Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
Seite
769
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Section I. Papierzeug, Pappe, Papier.

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u) Mechanischer Holzstoff.

Schaffer in Regensbiug, dessen Versuche über die Verwendungdes Strohes zur Papierbereitung erwähnt worden sind, kam, wie er inseinem 17G5 erschienenen, für die Geschichte der Papierindustrie inter-essanten Buche, Bd. I, S. 31, mittheilt, durch die Beobachtung Reau-murs, dass die feinen Zellen der Wespennester aus Holzfasern, diedurch ein Bindemittel vereinigt sind, bestehen, auf den Gedanken, esmöchte auch das Holz zur Bereitung von Papier nutzbar gemacht werdenkönnen. Seine Versuche in dieser Richtung hatten einen glücklichenErfolg; gelungene Proben seiner aus Buchen-, Weiden- und Espenholzgefertigten Papiere befinden sich in dem oben erwähnten Buche.Schaffer bezeichnet das Espenholz als ein besonders geeignetes Mate-rial, weil es eine sehr weisse Farbe besitzt.

Die wichtigen Entdeckungen Schäffers haben für die Technikerst viele Jahre später eine praktische Bedeutung erhalten, und zwarwohl aus dem Grunde, weil zu seiner Zeit ein so erheblicher Mangelan Rohstoff, wie in der Folgezeit, nicht vorhanden war.

Ein fabrikatorisches Verfahren zur Herstellung von Papierstoff ausHolz Hessen sich Richardson, Davidson & Glaude') im Jahre 1838in Frankreich patentiren. Nach demselben wird das Holz zuerst miteiner fraiseartigen Vorrichtung zerkleinert, sodann durch Mühlwerkemit rotirenden Steinen zerfasert.

Werth voller indessen für die Herstellung von mechanischem Holz-stoff war der von Keller zuerst betretene Weg, das Holz nicht erstdurch Fraisen zu zerkleinern, sondern es sogleich vermittelst einesrotirenden Mühlsteines zu zerfasern. Von wirklich industrieller Be-deutung wurde diese Methode erst dadurch, dass H. Volt er in Heiden-heim durch Einführung höchst zweckmässig construirter Zerfaserungs-und Sortirungsapparate die Production dieses Stoffes im grossenMaassstabe, die Erzeugung einer gleichförmigen Waare ermöglichte.Durch Völters irnablässige Bemühungen hat dieser Industriezweigeinen sehr grossen Umfang gewonnen. Es werden sehr erheblicheQuantitäten dieses Stoffes jetzt in fast allen Ländern erzeugt, und eswird den Papierfabriken dadurch ein Material zugeführt, welches sichals Zusatz auch bei der Herstellung feiner Papiersorten verwenden lässt,welches aber namentlich für die Massenproduction der gewöhnlichenZeitungs- und Affichenpapiere von grosser Bedeutung geworden ist.

Die wesentlichen Theile des Völterschen Apparatsystems sind:der Zerfaserungsapparat, der Vorsortirer, der Raffineur, der Feinsortirer,die Entwässerungsvorrichtung.

B Brev. dinv. V. 43, S. 59.

Wiener Weltausstellung. I.

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