Das typographische und lithographische Material. 731
in Leeds, Greigh in Edinburg, namentlich auch in jüngster Zeit vonJ. Lewis in Dublin gebaut worden. Die Maschine des Letzteren,welche wie die typographische „Endlose“ feuchtet, druckt und schneidet,wurde wegen ihrer sinnreichen Construction gelobt und von der photo-mechanischen Gesellschaft in London erworben, um mittelst derselbendie photographischen Gelatineplatten zu drucken. Auf der Ausstellungin Wien waren sie so wenig wie auf der in London 1872 zu sehen.Eine kaum zu überwindende Schwierigkeit wird auf alle Fälle die Be-schaffung der grösseren Steinsegmente sein, so lange noch kein genü-gender Ersatz für die täglich theurer werdenden Solenhofener Steinegefunden sein wird.
Was die Kupferdruckpresse betrifft, so ist das Princip der„Endlosen“ bereits von den Herren A. Godchaux & Co. in Paris zurAusführung gebracht. Dieselben construirten eine Presse ganz in der Artder Kattundruckpressen und drucken auf derselben ihre Yorlegeblätter,von welchen sie jährlich 25 Millionen Hefte zu 6 Cents, also in einemWerthevon D /2 Mill. Frcs. produciren. Die Presse liefert 35 Exemplarein der Minute oder 42 Ries täglich. Soweit uns bekannt, gelangte einExemplar nach Deutschland und arbeitet in einer rheinischen Druckerei.
Lithographie-Steine. Nach dem Ausstellungskatalog wäre geradekein Mangel an Lithographie - Steinen zu befürchten, denn fast alleLänder, incl. Rumänien und die Türkei, hatten lithographische Steineausgestellt, die möglicherweise vortreffliches Baumaterial abgebenkönnten, jedoch äusserst wenige von den Eigenschaften besassen, dieman von einem lithographischen Steine verlangt. Fast jeden Monatliest man von Auffindung eines Lagers in der neuen oder in der altenWelt; befremdend war es aber, dass kein einziges brauchbares Materialausser dem Solenhofener vorhanden war, obwohl der Artikel ein so sehrgesuchter ist. Am meisten verdienen immer noch die von Alb.Heck-mann in Berlin ausgestellten Proben Beachtung, welche aus den Brüchenbei Brzowka in Russisch-Polen, nahe bei der preussischen Station Kat-towitz, stammen. Bereits im Jahre 1861 wurde ein grosser Bruch dortaufgefunden, im Umfange von 600 Magdeburger Morgen, welcher Lagervon über 300 Fuss Tiefe zeigte. Nachdem diese Brüche durch ver-schiedene Hände gegangen waren, hat man nun einen regelrechtenBetrieb derselben angefangen. Die chemischen Analysen der HerrenProfessoren Sonnenschein und Rose und die praktischen Versucheder Lithographen C. Radech und C. Hanke in Ratibor fielen günstigaus. So lauten in Kürze die Berichte. Auf der Ausstellung war einStein ausgelegt mit einer Kreidezeichnung: die Portrait-Medaillons derdrei europäischen Kaiser. Ist dieser Stein jedoch der beste, den manzu Tage gebracht hat, dann bleibt allerdings noch sehr viel zu wünschen