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1 (1874)
Entstehung
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770
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770 Gruppe XI. Papier - Industrie.

Diese einzelnen Theile haben selbst in der neuesten Zeit nochmancherlei Verbesserungen erfahren, so dass der Holzstoff jetzt mitwesentlich geringerem Kraftaufwande producirt wird, als früher.

Was zunächst den Schleifapparat (Defibreur) betrifft, so bestehtderselbe im Wesentlichen aus einem feinkörnigen, rasch rotirendenSandsteine von circa 15 m Durchmesser und 0'5 m Höhe. An derPeripherie desselben sind die zur Aufnahme der Holzblöcke dienendenKästen angebracht.

Es hat sich herausgestellt, dass zur Erzielung eines feinen, gleich-förmigen Stoffes vor allen Dingen eine möglichst feste, solide Aufstel-lung des ganzen Apparates erforderlich ist, dass der Sandstein einfeines Korn besitzt, dass die das Holz einschliessenden Kästen möglichstnahe an den Stein herangebracht werden können, und dass in jedereinzelnen Kammer ein zum Herunterspülen des Stoffes vom Steine ge-eignetes Spritzrohr vorhanden ist, aus welchem Wasser unter starkemDruck gegen die Schleiffläche des Steines gespritzt wird.

Eine sehr an er kennenswerthe Vervollkommnung des Apparates istdie von der Firma Th. & Fr. Bell in. Luzern angebrachte Schärfvor-richtung, welche ohne Zerlegung des Defibreurs in Thätigkeit gesetztwerden kann. Dieselbe besteht aus einer schnell rotirenden, an einer,mit der Achse des Steines parallelen Schraubenspindel angebrachtenFraise, welche längs der Mahlfläche des Steines auf- und abbewegtwerden kann.

Die zum Anpressen des Holzes gegen den Stein von Siebrecht 1 )angewendeten hydraulischen Vorrichtungen haben eine verbreitete An-wendung nicht gefunden; man benutzt vielmehr in der Kegel solcheMechanismen, welche durch Gewichtsbelastung in Thätigkeit gesetztwerden.

Als Vorsortirapparat hat sich nach mancherlei Versuchen einflaches Drahtsieb von angemessen grosser Oberfläche am besten be-währt, weil ein solches leichter als ein Cylindersieb gereinigt werden kann.

Zur Raffinirung des Stoffes dient ein Mühlgang mit Läufersteinenvon etwa 1'2 m Durchmesser. Die Abflussrohre an demselben mussmöglichst dicht mit dem Feinsortirapparate verbunden 1 werden,welcher aus mehreren mit Drahtgeweben von verschiedener Feinheitüberspannten Cylindern besteht.

In dem Detail der Ausführung dieser Vorrichtung, ihrer zweck-mässigen Verbindung, sind mancherlei Vervollkommnungen getroffen,und bei Anwendung eines gehörig feinen Schleifsteines, bei zweck-mässiger Verbindung desselben mit den Kammern, wird mit diesemApparatencomplex jetzt ein Schleifstoff erzeugt, welcher nur geringeMengen gröberer, durch den Feinsortirer trennbarer Theile enthält.

x ) Wagners Jahresbericht, Bel. 11, S. 672,