Geschichte der Heraldik. I. 3.
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rum ex innata nobis de-mentia duximus prosequen-dum. Eapropter non solumsubtilitate magisterij tuiverum eciam diuturnitatelaboris et innata fidei tuecondicione pensata velutibene meritum, quem morumconyersacione et vite lau-dabilitas recommendat, Re-gem omnium hiatrionum,cuiuseunqne artis, faculta-tis seu subtilitatis existant,in omnibus et singulis reg-nis, principatibus, terris,dominijs et districtibussacro subiectis Imperio deregie potestatis plenitudinepresentibus eleuamus, de-cernentes, quod vniuersi etsinguli histriones (gl. spil-leute) huiusmodi te tam-quam regem honorare de-beant et in locis singulis,quociens et dum eis con-uentus fuerit, cum solemp-nitate debita reuereri ti-bique in hijs, que ad tuiregimims de consuetudineuel de iure spectant offi-cium, fideliter obedire, quo-que equos, vestes, robo-ras (?) et alia queuis do-uamina, quibuscunque spe-cialibus nominibus exprimivaleant, que tibi de regi-bus, principibus, ducibus,comitibus, baronibus, mili-tibus. clientibus, quorum-cunque sacri Imperij fide-libus cuiuscumque gradusseu nobilibus existaut, li-beralitate erogata fuerint,libere vendere possis ubi-cunque locorum absquetbeolonei seu alterius daciisolucione, que tibi de spe-ciali nostre celsitudinis fa-uore presentibus ad vitetue _ tempora relaxamus.Inhibemus igitur vniuersiset singulis nostris et sacriimperii fidelibus, ne teaduersus presentis nostregracie seu largicionis in-dultum impediant seu im-pedire permittant sub penanostre indignacionis pre-sencinm etc.
Beide Diplome sind offenbar nach dem-selben Formular gearbeitet! Wappenkönigist wieder nur ein neuer Name für die alte Sache!
Ob der Spielmanns-König einem originellen Einfalledes kaiserlichen Hofes seinen Ursprung zu verdankenhat, oder den Einrichtungen des Auslandes entlehnt ist,vermag ich mit Bestimmtheit nicht zu sagen, ich möchteindess a priori das Erstere annehmen.
Auch verschiedene Einzelstaaten und Provinzendes Reichs hatten ihren besonderen König der fahren-den Leute.
Dahin gehört vor Allem der „König vom Oden-
circo diurnitate bene me-ritum quem conversatiomorum et vite laudabilitasplurimum commendant re-gem omnium heraldorumpersevandorum seu servo-rum armorum in toto sacroRomano imperio de Romaneregie potestatis plenitudinestatuimus facimus, creamuset presentibus elevamus
decernentes quod universiet singuli heraldi perseu-andi seu armorum famulite tamque Romrich etipsorum regem in locis sin-gulis quociens et dum eisconventio fuerit debeantcum solempnitate debitareuereri tibique in hiis quead tui regiminis de con-suetudine vel de jure spec-tant officium fideliter obe-dire quodque vestes equoset alia quevis donaria qui-buscunque specialibus no-minibus exprimi valeantque tibi de regum ducumprincipum comitum baro-num militum clientnm acquorumcunque sacri imperiifldelium cuiuscunque gra-dus nobilitatis seu statusexistant liberalitate fuerinterogata libere vendere pos-sis ubique locorum absquethelonei seu alterius daciisolutione que tibi de spe-ciali nostre celsitudinisfavore presentibus relaxa-mus. Requirimus igitur"...N. 25.
wald" ein um 1340 lebender Dichter, dessen sämmtlicheLieder, soweit sie erhalten gehlieben sind, leider nochnicht herausgegeben sind.' Einige Proben hat K.v. Bahder veröffentlicht *).
Dieser „König vom Odenwald" war unzweifelhaftein Spielmann und Ober-Herold 2 ) der Odenwälder Ritter-schaft. Er sagt:
(II, 5) liez ich nft kunst verderbenwie sölte ich daune erwerbender her'ren gunst und auch ir guotder ritter knchte höchgemuot?
Urkundlich bildete das Erzbisthum Mainz denBezirk eines Königreichs der fahrenden Leute.Erzbischof Adolf ernannte 1385 seinen Pfeifer und Die-ner Brachte zum „Kunige farender Lute durch alleunser Erzbisthum und Laut" 3 ).
In gleicher Weise bestand ein Königreich fahrenderLeute in der Pfalz am Rhein. Pfalzgraf Ruprechtder Aeltere ernannte 1393 den Wernhir Pfifer von Altzeiauf Lebenszeit zum König über alle fahrenden Leutein seinem Lande und Gebiete 4 ).
Ein anderes Königreich fahrender Leuteumfasste den Bezirk „zwischen Hagenower Vorste vndder Byrse, dein Ryne vnd der Virse" im Elsass. Das-selbe war von undenklichen Zeiten Reichslehen derHerren von Rappoltstein und wurde von diesen weiterverliehen. Bruno Herr zu Rappoltstein hatte das König-reich dem Pfeifer Heintzman Gerwer verliehen, welcheres 1400 von Krankheit wegen seines Leibes, dass erdas nit bewerben, noch versorgen mag, als das Her-kommen und billig ist, seinem Lehensherrn aufgab.Nunmehr verlieh Schmassmann Herr zu Rappoltstein(Brunos Sohn) das Amt mit AVillen des ehegenanntenHeintzman Gerwer seinem Pfeifer und fahrenden ManneHenselin 5 ).
Noch 1481 wird dieses Reiehslehen den Herren vonRappoltstein urkundlich geliehen 6 ).
Bürgermeister und die Räthe der Stadt Zürich ver-liehen von ihrer Grafschaft Kiburg wegen des „PfifferKüngrich in allen unsseren Herschaften, Graffschafften,Gerichten, Gebieten, Twingen und Bannen."
1430 bewarb sich Ulmann Meyer von Bremegarten„unssers Gnedigen Herren, Herren Burkartz von Wyssen-burg, Apt des Gotzhuss zu den Einsidlen varendMan" bei der Stadt Zürich um das „Königreich". In
1) In der Germania herausgeg. v. K. Bartsch NeueFolge XI. 193 ff. 292 ff.
2) K. von Bahder hält es für unwahrscheinlich,dass der Dichter „eine so hervorragende Stellung, wiedie eines Wappenkönigs" eingenommen habe.
Ich möchte dem entgegenhalten, dass der Wappen-könig damals noch gar nicht „erfunden" war. Jeden-falls entsprach aber die Stellung des „Königs von Oden-wald" derjenigen der spateren Wappenkönige.
3) Vergl. Urkunde Nr. 34.
4) Vergl. Urkunde Nr. 38.
5) Siehe Urkunde Kr. 52.
6) K. Friedrich 111. verleiht dem Edlen WilhelmHerrn zu Rappoltstein und dessen Bruder Schmassmaiidie leben vnd herlicheiten, streyf jags vber lannd zujagen, von dem Hawenstain bis in Hagenawer forst,und zwischen dem Reine, vnd der First, auch diedinsten vnd oberkeit der spillewt in demselbenbezirrkh, so von vns vnd dem heilichen reich zu lehenrüren vnd ir vorfaren von Rappoltzstain, vnd sy, bifshervon vns vnd demselben Reiche in leliens weise inngehabtG. zu Wien am letzten tag des monets Octobris. 1481.(Jo. Frid. Scheid, diss. de jure in musicos. Argentorati1719. S. 45 f.).