Geschichte der Heraldik. I. 3.
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Desgleichen im „Engelhard" Conrads von Würzburg:2752 und swaz der rittcr üz erweit
rosse da bejagete
diu gap der unverzagte
den knaben von den wäpenHeinrich von Neustadt schreibt im Apolloniusv. Tyrland (Anfangs des 14. Jahrhunderts):
Die wappen die sy fürten
Dy waren reich an zu sehen
Als mir die wapp enknaben jenenFerner wird im „Lohengrin", einem etwas jüngerenGedichte 14. Jahrhundert) gesagt:248 cz ), e te gern ein iegelich man
gewizzen wer die ritter het gevellet;
ob ez waer einer oder zvven
gewesen: lät sie m"i des krieges irre gen.
den knappen von dem wapen er gevellet
wan die zugen aber dan daz ors mit richem dache.
da von ez in nü wart bekant,
dos schriten „ditze was der vürste von Präbant"
nü quam er offenlichs mit pusün krachen.
3. Capitel.
imtNverrli'liliiiiKi'ii il«-r (Uiir/,nii<',M in»|i<-iiiiiii»ti<ii etc.
t Die Amtsverrichtungen der Wappenknaben habenwir bereits kennen gelernt. Sie bestanden
1) in Botendiensten im Dienste eines ritterlichenHerrn,
2) in gewissen Verrichtungen bei Turnieren undZweikämpfen, z. B. berühren sie den Schild desRitters mit dem ihr Herr zu kämpfen begehrt.Sie verkünden die Turniere, übermitteln die Ein-ladungen zu denselben. Sie besorgen die „Thei-lung" in die Parteien (s. Turnier),
3) in dem sogenannten „Waffenschrei", wobei siesich gewisser handwerksmässiger Rufe bedienenz.B. „wichä wiche ')" (macht Platz !) „warä wer"(wer da?) „süsä" „hurtä hurt" „ahi" u. s. w.
4) sie erlieben das Lob derer, die sich am meistenausgezeichnet haben in Gesängen,
5) sie verkünden den Wappenschmuck der letzterenin verblümter Kunstsprache (prüfen, prüfieren,später blasnieren).
Wir haben schon oben gesehen, wie Gottfried vonStrassburg es unter seiner Würde hält, dem garzün indas Handwerk zu greifen:
i 'ne mac ir bnhurdierenniht allez becröierendaz sulen die garzüne sagen!S» m . Hmirich von Veldeke macht er es sogar, in allerHöflichkeit zum Vorwurf, dasa er so viele Kraft aufKitters Bereitschaft — das heisst auf die Beschreibungder Rüstung — kehre :4921 dannoch gewende ich minen sinso kleine als ich gesinnet bin,küm' oder niemer dar andar an sich alse manic man4925 versuochet unde verpriset hatdeiswär, ich sol es haben rät;und körte ich alle mine kraftze ritters bereitschaft
1) z. B. im Wigalois 3000
„Wieha, herre, wiche!"Die garzune alle rieften,Die da vor im lieffen.
als weizgot maueger hat getan4930 und seite iu daz, wie Vulkan
der wise, der maere
der guote listwürkaere
Tristande sinen halsperc,
swert unde hosen und ander werc,4935 daz den ritter sol bestan
durch sine hende lieze gän»
schon und nach meisterlichem site;
wie er'm entwürfe unde snite,
den kuonheit nie bevilte,4940 den eber an dem schilte
wie er'm den heim betihte
und oben dar üf rihte
al nach der minnen quäle
die flurinen sträle;
4973 Sit nü die vier richeite
riliche swertleite
sus kunnen geprüevieren
so bevelhen wir in vieren
unsem friunt TristandenGeradezu mit Verachtung spricht Albrecht vouScharfenberg im „Jüngeren Titurel" 'um 1270) von derZunft der groierer. Ich citire einige Stellen:
1954 Durch adel der adelare . und durch milte in
artus forteWie der geprufet were . von maniger zungen
don den luft daz rurteSigunen krön wart ouch da nilit veigezzenUf helme ir amises . die kost da wart geinlanden driu gemezzen
1955 An ander zimierde . die im der baruch sandeSchilt heim man kondewierde . und wapen roc
daz ez wol zelien lande.Were wert an wirde . und an der edle.Wanz golt was der arte . swer ez hete der sazuf seiden sedele.
1956 Da von so was der kunste . den kroieren hie
gebrostenSwie gar sie gernder gunste . dem talfin weren
sie künden niht erkostenDie zier dar nach si an ir wirde solten.Zu hingest sich vereinten . ez were mit drizziclanden niht vergolten
1957 Vor ouz die orss verdecket , panier heim vnd
schilte.Daz wart da rieh enplecket . von kroiern diedes niht bevilte.
Sie prüften ie den Schilling zu der
markeUnd wer ez indert veile . er gel die pfenningedar umbe ouz archeFerner:862 Ob ich da sunderlichen gepriiefen künde mitgeblüemeten WortenSie moht ein menlich hertze vinden sere.Nach sagt die aventuredaz ritters orden priset immer mere.Und werdent die bekanden.die nie man hie bekennetNur bei den Helden ersten Banges machtAlbrecht v. Scharft'enberg eine Ausnahme:1829 waz die andern füeren uf helme und uf
Schilden— — daz prüefen, die der wappenroecke
warten IGanz besonders lehrreich ist die ausführliche Schil-derung von Turnierscenen in einem Gedichte des 13. Jahr-hunderts , meist „Dietrichs Drachenkämpfe", in neuerer