dingen und Hand-lungen befunden, dass er die Tapferen zu loben, dieBösen aber furchtlos zu strafen wissen würde.

Der Herold Johann Holland sagt (um 1420) in sei-nem bayerischen Turnierreim:

Wann mir geburt von Recht

Das Ich sey des Adels Khnecht

Unnd alle Poshait straf

Unnd die Fromkait auf zaf')

Nach dem besten Ich vermag.In demselben Reim sagt er, im Anschluss an dasTurnier von Schaff hausen:

Auch was zuvor da gewesen

Ein turnier wol auserlesen

Im dreutzehen hundert Neuntzig zwai,

Davon man noch redt allerlay,

Von gueten Adel aus dem Reich

Die den Tornier gar herleich

Erfuecht hetten, als sich gezäm

Und als der Khünig dahin khäm

Ward Im von solchem Ritterspüll

Gesagt mer, dann zu vill

Unnd von den zarten Frauen

Die sich in ehrn Hessen schauen.

Auch wer mit schlegen gestraffet wer,

Auf schranncken sezen und solche mer

Das gebürt mir nit zu melden

Man lobt mich darumb selten,

Unnd war wider meines Ambts treuen,

Das ich das solte verneuen,

Darumb einer gestraffen ist worden

Das gebürt nit meinem orden

Es wäre dann, das er nit widerkhart,

So war mein straff ungespart.

Mit senffter red Taugenieich

Er war Fürst, Arm oder Reich

Graf, Frey, Ritter oder Khnecht,

Dem bin ich schuldig trewlich rede,

Sein übl und poshait zu melden,

Er soll des mich nit lan entgelden,

Voigt er mir. das siech ich gern,

So thuet sich sein fromkhait mern,

Khert er sich aber nit daran,

So hab ich doch das mein gethan.Der Graf von Ostervand, Sohn des Herzogs Albrechtvon Bayern-Holland überwand 1398 die Friesen beiStavern, brachte diese Stadt zum Gehorsam zurück undHess sich den Leichnam seines 1345 erschlagenen Gross-mutter-Bruders Graf Wilhelm IV. ausliefern, der nachValenciennes überführt wurde. Damit hatte er sichvon dem schmählichen Vorwurf gereinigt, der ihm inFrankreich bei seiner Flucht vor dem Vater (1393)wiederfahren war und von Joh. Gerbrand von Leidenin chronico Belg. p. 312 2 ) also erzählet wird:

Als er an dem heil. Drey-Könige-Feste an derKöniglichen Tafel speisete, kam ein Herold und schnittean seiner Stelle das Tischtuch entzwey mit dem Be-deuten: Es gezieme sich nicht, dass ein solcher Mannhier sässe, der sein Wappen verloren hätte. Der Grafbehauptete gegen denselben, er wäre nicht Schildloss.Der Herold aber versetzte: Er sey allerdings für einensolchen anzusehen, weil dessen Grossmutters-BrudersMord bis auf diesen Tag an den Friesen wäre unge-rochen geblieben.'

Eine solche Freyheit zu reden (bemerkt dazuKöhler) hatten dazumals die Herolde, itzunder sind siearme Schlucker und haben nicht den geringsten Scheinvon dem ehemaligen Ansehn und Gewalt mehr übrig."

1) zäfen, schmücken.

2) J. D. Köhler, Münzbelustigungen XXII.