Geschichte der Heraldik. I. 3.
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lieder sind mit verschiedener Geschicklichkeit nach einerund derselben Schablone gearbeitet.
Dies übertriebene Herausstreichen der Helden undihrer Thaten, das „Prüfen des Schillings zu der Mark"wie sich Albrecht v. Scharffenberg nicht ohne Witz aus-drückt, wurde auch von anderen Seiten her gerügt.
So hat ein "Wiener Spruchdichter des 14. Jahrhun-derts, Heinrich Teichner, eine nach Allem, was von ihmvorliegt höchst achtungswerthe Persönlichkeit und Freunddes Peter Suchenwirt, die Uebertreibungen der Herolds-dichter in sehr gelungener "Weise und auf ihre eigeneManier gegeisselt')• Ich will das Gedicht da es zurGeschichte der Herolds-Institution gehört, hier folgenlassen.
"Von den wappen.
Waz man von dem Wappen sait
Daz ist nicht alz div warhait
Da ist vil gelogens an.
Da man div warhait ret der van5 Waz ain pider ritter tuet
Daz war wol zu hören guet;
Aber daz man ez über leuget:
Daz ein ritter hab erzeuget
Daz allen reichen war zu groz10 Daz ist gespotez haus genoz.
Icn waiz nicht dar zu sprechen
Daz ein ritter mag zu prechen
Meniger sper pey seinen tagen
Denn der schwartzwalt mag getragen.15 Zwey vnd est, der ist so prait
Zwainczich meil, als man sait;
Do mit gicht er: menig sper
Hab der helt hin und her.
Zeprochen, vnd zu hauffen pracht..20 Hurta her, wie er vacht
Als der wint in dem ror
Yezunt hinten, iezunt vor;
Also traib erz auf vnd ah
Er schutet laut in daz grab25 Hauffen weiz, recht als div piren
"Von dem pawm her nider riern
Wann er über zeitig ist.
Er hat gevochten manig vrist,
Daz es in den pergen hal30 Alz ein donner slueg zu tal.
AVie mag daz div warhait wesen?
Div warhait wiir gut zu lesen!
Dem solt ein ritter gern geben,
Der sein ritterleichez leben35 Mit der warhait prächt zu schein
Ez solt manigem zoren sein,
Daz man sait sein ritterschaft
Warvmb Meist er leib vnd chraft,
Nicht anders, dann dvrich speis bejag,40 Und wil dann, daz man still dag?
Nv wil got selb, daz man in preis
Wen man lobt in rechter weis —
Daz sol nieman wesen swär
A so sprach der Teychnär
Auftreten der Amtsbezeichnung „Herold".
Bisher war der Titel „Herold" in Deutschland nichtallein ungebräuchlich, sondern auch unbekannt.
Meister Rumelant, ein Dichter zur Zeit Rudolfsvon Habsburg, hat ein Gedicht hinterlassen über einen
schlimmen Gesellen Namens „Herald", der den bösenHerren Lob sang und die Guten schalt. Ich bin derMeinung, dass dieses Gedicht einem englischen Originalnachgebildet ist, und dass Meister Rumelant das „he;alt"seiner Vorlage für einen Personennamen hielt, währendaugenscheinlich der Durchschnitt des fahrenden Volkesgemeint ist, die Ehre, d. h. Lobgesänge für Geld undGabe spendeten.
Wir ersehen hieraus auf das deutlichste, dass imganzen 13. Jahrhundert der Amtstitel „Herold" inDeutschland unbekannt war.
Das Gedicht des Meister Rumelant l ) hat übrigensfolgenden Wortlaut:
Heralt ein singer was genant, des muot was so verkeretder sank den boesen herren lob, mit schalt die guoten.Do man des wart gewar, da sprach man: „swer nu ist
geuneret,der mak sich lohes in Haraldes don vermuoten."Der truiwe und eere in herczen truok mit allen guoten
dingenden man er schalt;dem al diu menge laster sprach, des lop begund' er
singendes pflak Heralt:
noch weiz ich den, er enschlichet nimmer also liseer enbczzer sich, lin lop kuint in Haraldes wise.
Hierselein, der vor 1320 ein Lied auf dieSchlacht zwischen den Königen Adolf von Nassau undAlbrecht von Oesferreich dichtete, und unzweifelhaftein Herold nach späteren Begriffen gewesen ist, rechnetsich kurzweg zum fahrenden Volk. Er lässt sieh näm-lich anreden:278 Hierzelein Munt daz si geseit
Dir und aller varnden diet etc.
Der sogenannte Seifried Helbling (13. Lied) belegtdas fahrende Volk im Dienste der Landherrn mit demverächtlichen Titel „hoveguinpelinan", — d. h. Hof-Possenreisser. Dass es sich hier um wirkliebe Uerolds-dichter handelt, beweist jede einzelne Zeile des Liedes,das an anderer Stelle noch weiter zu erörtern sein wird.
Die gleichzeitige Reimchronik des Ottokar gen.Horneck gebraucht noch den alten Ausdruck „greigirn".
Zuerst finden wir den Titel „Herold -1 bei PeterSuchenwirt, dem bekannten fruchtbaren Wappendichter,welcher zwischen den Jahren 1366—lo95 arbeitete.
In dem Gedicht von „pnfgraf Albrechten von Nürn-berch" [f 1861] sagt er:
11 Ir chnappen von den Wappen hört,Tzung unde munt mit lieb erpörtDy von den wappen tichtens p biegenNicht lat mit willen underwegenetc.
Einige Jahre später (ca. 1367) in dem Liede überLeutold von Stadeck:115 Gen Preuzzen durch des gelauben erDa man sach tzwene chüuig her,Vil Pehem und vil VngerMit in vil hehle iunger,Fürsten, grafen, fieyenDer nanien hört chreyenVon den eralden, persewant,Der wappen volger TribliantFerner in dem Liede von Herzog Albrecht (v. Oester-reichs) Ritterschaft 1377:
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a™ t\ Zuerst von Jnl Max Schottky in den Jahrbüchernöffentü T atUr Band ' Wien 1818 ' 80, S- 2G ff ' ver "
Eralden und gernd leut
Dez fursten mild al da erfrewt
1) v. d. Hagen, Minnesinger III, 59.