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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. I. 3.

Zeit .Virginal" *) genannt und Herrn Albrecht vonKemenaten zugeschrieben. Auch hier werden die fah-renden Knappen bereits knappen von den wapengenannt. Wir erhalten einen kostbar tiefen Blick indie ganze Stellung und die Amtsverrichtungen dieserLeute. Nachstehend ein Auszug des Wichtigeren:

1003 Diz werte biz den vünften tacdaz da nieman ruowe pflac.

schrüwen die von den wäpenhalt üf, ir herren, uf dem plan5 ir hant ez allez wol getan,die herren und die knappen" sprächen si da allegelich:was meinent ir hie mite?",einen turnei wunnenclich.10 nach gewonlichem site

von zinstag über aht tage,zwei hundert ritter lobelichdurch vrouwen äne widersage."

1004 - - -

ein knappe von den wäpen schreir herren, hoerent alleund läzent iu noch sagen me10 wer uns alhie gevalle.

des küneges riter üz Ungerlantder ist der beste hie gewesen:er ist geheizen Sigenrut

1005 Der Minnen böge hat in geschozzenumbe daz er was unverdrozzen

ze dienen schoenen vrouwen."er gap dem knappenz ros aldö5 des wurden si da alle vrö

1035 si bereiten sich al al uf der vartzum edelen turneige.

lute geschruwen wart5 von eime knappen üf der vart,dem von dem wäfens ehre ige.,.ir herren nu bereitent inchmit uwer ritterschafte.es kumet schiere alher ein triueh10 mit so grözer kreftedaz ir vor bereitet sint,daz mac iu äne schaden sin.swie ir sint an witzen blint."

1036 Der tum ei do geteilet wartvon den knappen üf der vartdie vnn den wäfen sprachensi teilten ebene nnde gelich

5 da/, ietweder parte sich

zun einander brächen.1040 die knappen von den wäfen gar

begunden krien allen.

die ritter also lobelich

hielten den turnei wunnenclich1047 Der wäfen knahen kriren so

und ouch die vürsten prie viertent 2 ) do

und ouch die riter gemeine

süsä, wie lit so rieh bejac5 an dem Stirer, wan er mac

und ist ein ritter reine!

ez was so wunnesam sin lip :

in wolde nie verdriezen

sölten in diu werden wip10 durch sine tilgende niezen.

swä man sol ere unde pris bejagen,

da wil er ie der erste sin,

daz manz von im künde gesagen"

11 Deutsches Heldenbuch v. E. Martin (BerlinWeidmann'sehe Buchh.i V. Band.

2) Sogar die Fürsten stimmten ein Lohlied an.

1048 Kin ander knappe der wäfen schreir herren, niht turnierent me

nu an disen stunden,ich wil iu sagen sunder meil:5 von der Wulfinge teilhat einer überwundendaz er ist der beste einin disme turnei gewesen:sin lip in tilgenden ie erschein.10 des müeze er saelec wesen,und ouch manec ritter guot,des namen ich niht genennen kan.si hant alle beides muot.

1049 Ir herren, zogent abe zehantdiu naht knmet da her gerant:nu ritent uz dem melme."

Rentwin und der von Stirerlantvuorten die ere enhant mit in.

1050 Ein knappe vaste vor in schreer wolde ritens kleider nievon den edeln rittern.

si gäben in ros und wäfenkleit:5 des wurden si vil gemeitsi künden ouch wittern,do kreigiertens liberaldar den schoenen vrouwen.

1052 Die ritter schämten sich aldö.

si mähten die valt den alle vrö.

die von den wäfen jähen,

si gäben in alle ir wäfenkleit.5 daz was den knappen niht leit,

wan si ez gerne sähen.

si kreigierten aber dar

mit hovelichem schalleAuch Conrad v. Würzburg hat uns in seinemTurnei v. Nantheiz" die Probe eines Lobliedes aufbe-wahrt, welches dieKnappen von den Wappen" amEnde eines Turneis auf den Sieger auszubringen pfleg-ten, als Dank für die geschenkten Pferde, Kleider unddergleichen. Hier ist es, und ich bitte damit Str. 1047der Virginal zu vergleichen.1114von Engellant der reine

der ist ein fürste zeinem man!

hurtä hurt, wie wol er kan

nach hohem prise dringen!

ahi. wie kan er ringen

nach eren manicfaltec!1120 kein sperwer so gewaltec

wart nie der kleinen vogellin

als er der ritterschefte sin

wil und mit siner hende mac.

susä wie lit rieh bejac1125 versiugelt hiute in siner hant!

achtzehen ros het er gesant

von der plänie velde.

mit höher wirde melde

sol man kroijieren sinen lip1130 für zucker möhten in diu wip

durch sine friheit niezen,

sit daz in niht verdriezen

mac eren unde tilgende

da her von siner jugende,"Die Uebereinstimmung zwischen Conrad von Würz-burg und demVirginal" fällt in die Augen. Dabeiist die Annahme, dass ein Dichter den andern benützthabe, völlig ausgeschlossen. Die Schilderung istalso direct aus direct aus dem Leben heraus-gegriffen, wir haben ein vollständiges und zuver-lässiges Bild wirklicher Vorgänge, wie sie bei jedemTurnier der damaligen Zeit vorkamen. Beide Herolds-