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Geschichte der Heraldik. I. 3.
Erwägung, dass derselbe „von anderen varenden Lüthenin der Eidtgnosschafft einmüttenklieh erweit ist" ver-leiht ihm der Rath durch Lehenbrief d. d. 29. März 1430das Königreich, „also dass Er und sin Marschalkdas Künig Reich hin für alsbissher, mit allen wirdenund Eren . . . Inhalte» und haben sullen." Dem UlmannMeyer wird von dem Bürgermeister Felix Maness derEid des Gehorsams abgenommen 1 ).
Eine ähnliche Institution begegnet uns noch im18. Jahrhundert in Bayern:
Johann Vcith Ungernedter churfürstl. bayer. Spil-graff und musikal. Hof- und Feldtrompeter stellt, 1738einen auf ein Jahr gültigen Spilp aas für einen Musikerans (gedrucktes Formular in Querfolio) -). —
Das urkundliche Material über die Wappen-könige ist ein sehr spärliches. Wir wissen nur, dassKaiser Friedlich III. nicht der erste war, welcher einenWappenkönig ereilte. Eben dieser Kaiser, damals nochKönig, bestätigte am 28. Mai 1440 die Briefe desKaisers Sigmunds und Herzogs Philipp von Burgund,wodurch sie den Heinrich Reichard von Heessel,genannt Oesterreich zum Wappenkönig von Ruviermachen :
„Famosus Heinricus Reichard de Hcel'sel vulgariterÖsterlich nuneupatus armorum Rex de Ruwier heraldusnoster specialis" *).
Dieses Königreich der Wappen von Euvier ist wohlidentisch mit dem von Rifor, das ich leider nur aus deinFormular einer Urkunde aus der Zeit des Kaisers Maxi-milian I. kenne 4 ); der Act gehört also zwischen dieJahre 1493 bis 1519. Der wesentliche Inhalt des Schrift-stücks ist folgender:
„Wann die Stein! und Ampt der Wapen zu nutzund notturft des Adels davmit der in Tugend gemehrtdie Person vnd gefchlecht dazu geboren gewiedeint, voneynem Land zu dem andern in ehrn und Tugend ge-preifst, an einander erkennt, in freuntl'chafi't erwachsen,vnd dardureb die vnzier Laster vnd missbrech des Adelsfürkommen, vnd ausgetrieben werden, von alter aufsguten loeblichen vrsacheu erfunden vnd auffgesetzt ist,die wir dann als Rom. Keysser auss vnser Key. wirdevnd zu mehren geneigt seyen vnd den vnser vnd desReichs lieber getreuer N. nun langzeit des DurchltigenN. Hertzogs zu B. vnsers lieben Oheims und FürstenErnhold gewesen ist, und sich in seim Stand und Ampt,mit erfahmng vieler Königreich vnd weitter Land, mitloebl. glitten Thaten vnd geschickten gehalten, auchunser Keyserl. Person vnd Hoff, mehr dan eyn mahlbesucht hat, dardurch wir inen in erbarkeyt er'kent underfunden haben, auch von dem obgenanten vnserm liebenOheym vnd Fürsten, den benanten N. zu mehrnng seinerwirden vnnd Standes zu unserem vnnd des Heil. Rom.Reichs König der Wapen von Rifor zu machen ....durch seine besiegelte Brieff gebetten worden sein —
„.....der ytz genent N. hat uns auch darauf gelübd
vnd Eyd getban das vorgemelt, sein Ampt getreul. undehrl. zuhalten und zuverwesen, als recht und von alterherkomen ist . . "
Kaiser Friedrich macht (Neustadt 13. Juni 14G6)den Panthaleon genannt Sidoni, zum Wappenkönig desRom. Reichs:
1) Die Urkunde ist abgedruckt im „Anzeiger fürschweizerische Alterthumskunde" 1856 S. 28.
2) Verhandl. des bist. Vereins von Überpfalz undRegensburg Bd. 26 S. 413.
8) Chmel regg. I. 9.
4) Oetters Wappenbelustigung I, v. SenckenbergsVorrede S. G.
„Wir habent angesehen solich erberkeit vnd vernuftdie vnser vnd des reichs lieber getrewer Panthaleongenannt Sidoni des hochgebornen Johannsen herezogenzu Medina vnd Sidonia vnsers lieben oheims vnd fürstenerhalt an im hat auch die getrewen vleissigen dinstedie er vns vnd dem heiligen reich getan hat vnd hinfürwol tun mag vnd sol in künftig zeit vnd in darumbmit wolbedachtem mnte rechter wissen vnd dem vor-genanten vnserm lieben oheim vnd fürstenzu eren geuallen vnd von sunderlichn vnsern kaiser-lichn gnaden zu vnserm vnd des heiligen reichskünig der wappen erhebt gewirdigt vnd gemachtvnd darezu den vorgenannten namen 8ydOlli den hin-für zu haben zu haben zu geprauchen vnd also genennetzu werden gnedielich contirmirt vnd bestett" ').
6. Capitel.Die Herold« und Feruevanten.
Im Mittelalter war das Heroldswesen keineswegsein Vorrecht des Kaisers oder der Fürsten; Grafen,Freiherrn und reiche Dienstherren hatten eben so gutihren Herold wie jene. Es versteht sich diess aus derganzen Entwicklung der Institution von selbst.
In der Rechnung des Landschreibers WalfartHelttampt über die Ausgaben des Herzogs Albrechtvon Bayern vom J. 1392') weiden unter dem Titel„Varenden läuten" erwähnt:
am Montag nach dem Pfingsttng meins alten HerrnHerold geben vj guidein zw Lxiiij l'fg. facit XII Schi.
xxiiij
— an Samptzng darnach Niklas dem Herold, derder meinen Herrn von Hertzogen Rudolf von Saxengesannt was j Pfd.
— eodem die des Hertzogen von dekcli Heroldengeben Lx —
— an Suntag darnach des von Ebttingen vnd kes-sing Herolden geben Lx
— an Pfintztag vor Matbei apostoli des kunigs vonFr an k ehr eich Herolden vnd einen pacaudgesellenmit in geben ij Pfd.
Diese Posten kommen mitten unter Sprechern,Fiedlern, Pfeifern u. s. w. vor. Bemerkenswerth er-scheinen mir hievon:
Item am Suntag nach Conuersionis Pauli des E r nf e 1 -ser Adlern geben j Pfd.
— am Montag nach Purificationis beate Marie Sorg-niebt dem Sprecher geben j Pfd.
— In die Dorothce dem lrrgankch des von OttingSprecher geben j Pfd.
— In die. viti Pöndel des lantgrauen fidler, der mei-nen Herrn was gesaut von dem von Otting,geben j Pfd.
— an Montag vor Margarete zwain iidlern des Bischofvon Prag knecht geben Lx —
— In die Bartholomeij dem lrrgankch Sprechergeben j Pfd.
— In die Ruperti dem Suchen sin vnd seinen gesellengeben iiij Pfd.
— so hat man im gelost aus der Herwerg von denHunermair vij Schi, vj —
— In die Michelis zwain fidlem Hertzogen Heinrichvon Brwnswinkch knecht geben vj Schi.
— am Montag darnach Johannsen von LichtenstainSprecher geben genant Peter Lobden frumen Lx —
1) (Jhmel regg. IL 465.
2) v. Freyberg, Sammlung histor. Schriften undUrkunden IL Band. 146 ff.