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1 (1874)
Entstehung
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775
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Section I. Papierzeug, Pappe, Papier.

Diese im Principe mit dem gegenwärtig benutzten Verfahrenübereinstimmenden Methoden haben einen technischen Effect und zwarwohl deshalb nicht gehabt, weil (wie gerade die neueren Erfahrungengelehrt haben) die Construction der zu diesen Operationen erforder-lichen Apparate bedeutende Schwierigkeiten darbietet, und die Kostenzur Herstellung des Materials, insbesondere für die erforderlichen Al-kalien, in keinem angemessenen Verhältnisse zu dem früher wesentlichniedrigeren Preise der Lumpen standen.

Andere Vorschläge zur Gewinnung von Holzfaser sind in derFolgezeit zunächst von Coupier und Mellier 1 ) 1852 gemacht worden,welche das Holz durch Einwirkung verdünnter Salpetersäure von denIncrustationsstoffen zu befreien suchten. Diese Versuche hat Orioli 2 )fortgesetzt. Er wendete zuletzt ein Gemisch von Salpeter- und Salz-säure in einem derartigen Verhältnisse an, dass die Faser dadurchmöglichst wenig verändert wird und erzielte auf diesem Wege grössereQuantitäten eines weissen filzbaren'Papierstoffes. Der Gewerbevereiuin Mühlhausen 3 ) hat in Anerkennung dieser technischen Bestrebungendem Orioli seine Verdienstmedaille zuerkannt. Der Ausführung imGrossen steht, wie Orioli selbst anerkannt, die Schwierigkeit entgegen,geeignete widerständige Apparate herzustellen und die gesundheits-schädlichen sauren Dämpfe genügend zu beseitigen.

Das von Machard 4 ) zur Herstellung von Holzcellulose angewendeteVerfahren, welches zugleich die Gewinnung von Alkohol bezweckt,beruht wie auch das vorige darauf, dass Holzfaser durch länger an->dauerndes Erhitzen mit verdünnten Säuren in gährungsfähigen Zucker(in Dextrose) verwandelt wird, und dass diese Umsetzung rascher beider lockeren inkrustirenden Substanz des Holzes, als bei dem festerenHolzzellstoffe von Statten geht.

Das in Scheiben zerschnittene Holz wird, wie Orioli es ausführte,mit verdünnter Salzsäure circa 12 Stunden lang erhitzt, die gekochteHolzmasse dann abgepresst, zu Papierstoff gemahlen und gebleicht. Diesaure zuckerhaltige Flüssigkeit wird, nachdem die Säure durch Kalkgrösstentheils abgestumpft worden, mit Hefe in Gährung versetzt undschliesslich behufs Gewinnung des Alkohols abdestillirt.

Ueber ein derartiges, von einer in Genf zusammengetretenen Ge-sellschaft ausgeführtes Verfahren macht Fr. Var rentrapp 5 ) Mittheilung.

Das von Rudel 6 ) vorgeschlagene Verfahren, die Holzfasern durchGase, welche im Innern dieser Massen erzeugt werden, zu zertheilen,besteht darin, dass' der gewaschene in Kochbehältern gedämpfte Ilolz-

4 ) Polyt. Centratbl 1852, S. 1515. ä ) Deutsche Industrieztg. 1865,

S. 348. s ) Deutsche Industrieztg. 1870, S. 214. 4 ) Polyt. Centralbl. 1867,

S. 1352. 6 )Dinglers Journ. Bd. 181, S. 233. 6 ) AVagners Jahresber.

Bd. 1, S. 311.