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Geschichte der Heraldik. I. 3.
1680 Den spilliuten gap man doPfaerit, silher und gewant.
oSi wurden alle sa zehant
Von den gaben riche
Und lobten alle geliche
Den riter und die hochzitAusschlaggebend sind folgende Stellen des sog.Karl Meinet, einem Gedichte von Karl dem Grossenwelches in der vorliegenden Fassung in die Zeit um1300 gehört:A. 29132 Ouch satte vvael der here
Garganten ind knechte
Wael na yrnie rechte35 Garzune ind gebaren
Wael na yrer naturen
L o d d e r ind spelman
Na dem, dat hey sich versau
Dat sy wirdich waren
A. 2928 Van mynistreren de schare
De durch n e m e n quamen dare10 De moesten alle werden riche
Want Karlle (dat wisset weirliche!)Der edel konynck wael geborenGaff dat seluer sunder zorenRoss, pert, siluer, golt15 Des moeste man eme wesen houltHey gaff gra ind bunt' .Bei der Beschreibung der Hochzeit zwischen Moiantund Florette heisst es:A. 28712 Hundert mynistere,
De wir nennen s p e 1 e m a n,Ind van wapen sprechen kan.15 Sulche konden singen
Van ouenturen ind dingen,De geschagen in alden iarenDie fahrenden Leute gehörten zur Klasse derRechtlosen. Der Sachsenspiegel sagt in dem Kapitelvon Wehrgeld und Busse:
„Speileuten vnd allen die sich zcu eigen geben,den gibt man zu busse den schaten eynes mann es.Kempten vnd ireu kindern den gibt man czubusse den bligkvoneymekampfschildekegender sonnen."
Der Schatten eines Mannes oder der Blick (Reflex)von einem Kanipfschilde gegen die Sonne d.h. Nichtswar die Busse für den Todtschlag, welcher an solchenLeuten begangen wurde!
Hiernach möge man sich die übertriebenen An-schauungen von der hohen Würde eines Herolds im13. und 14. Jahrhundert berichtigen 2 ).
2. Capitel.Itie Unannen von den Wannen.
Von der Zeit des Königs Rudolf von Habsburg abverschwindet der garzün und crogierer mehr und mehr
1) Pelzwerk.
2) Sie scheinen, wenn sie nicht in einem engerenDienstverhältniss standen, ein ziemlich zigeunermässigesLeben gefühlt zu haben.
Der „varende man" im Tragemundeslied sagt:
mit dem himel was ich bedaht,
und mit den rosen was' ich umbestaht;
in eins stolzen knappen wise
bejage ich cleider und spise.Brüder Grimm, Altdeutsche Wälder IL 8.
aus der Literatur, an ihre Stelle treten die Knappenvon den Wappen 1 ), auch Wappenknaben oderdie von den Wappen genannt.
Konrad v. Würzburg sagt vom Turnier von Schif-deire (Partonopier und Meluir):14530 da wart entzwei gezerretdeck unde wapenröcke vil.für war ich iu daz sagen wilda wurden krögiorer gefreutwand üf den anger wart getröutsamit, gesteine und edel golt.Im Turnei von Nantheiz, das unzweifelhaft einWerk desselben Dichters ist, kommen folgende interes-sante Stellen vor:
952 ein knappe von den wapen reitdes mäles dö kroij ierendeund m an ige n schilt brQevierende,der wart Richarde* innenund sach in not gewinnenda von rief er mit schalle„ir duschen ritter allewes läzet ir in bandenden künic von Engellanden
1102 swaz er mit siner haut erstreitors unde guoter dinge,daz gab er üf dem ringeden knappen algeliche,die von den sc hüten richeund von den helmen sprachenda von si uiht zebrächensin lop noch sine wirdemit edeles herzens girdekroijiertens üf in alle
1) In Norddeutschland werden häufig die Edel-knechte als knapen von wapen urkundlich bezeichnet.
In den meklenburgischen Jahrbüchern (IL 97) wirderwähnt, dass in einer transsnmirten und übersetzten Ur-kunde des Klosters Broda 1230 als Zeugen vorkommen:„Hans und Gerezlaw broder, knapen, van wopen, betenHauelberg." „Der Ort Wopen ist mir unbekant" sagtder Verfasser und denkt an Repen.
Später hat C. G. Fabricius in derselben Zeitschrift(III, 153) die Sache dahin aufgeklärt, dass es „knapenvon wopen" heissen müsse. In den Bündnissen d,esrügenschen Adels mit der Stadt Stralsund von 1316nennen sich erst 12 riddere und dann 100 knapen vanwapen.
In einer andern Original-Urkunde im Grossherzogl.Archiv zu Schwerin vom J 1392 erscheint „HennekeWedele en knape van wapene". (Ebenda III.153 f.).
Syffrid von Bydenfeld nennt sich in einer Urkundevom J. 1332 „ein Knappe von dem Wapene";(Gudenus cod. dipl III, 282)-
In einer Urkunde vom J. 1386 stehen als Zeugen:„Her Werner von Mendinghe Ridder und Hanss vandem Berghe, Knape von Wapene."
In einer Urkunde vom J. 1332 erklärte Philipp vonBeldersheim, Conrad Colbendensel von Berstad undCraftiss Gruppen, gesehen und gehört zu haben:
„von den Ersamen luden in dem dorf zu Treyse,beide von Rittern und von den Nachgeburen, obenwen-dig und nideuwendig, daz Werncher Rost undHentzigen sin Bruder, Knechte von dem Wa-pene, bewiset hau und oft'gelatzen han irs rechtlichenEygens dem Stifte von Mentze" (Gudenus cod. dipl.III. 283, Oetter, Wappenbel. V, 72).