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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. I. 3.

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zwo Vntz Silhers, vnd nich darüber, in jhren Haubentragen.

Item, Bürger in Statten, die nicht vom Adel, Ritteroder Doctores sind, sollen kein Gold, Perlin, Saminat,Scharlach, Seyden, noch Zohlin oder Heimlin Futtertragen. . . .

Item, die vom Adel, so sie noch nicht Ritter oderDoctores sind, sollen kein Gold noch Perlin öffentlich

tragen, vnd jhre Kleydung mit Farben, besonders auchgestickelt. ob sie dero machen lassen wolten, ziemlichmachen.

Item, die vom Adel, so Bitter oder Doctores sind,sollen kein gülden Stück tragen, doch sol es jhnen zuWämbsern zu tragen vnverbotteu seyn" i).

1) Reichsabscliied von 1500 (Augsburg).

HI. Abschnitt:

Ursprung- und Entwickelung' tler Hcrolds-institution.

König Heinrich V.Ich weiss in Wahrheit, HeroldNicht recht, ob unser oder nicht der Sieg,Denn eurer Reiter zeigen sich noch vielUnd sprengen durch das Feld.

Montjoy e.

Der Sieg ist euer.

König Heinrich.Gelobt sei Gott, nicht nnsre Kraft dafür!Wie lieisst die Burg, die dicht hier neben steht?

31 ontjoye.Man nennt sie Agincourt.

König Heinrich.So heisse diess die Schlacht bei Agincourt,Am Tag Crispinus Crispians gefochten.

Shakespeare.

Das Wort ,Herold" war im deutschen Mittelalter, bis in die dreissiger Jahre des 14. Jahrhunderts nurals Personen -Name bekannt. Keine ältere Urkunde, kein älteres Rittergedicht weiss etwas von einerHeroldswürde. Diese Thatsache, die kein Kenner bestreiten wird, lässt sich nur dahin erklären:

1) entweder haben die Herolde in jenem Zeiträume eine sehr untergeordnete Rolle gespielt, oder

2) die betreffenden Beamten führten vorher einen andern Titel

Ich werde nachweisen, dass die letztere Erklärung den Thatsachen entspricht. Indess kann meine Dar-legung nicht dem Wege folgen, auf dem ich diese Entdeckung gemacht habe, sondern ich muss dem Faden derhistorischen Entwicklung der Institution selbst nachgehen.

1. Capitel.Ton den fahrenden Leuten.

Im Mittelalter, nachweislich seit etwa 1180 erscheintbei Kämpfen und Turnieren, bei der Wehrhaft-machung und den Vermählungen vornehmer Per-sönlichkeiten eine Klasse von Menschen, die von denDichtern unter der Bezeichnungfahrendes" odergehrendes" Volk zusammengefasst werden.

So heisst es z. B. im Erec des Hartmann v. d. Aue:2165 Swaz der diete dar kam

der guot umbe ere nam,

der tet man eines niht rät.

den gerich varendez volc hat

swä man einen vil git

und dem andern niht, des hat er nit

und fluochet der hochzitSie nehmen Gut um Ehre, d. h. sie verherrlichenden Namen der Freigebigen, aber, man darf nicht ihrenNeid erregen wenn sie glauben', weniger als andereerhalten zu haben, sprechen sie im Lande umher Uebles, sie fluchen der Hochzeit.

Als Orendel in Jerusalem den Riesen getödtet hatte,schenkte er den Körper mit sammt der Rüstung demfahrenden Volke.1355 Der Groge Rock der wigant

Er greiff den risen mit dem heim zu hant

Er zoch jn über den tempel hoff

Also uns disz buch seit noch,

Er sprach:wo ist die farnde diet,1360 Die unser Trechtin je beriet?

Die nement hie disz freisslich tier,

Das ich han gefangen schier

Vnd die vil seltzsame wunneDie ich hie han gewunnen:"1365 Des wart die farnde diet so fro,Vil lvt schaltent sy alle do

Konrad Fleck singt um 1230:7610 varndes mannes swigendein sprechen gezaemedaz was da ungenaeme,ob er des guotes gerteImjüngeren Titural" heisst es:1120 die gernden diet was alle wol beraten,die künden prüefen witen . des fursten lopin manige lant si kratenWie gefährlich es war, es mit diesen Leuten zuverderben, zeigt ein Spruch desUnverzagten" einesDichters zur Zeit des Römischen Königs Rudolf:Swen gernde liute gerne suochent, der ist eren riche:swen gernde liute schiuwent, der ist maneger tugende

vri.swen gernde liute gerne ane sent, der lebet gar

werdekliche:swen gernde liute ungerne sent, dem wonet schände bi.swen gernde liute minnent, der ist gerne an triuwen

staete:swen gernde liute hazzent, set der pflit vil valscher

raete.swen gerade liute prisent, der ist saeliklich geborn:swem gernde liute vluochent, der hat triuwe und ere

und werdekeit verlorn.Zu dem fahrenden Volke gehörten:

1) die garzüne

2) die crogieraere

3) die spielleute