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Gruppe XI. Papier-Industrie.
Sorgfalt erfordern. Desgleichen ist auch für die Erlangung eines tadel-losen Fabrikates die Temperatur, bei welcher die Bleichung vorgenommenwird, von erheblicher Bedeutung. Auch hat sich herausgestellt, dassnicht alle Strohsorten zur Production von gebleichtem 'Strohstoff ge-eignet sind; es wird dem Roggenstrohe entschieden der Vorzug ge-geben.
Ein der Fabrikation dieses Productes noch entgegenstehendesHinderniss, an dessen Beseitigung mit besonderem Eifer gearbeitet wird,ist der noch immerhin sehr erhebliche Verbrauch an Alkali. Es sindmehrfach Vorschläge gemacht worden, um das Alkali aus den einmalbenutzten Laugen möglichst wieder zu gewinnen. Dieselben kommenim Wesentlichen darauf hinaus, die Laugen, am besten durch abziehendeFeuergase, einzudunsten und die abgedampften Massen dann zu glühen,wobei die aufgenommenen organischen Verbindungen die Bildungkohlensaurer Alkalisalze veranlassen.
Bezüglich der Verfahren und Einrichtungen, welche sich in derPraxis mehrfach und in grossem Maassstabe Eingang verschafft haben,sei noch Folgendes bemerkt:
Ein unter anderen 'in einer böhmischen Strohstofffabrik angewen-detes Verfahren besteht der Hauptsache nach in Folgendem: Das vonUnkraut befreite Stroh wird mittelst einer Häckselmaschine zerschnitten,und darauf in einem kugelförmigen, rotirenden Kocher während circa12 Stunden unter einem Dampfdrücke von circa 6 Atmosphären miteiner aus Sodalösung und Aetzkalk gemischten Flüssigkeit ausgekocht.Die nach Beendigung dieses Processes abgegossene Lauge wird von denSedimentstoffen möglichst befreit, dann wiederum mit Kalk und Sodaversetzt und zur Kochung anderer Strohmassen verwendet. Das gekochteStroh wird, nachdem es gewaschen worden, in einem Holländer gemahlen,nach der Zerfaserung in niedriger belegene Reservoire gebracht undvon dort auf die Raffineure befördert. Letztere sind den gewöhnlichenMahlmühlen ähnliche Vorrichtungen und bestehen aus einem festliegendenund einem rotirenden Mühlsteine. Nachdem auf diesen Apparaten diedichteren, namentlich in den Knotentheilen enthaltenen Faserpartienfein zertheilt worden sind, gelangt das Gut in Waschholländer und ausdiesen in mit Filtrirsteinen versehene Kästen. Die Masse wird zuletztin Bleichholländern mit angesäuerter Chlorkalklösung bei einer Tempera-tur von 40 bis 45° R. behandelt, wobei auf 100 Kg Strohzeug 22 bis24 Kg Chlorkalk zur Anwendung kommen, und dann nochmals ge-waschen. Die ausgenutzte Lauge wird eingedickt und durch Glühender eingetrockneten Masse wird daraus wieder kohlensaures Alkaligewonnen.
Ein sehr grosses Verdienst hat sich um die Ausbildung diesesVerfahrens HectorJ. Lahousse in Prag erworben. Er hat die fürden Zweck der Strohstoffbereitung erforderlichen Apparate sehr verein-