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Gruppe XI. Papier - Industrie.
stoff zuerst mit verdünnter Sodalösung getränkt und sodann in ange-säuertes Wasser gebracht wird. Die im Innern der Holzsubstanz ent-bundene Kohlensäure bewirkt eine Sprengung und Zertheilung derFasermassen.
Ein auf der Extraction des Holzes vermittelst Harz auflösenderAgentien beruhendes Verfahren hat in neuester Zeit Adamson 1 ) an-gegeben.
Das zerkleinerte Holz wird bei dieser Procedur in einem mit einemSiebboden versehenen, geschlossenen Cylinder zuerst behufs Erweichunggedämpft, sodann mit Benzin oder ähnlichen Kohlenwasserstoffen inder Hitze behandelt.
Charles Watt und Ilugh Burgess 2 ) erhielten am 19. August1853 in England ein Patent auf ein Verfahren zur Gewinnung vonPapierstoff aus zerkleinertem Holz, auch aus Holzabfällen, bei welchemzur Isolirung der Faser wiederum stark erhitzte Laugen angewendetwerden.
Die in Manayunts bei Philadelphia angelegte umfangreiche Fabrikvon Jessop & Moore arbeitete nach diesem Verfahren.
Obgleich dasselbe während längerer Zeit nicht den gehofften gün-stigen Erfolg hatte, denn das Fabrikat wurde zu theuer — was wohlvorwiegend in der Mangelhaftigkeit der Holzzerkleinerungsvorrich-tungen, der Kocher und der Wiedergewinnungsmethoden der Alkalienaus den Kohlungen beruhen mochte —, so hat doch durch diesen imGrossen ausgeführten Betrieb der Gewinnungsprocess der Celluloseeinen Eingang in die Praxis gefunden. Es handelte sich nunmehr darum,manche beim Fabrikationsbetriebe erkannteMängel zu beseitigen, um die-sen im Grossen als durchführbar erwiesenen Process rentabel zu machen.
Seitdem haben sich Viele mit diesem Gegenstände befasst, undmehrfach sind Patente, namentlich in England, auf Verfahren zur Her-stellung von Cellulose ertheilt worden. Es gaben viele Personen vor,im Besitze einfacher, für die Praxis geeigneter Fabrikationsmethodenzu sein; sie präsentirten kleine, wohl im Laboratorium bereitete, nichtaber fabrikmässig gewonnene Muster von Holzcellulose und brachten,da ihre Leistungen ihren Zusicherungen und Anpreisungen keineswegsentsprachen, die ganze Sache in Misscredit.
In der technischen Literatur finden sich mehrfach Angaben überdie Leistungsfähigkeit gewisser Verfahrungsweisen, deren genauereDarlegung man jedoch vermisst, was z. B. von den Mittheilungen überMethoden vonUngerer, Tessie duMotay, Fyfe, Broad undPrinzgilt 3 ). Eingehender sind die von Ifeegan und von Sinclair ange-wendeten Proceduren beschrieben worden.
*) Bayr. Kunst- u. Gewrbbl. 1873, S. 146. — 2 ) Specif. f. 1853, Nr. 1942.— 3 ) Wagner’s Jaln-esber. Bd. 18, S. 733.