Geschichte der Heraldik. I. 1.
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Sehr schon sagt Konrad Fleck um 1230 in seinemLiede von Flore und Blaiiseheflur:5515 mit zühten er in wol enpfie
als ob er waere sin knehtdaz noch getriuwes mannes relitwider sinen herren istInterressant ist auch eine Episode aus dem Liedevon Karl Meinet (um 1300). In demselben wird vonKarl A 35, 17 gesagt
De were konyges gesiecht
Van synen veir anchen komenNun war Karl am Tage nach seinem Ritterschlag heim-lich auf .Streit ausgezogen. Voller Sorgen sucht ihnder „alte David" auf und sagt zu ihm, nachdem er ihngefunden hat:A 69, 6 War vart ir, rechte dummer man?
So mir got ind saute Johann,
Sprach der aide Dauid
Vermocht ich id, ich soult zo deser zyt
V ch s e re s 1 a en vp vren n a cken
Ind ouch an vre kyn backen
Wee doerst ir uch des ee bewaren
Dat ir van vns soullet varen ?
5. Capital.Erwerb der Rittermässlgkell.
Bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts konnte dieRittermässigkeit nur durch die Geburt erworben werden.Ritterm ä ssig, d. h. berechtigt die Ritteiwürdezu erlangen, war jeder, dessen Vater ein Ritter war.Der Weg zur Rittermässigkeit war also die Ritterwürde,deren Erwerb nicht absolut nur Ritterniiissigen zu-gänglich war.
Der Geschichtschreiber Otto Frisingensis erzähltunter dem J. 1155 wie Kaiser Friedlich I. einen Reit-knecht (strator, scutifer) der eine ausserordentlich tapfereTliat vollbracht hatte, zu sich rufen Hess und befahl, dasser den Kittergürtel erhalten d. h. zum Ritter geschlagenwerden sollte. Der Reitkuecht erklärte jedoch, dass er mitseinem Stande zufrieden sei und Plebejer bleibenwolle. Darauf Hess ihn der Kaiser ansehnlich beschenktzu seinen Zelten zurückkehren, ').
1) Die Erzählung lautet: [de audatia cniusdam scu-tiferi]. Nee praetereunduni eritde cujusdam praeruptaeaudaciae stratoris virtute, qui, dum taedio longae obsi-dionis affectus caeteris assiliendi ai'cem exeniplum darevellet, gladio tantnni et clypeo parvaque ut id ge-ii us nomin um solet, securi, quae sellae ab eis alli-gatae portantur, usus, aggerem qni turri Rubeae praeia-cet aggreditur, viamque securi qua pedem tigeret, faciens,montem ascendit. Non illum crebri lapidem ietus, quia machinis prineipis contra turrim vi tormentorum pro-pellebantnr, deteiTere, non eum iaeulorum sen saxoruniab arce ad modum imbrium, non interpolati iactus revo-care poterant, ad turrim usque iam semidirntam jiro-cessit, ibique viriliter dimicando, militem etiam Ftrmatumad terram ictibus deiecit, atque inter tot periculorumdiscrimina illaesus ad castra redire potuit. Quem resad se vocatum niilitai'i cingulo ob tarn plaechmim faci-HUs hoiioiandum decrevit. At illc. cum se plebeium di-ceret in eodemque ordine velle remanere, suflicere sibiconditionem suam, honeste donatum ad propria redirepermisit contubernia [Gesta Friederiei I. Imp. auetori-bus Ottone Episcopo et Ragewino Praeposito Frising. ed.«■ Wilmanns. Pertz Mon. XX S. 401].
Dieser strator gehörte wohl zu jener Klasse von
Schon zu den Zeiten dieses Kaisers scheint mit derVerleihung der Ritterwürde Missbrauch getrieben wor-den zu sein. Im Landfrieden von 1187 bestimmte erdaher:
_De filiis quoqne sacerdotum. diaconorum, rustico-rum statuimus, ne cingulum militare assumant; et quiiam assumpserunt. per iudicem provinciae a militia pel-lantnr." ')
In einem Formular aus der Zeit des Kaisers Fried-rich IL wird der Grundsatz, dass Niemand Ritter wer-den könne, der nicht von Ritters Art geboren sei, alskaiserliches Gesetz bezeichnet. Die Kaiser behieltensich jedoch vor, Dispensationen zu ertheilen. Das For-mular einer solchen Dispensation hat der Kanzler Fried-richs IL, Petrus de Vineis aufbewahrt 1 ), und darausdarf geschlossen werden, dass solche Fälle nicht seltenwaren.
Ob wir diese Dispensations-Befugniss als ein fürden ganzen Umfang des Reichs geltendes Reservatrechtdes Kaisers ansehen sollen, erscheint mir sehr zweifel-haft. Das Reich war gross, die Verbindungen mangel-haft . — die Einholung der Dispensation wäre zeitrau-bend und kostspielig gewesen, und diese Schwierigkei-ten würden in keinem Verhältniss zu der Bedeutung derSache gestanden sein. Jedenfalls kam die Dispensations-befugniss nach dem Sturz der Hohenstaufen auch theo-retisch in Vergessenheit, — so oft auch in der Folge,über Missbrauch geklagt wird : niemals ist davon dieRede, dass des Kaisers Recht übertreten werde.
In der oben erwähnten kaiserlichen Dispensation
Leuten, welche von den Dichtern „sarjande" genanntweiden, z B. im Lanzelet (um 1200).1402 ze dem tut' si üz drangenmit gewaeffen aller bände.zem ersten die sarjande,1105 die bestuonden in mit schämdö kom aber dar nach gevarnnianec g e w a e ff e n t e r mandie foniten rin ge s gespanhelnie mit den Schilden.Die „sarjande" linden wir auch bei Wolfram vonEseheubach um 12I0).660,11 sarjande, riter fronwen,
muosn enphalm und schon wensine gäbe so aroezlichedaz si sprachen al geliehein waer diu wäre hilfe konin
20 sarjande ziser groze Kraftaldä ueveit wären.
1) Eichhorn, Rechtsgeschichte §. 242 not. c.
2) Daselbe lautet:
Fridericus IL Imp. concedit euidam quod possittieri miles quanquam non sit de genere militnm.Xotuin facinius universis, quod A de X. Majest.nostrae humiliter snpplicavit. ut cum velit herimiles et pater suus mile* non esset, sibi exindelargiri licentiam dignaremnr. Xos autem. ut lideisuae merituni et snorum per Imperialis gratiaepraemium Imperialiter compensemus [compensan-tesj supplicationibus ipsius benignius inclinati. depotestatis nostrae plenitndine, sibi concedimuspotestatem: quod quanquam pater suus miles nonfuerit. et nostris constitutionibus caveatur, quodmilites üeri nequeant, qui de genere militnm nonnaseuntur: ipse tarnen de culminis nostri licentiadecorari valeat cingulo militari, mandanms: qua-tenus nullus ipsum super hoc de caetero molestarevel impediri praesnmat (Petrus de Vineis' For-mulai'liuch, Baseler Ausgabe [1740] IL 189 f.).