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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. I. 3.

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585 daz si ane helme niht enriten

einen garzün hiez er si des hitendaz si im enbuten maerewar ir geverte waereFerner:2513 Den garzün grüezen er began.do dankete er dem jungen manund sprach vil balde wider invon guoten rittern her ich binein böte die hänt mich iu gesant:von wanne ir ritet durch daz lantdaz snlt ir si wizzen län"Bei Ulrich v. Zatzikhoven (Lanzelet) um 1200, ver-kündet der garzün, dass

einen turnei hat genomender künic Lßt von Johaniswider Gurnemanz den fürsten wisIn dem Liede von Moriz von Craon (eine historischePersönlichkeit f 121G) wird erzählt:621 min her Maurizjus von Cräüngewan manegen garzündie disen turnei schritenin den landen witenSchliesslich noch einen Beleg aus demMeleranz"des Pleier, eines bayerischen Sängers, welchen ich zwi-schen die Jahre 12601270 ansetze.

Meleranzens Garzün Günetel verrichtet die Diensteeines Herolds. Er geht in das Lager der Feinde undberührt die Schilde der Ritter, mit denen Meleranzkämpfen will.10031 Günetel alles vor in lief,

üf den anger vil lüte er riefävoi, wichä herre wiche!hie kumt der eren richeder höchgemuote Meleranz etc.

10456 er sprachGuntel friunt min

du solt min botschaft werben wol."

herre, swaz ich werben sol

daz wirb ich als ich beste kan.Günetel erhielt den Wappenrock, in dem sein Herrzum ersten Male gestritten hatte:10486 der tiuwer wapenroc im wart

da Meleranz der unverzeit

aller jungest inne streit,den legt er an, der was guotTydomie sieht ihn von Weitem kommen:10657 ich sih einn garzün loufen her.

10736 si riten gen dem angerGünetel der lief mit in dan,in schouten frowen und ouch man,den wäfenroc costlich:er was tiur unde rieh.

IL

Die Grenze zwischen dem garzün und den crogie-ren ist sehr undeutlich, sie bilden offenbar eine Klasse,in welcher der garzün nur um eine Stufe höher stand.Im Biterolf, Ende des 12. Jahrhunderts, heisst es:11885 vil manic cröjieraere sprachnach site siner herren lant.man pruovte ir heim unde ir rantdar zuo ir ritterlichen muotda habte manic degen guotder ez als gerne hete getanoh er es fuoge möchte hänFerner im Willehalm des Rudolf v. Ems um 1230:74 die grogieraer da, liefencreierende sie riefenwarä, war, wer kumet da?"

Es sind diess die Leute vom Waffenschrei, dievon Schild und Helm der Ritter (prüfen, blasnieren),von ihren grossen Thaten singen, bei ihrer Erscheinungdie Aufmerksamkeit auf sie lenken. Nach Schluss desTurniers streichen sie den Sieger in zum Theil rechtderben, jedenfalls übertriebenen Lobpreisungen heraus,Ganz dasselbe gehört auch zum Amt dergarzüne.

Schon dasNibelungenlied" sagt:

ez beten die vil chunen

wol nach eren getan.1790 Die gar zun e liefen

von den wart ez geseit.Desgleichen Gottfried v. Strassburg (um 1215) imTristan:5054 wie si aber von ringe liezen gän

wie si mit sebeften staechen

wie vil si der zerbraechen

daz sulen die garzüne sagen

die hülfen ez zesaniene tragen.

i'ne mac ir buhurdieren

niht allez becröierenFerner heisst es in Pleier's Meleranz (1260- 1270):8140 man hört da viel grogieren

garzüne vor im liefen

die vil lute riefen

wichä herre wiche

hie kumt der ellens riche

der werde künic Verangöz

des lop mit wärheit ist gröz"Im Jüngeren T i t u r a 1 heisst es :1512 Da waren ouch groierer von yspanie

Mit Gailet dem kunige da puhurt grozergienc uf all der planie.

Die riche gäbe namen . und füren heim zu

lande

Gegen Ende des 13. Jahrhunderts kommen die gar-züne und crogiere nur noch vereinzelt vor. Einige Ci-tate gebe ich noch weiter unten, hier seien einige Stellenaus dem Reinfried von Braunschweig, einer in das Endedes 13. Jahrhnnderts fallenden Dichtung angeführt:616 die krier lüte riefen

Von Brüneswic der Sahsen vogt

der kumt so keiserlich gezogt

daz sin lop hoch in wirde swept.

danc hab ein fürste, der so lept

gen got und gen der weite

er tuot mit sinem gelte

vil unde vil me danne viel

ei waz er sper verswenden wil

dur ere und werder wibe segen."

11416 da von s6 nam ein ende

ir stritlich turnieren.

die geraden grogieren

man hört uf den von von Bräbant

wan swaz sin ritterlichiu hant

ervohten het des tages hie

den geraden er ez allez lieEs war nämlich Sitte, dass die Sieger die erbeute-ten Pferde, Kleider u. s. 'w. dem fahrenden Volke über-liessen, wie in der Folge noch zahlreiche Stellen derverschiedensten Dichter zeigen werden.

III.

Zwischen den Spielleuten und den crogieren bestehtkaum ein nennenswerther, wohl nur ein zufälliger Unter-schied. So heisst es z. B. bei Wirnt v. Gravenberg(Wigalois) um 1212: