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1 (1874)
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Gruppe XII. Graphische Künste.

Die lithographischen Schnellpressen. Neben dem wunder-baren Hervorquellen der gedruckten Bogen aus denEndlosen warwohl nichts dem Bereiche der graphischen Künste Angehörendes mehrgeeignet, das die Maschinenhalle besuchende Publicum mit Staunen zuerfüllen, als das fix und fertige Hervorgehen der schönsten Buntdrucke,Bouquets, Fruchtstücke und dergleichen aus den lithographischenSchnellpressen. Dass mitunter ein wenig Blendwerk im Spiele warund dass die Maschine eben nur eine Farbe gedruckt hatte, wusstendie Wenigsten.

Wir haben schon oben auf die Bedeutung der lithographischenSchnellpresse hingewiesen. Ihre Verbreitung findet begreiflicherweiseim grossen Maassstabe statt, und die meisten der bedeutenden Fabrikentypographischer Schnellpressen beschäftigen sich ebenfalls mit dem Bauder lithographischen. König & Bauer haben diesem seit längererZeit eine besondere Sorgfalt gewidmet. Sigls Fabrikate erfreuten sicheiner grossen Verbreitung und werden noch jetzt gesucht. Auch Klein,Forst & Bohn in Johannisberg liefern anerkannte Fabrikate. In derletzten Zeit betreiben zwei Leipziger Firmen, Ph. Swiderski undSchmiers, Werner & Stein, den Bau lithographischer Schnellpressenals Specialität. Ein endgültiges Urtheil über ihre Fabrikate, die miteinander grosse Aehnlichkeit haben, ist noch nicht gefällt.

Viele der französischen Schnellpressen werden von den Lithogra-phen sehr in Ehren gehalten; vertreten waren auf der Ausstellung: L. A1 a u -zet fils, Heuse & Co., P. Alauzet und Maulde, Geibel & Wibart.Aus England hatten sich eingefunden: Hughes&Kimber in Londonund J. Acton Butt in Leeds. Die Aufmerksamkeit der Fabrikantenrichtete sich namentlich auf Verstärkung des Farbewerkes durch eineCombination der Cylinder- und der Tischfärbung, auf die Einführungdes mit Filz überzogenen Feuchttisches, auf Verbesserung des Greifer-systems und auf die leichtere Einrichtung des Fundamentes zu demjedesmaligen Druck. Die Combination der typographischen mit derlithographischen Maschine lässt sich nicht empfehlen, und wie es sooft geht, wenn man mit einem Schlage zwei Fliegen treffen will, fliegenbeide davon.

Gelänge es, das Princip der Rotation der Druckform, indemman einen Formeylinder mit einem Steinsegment bekleidet, für die litho-graphische Schnellpresse im Grossen durchzuführen, so würde die Con-currenz durch die Lithographie eine der Typographie noch gefährlicherewerden. Die Erfolge der Buchdruckerei müssten jedenfalls zu Versuchenin dieser Richtung anstacheln. Bekanntlich hatte Senefelder selbstdas Princip einer rotirenden Steinwalze in die Praxis eingeführt, liessdie Sache jedoch bald wieder fallen. Solche Rotationsmaschinen sindinEngland von Wolstenholme in Blackburn, Darden & Newsome