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Geschichte der Heraldik I. 3.
i.
Von diesen standen die Garzüne anscheinend ineinem engeren Dienstverhältniss zu den Rittern.
Der Name stammt zweifellos aus dem Französischen(gar?on). W. Wackernagel übersetzt: -Edelknabe (alsBote)", was ich jedoch nicht für zutreffend halte. Wirbesitzen eine gleichzeitige Uebersetzung in dem „Tristan"des Eilhart von Obergen, in der jüngeren aber sklavischtreuen Version. Es heisst da nämlich V. 8228 ff.:
do geschüfen die jungelinge
an al iren geberin
und mit cleidern, als sie weren
zwene varende knappen:
zwo röte korze kappen
trugen die garzüne
in warin die schapperüne
von gelwem fritsehäleferner:8368 dö quämen gegangen
zwene knappen unberäteu
8374 der ein hiz Houpt der ander Plöt
und wären zwene varende man(es sind diessmal wirkliche Garzüne. welche, um dieVerfolger zu täuschen
zwü alsulche cappen
als Tristrandes was getanerhielten).
Im Wigamur wird garzaun mit bot übersetzt:4682 Mit schöner kurthaseye
Nayt sich gen menigcüchen der garzaun
Scharlach rot und prawn
Was sein mautel gehalbirt
Mit zendal gefüttert.
Der pot also dannen lieff.Wir haben hier das Fremdwort gar zun und dieUebersetzung vareuder knappe oder bot unmittel-bar nebeneinander. Was nun die Tracht dieser Leutebetrifft, so herrscht hierüber bei den Dichtern eine indie Augen springende Uebereinstimmung.
Im Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven von um1200 heisst es:2595 dö liuf zuo in ein garzün
scharlät was sin s c h a p r ü n ' i
und was in alle wis sin cleit
als eins hübschen knappen s6 man seif.
wiz liant schuohe . niwer huot.Ferner erzählt Wirnt von Gravenberg. ein Franke,in seinem um 1212 gedichteten -Wigaloib" :1416 Nu kom gegen im geloufen her
Uf dem vvege ein garzuu.
Der truc einen s c h a p p e r u n
Gezniten von fritschäle*);1420 Mit rotem zendale
Was er gefurrieret
Sin huot der was gezieret
Mit bluomen und mit lou'oe
Sus lief er in dem stoube1425 Des roten seites von der grau
Truc er einen rok auGebriset mit grozzem flizze,H a n t c h u h e vil wizzeHet er an den henden.1430 Den stap begunde er wendenNach der garzüne siteDa furdert er sin loufen mite
1) chaperon, Mantel.
2) ein kostbarer Stoff.
Sin hosen waren gut genüc
Zwene brisschuhe er an truc1435 Und als er im so nahen quamSinen hut er abe nam;Hie mit eret er in also.
T • 1 0 • T
Dur juncherre gruzte in do,Und fraget in der maere1440 Wes garzuu er waere
Er sprach: ..Des aller tiursten mauDer kunechriche ie gewan,Des kuniges von Bitanie.Der hat mich zu Ispanie1445 Nach ritern uz gesaut
Ez hat der kunech von EngellantEinen t.urnei wider in genomenDar sulcnt im die riter koinenZe Karidol für sin aus."Ferner heisst es im „Wigalois" :11295 Do braht in leidiu maereUf dem wege ein garzunDes rok was gel und brunIn einander geparieret.Sin houbet was gezieret11300 Mit einem schapel blumin
Ouch truc er in den henden sinEinen stap von helfen he ineDer knap lief freuden eineIch waene, diu was im kleine
11321 Der garzun durch die riter dranc;An des kuniges zoum er spranc.Her Wigalois sprach wider inr J. uncherre, wa weit ir hin?"Endlich will ich noch eine Stelle aus der von Hein-rich von Freiberg um 1300 verfassten Fortsetzung zumTristan anführen.1171 von grüenem vritschäl ein tschabrüu
dei' lac da lii dem garzün
den begreif er schiere gnuoc
über sin achsel er in sluoc;1175 sin roc was hübeschlich gesniten
wol nach g e n d e s bot e n siten
von guotem sagite röt
der roc sich an der lenge bot
nicht verrer dan unz üf die knie :1180 desselben tuoches wären die
hosen, die der knappe truoc
röt sine schuoh und hübesch gnuoc;
der linden Lmbes ein schapel
het üf sin houbet der knappe snel1185 gesetzet harte stolzlich
nach sinem Stabe buche sich
der wegemüde sarjant
und nam in die zeswen hant.1405 Der knappe sin warzeichen
und sine briefe reichen
begonde dem herren in die hautDie garzüne, fahrenden knappen, sind gehendeBoten, Läufer im Dienste eines bestimmten Herrn.Sie haben eine bestimmte Tracht und führen in derHand als Amtszeichen einen Stab von Elfenbein,den später (fälschlich) .sogenannten „Sccpter" derHerolde. Sie haben ganz genau die Obliegen-heiten der späteren Herolde zu erfüllen.
Im „Biterolf -1 . einem noch im 12. Jahrhundert ent-standenen Liede, heisst es:581 Dem jungen beide was geseit
daz hie mit zwelf gesellen reit
in rehter mäze ein alter man.
im wart ouch kunt daz getan